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Thomas de Maiziere ist als Innenminister auch für Sport zuständig
Thomas de Maiziere ist als Innenminister auch für Sport zuständig © Getty Images

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat Zweifel, ob strukturell "dopingverseuchte" Sportarten künftig mit Förderung durch Steuergelder rechnen können.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hat in der Debatte um die zukünftige Finanzierung des deutschen Spitzensports bei anhaltenden Manipulationen einen Verzicht auf komplette Sportarten nicht mehr ausgeschlossen.

"Wenn eine Sportart strukturell dopingverseucht ist, habe ich Zweifel, ob wir diese Sportart mit Steuergeldern fördern sollen", sagte der CDU-Politiker der Süddeutschen Zeitung.

De Maiziere nannte die Tour de France im Radsport als Beispiel, von der sich ab einem gewissen Stadium auch die Sponsoren zurückgezogen hätten. "Ähnlich kann ich mir das für uns als Geldgeber in einem vergleichbaren Fall vorstellen", sagte der 62-Jährige.

Der Minister verteidigte die starke Orientierung der Reform von BMI und DOSB an Medaillengewinnen bei Groß-Events wie Olympia und Weltmeisterschaften.

Auf den Vorschlag, dass man dopingverseuchte Sportarten wie Gewichtheben nicht ausschließlich nach Medaillenaussichten fördern solle, ging der Minister nicht ein.

"Das könnte dann ja auch dazu führen, dass wir Gewichtheben gar nicht mehr fördern. Aber wenn wir Gewichtheben fördern, können wir doch sagen: Wir wollen eine Medaille im Gewichtheben, fair und sauber."

Das Bundesinnenministerium (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatten das Eckpunkte-Papier zur Reform am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt.

In den nächsten Wochen soll es Diskussionen mit den Sportverbänden und den Ländern zu der neuen Förderstruktur geben, ehe sie am 3. Dezember auf der Mitgliederversammlung des DOSB in Magdeburg verabschiedet werden soll.

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