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Philipp Lahm ist Gesellschafter der Deutschen Sportlotterie © Getty Images

Die Deutsche Sportlotterie wagt einen Neustart mit überarbeitetem Konzept. Ziel ist es, möglichst viele Topathleten mit 800 bis 1000 Euro im Monat zu fördern.

Mit einer vereinfachten Spielformel, einem verdoppelten Hauptgewinn von wöchentlich einer Million Euro und einer gezielten Kampagne hofft die Deutsche Sportlotterie im zweiten Anlauf auf einen durchschlagenden Erfolg.

Bayern Münchens Kapitän Philipp Lahm als Gesellschafter forderte bei der Präsentation des Neustarts in München eine stärkere Unterstützung der deutschen Landeslotteriegesellschaften zur Verbesserung der Förderung deutscher Spitzensportler.

Der Staat kann nicht alles richten

Sportlotterie-Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann plädierte für mehr gesellschaftliche Lösungen und für eine verbesserte Finanzierung. "Deutschlands Erfolge bei Spitzensportereignissen sind rückläufig, die Finanzierungsdecke im internationalen Vergleich dünn. Doch nicht alles kann der Staat richten", sagte er.

Michael Ilgner, Chef der Deutschen Sporthilfe, ergänzte: "Die Höhe der Athletenförderung ist längst noch nicht da, wo sie sein müsste. Wir wollen möglichst viele Topathleten mit 800 bis 1000 Euro im Monat fördern können."

Bisher unterstützt die Deutsche Sportlotterie lediglich zehn Top-Athleten, darunter die Olympiasieger Sebastian Brendel (Kanu) und Kira Walkenhorst (Beachvolleyball), mit 500 Euro pro Monat. Diese Summe soll mit einer neuen Zahlen-Spielformel und einem besseren Vertrieb deutlich gesteigert werden.

Sportlotterie in allen Bundesländern

Aktuell ist die Sportlotterie nur im Internet und in Verkaufsstellen von Lotto Hessen zu finden, deren Chef Sundermann ebenfalls ist. "Natürlich planen wir, die Sportlotterie in allen Bundesländern anzubieten, bedingt durch die föderale Struktur benötigen wir dazu aber die Bereitschaft jeder einzelnen Lotteriegesellschaft", sagte Sundermann und verband damit einen "Appell an meine Kollegen".

Die Förderung von möglichst vielen Athleten mit individuell 1000 Euro bleibt das Ziel der Deutschen Sportlotterie, die einer Idee von Diskus-Olympiasieger Robert Harting entstammt und im Februar 2015 ins Leben gerufen wurde. Vorbild ist das ebenfalls lotterieunterstützte und äußerst erfolgreiche Fördersystem Großbritanniens.

Insgesamt ist in Großbritannien, das bei Olympia in Rio de Janeiro Rang zwei im Medaillenspiegel belegte, seit 1997 eine Gesamtfördersumme von 5,8 Milliarden Euro zusammengekommen. "Das wollen wir auch erreichen. Es ist jetzt die Chance, den Spitzensport auf eine stabile finanzielle Grundlage zu bringen", sagte Sundermann.

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