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Die Enthüllung seines Staatsdoping-Systems soll für Russland ein Motiv zur Cyber-Beeinflussung des US-Wahlkampfes gewesen sein. © Getty Images

Die Enthüllung seines Staatsdoping-Systems soll für Russland ein Motiv zur Cyber-Beeinflussung des US-Wahlkampfes gewesen sein.

Diese Einschätzung der US-Nachrichtendienste geht aus dem aufsehenerregenden Report von CIA, FBI und NSA über illegale Aktivitäten russischer Hacker vor der US-Präsidentschaftswahl auf mutmaßliche Anweisung von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hervor. Demnach sei auch die Lancierung von Dateien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Teil der russischen Strategie gewesen.

Cyber-Gangster veröffentlichen vertrauliche Daten

Vor diesem Hintergrund erhält auch die Einstufung der Internetspionage-Gruppe Fancy Bears als Abteilung des russischen Militär-Geheimdienstes GRU zusätzliches Gewicht. Die Bundespolizei FBI und das Terrorabwehr-Ministerium (Homeland Security) hatten bereits Ende 2016 eine entsprechende Einschätzung der Cyber-Gangster, die seit dem vergangenen Sommer vertrauliche Daten westlicher Topsportler veröffentlicht haben, im vorläufigen Bericht über Russlands gesamten Einflussnahme auf den US-Wahlkampf vorgenommen.

Auf Basis dieses Reports, in dem Fancy Bears als einer von 48 Tarnnamen für eine Gruppe von GRU-Spezialisten aufgeführt wird, hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama über 30 russische Diplomaten ausgewiesen und weitere Sanktionen gegen russische Nachrichtendienste verhängt.

"Putin", schreiben CIA, FBI und NSA auf Seite elf ihres jüngsten Berichtes, "hat die Enthüllung der 'Panama-Papiere' und auch den olympischen Doping-Skandal öffentlich als von den USA gelenkte Anstrengungen zur Diffamierung Russlands bezeichnet und erkennen lassen, dass er anstreben würde, die USA durch Enthüllungen in ihrem Ansehen zu diskreditieren und als heuchlerisch darzustellen."

Angriff auf WADA-Netzwerk

Der Angriff auf das WADA-Netzwerk, aus dem vor allem Ausnahmegenehmigungen für die Einnahme von verbotenen Substanzen auch für prominente US-Sportler wie Tennis-Superstar Serena Williams oder Turn-Olympiasiegerin Simone Biles an die Öffentlichkeit gespielt worden sind, gehörte demnach zu Russlands virtuellem Gegenschlag.

"Wir schätzen diese Vorgänge so ein, dass sie vom GRU veranlasst worden sind", heißt es in dem in noch ausführlicherer Form auch schon dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump vorgelegten Bericht der drei nachrichtendienstlichen US-Behörden.

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