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Max Hartung musste sich im Finale dem Ungarn Aron Szilagyi geschlagen geben
Das deutsche Fechten wird von einem Skandal erschüttert © Getty Images

Eine fünfköpfige Task Force will bis Mai erste Ergebnisse liefern. Sportlerinnen hatten schwere Vorwürfe gegen einen Trainer in Tauberbischofsheim erhoben.

Die unabhängige Task Force zur Aufklärung der Belästigungsvorwürfe am Fechtzentrum Tauberbischofsheim hat am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen.

"Ziel der Kommission ist es, alle im Raum stehenden Vorwürfe rückhaltlos und ergebnisoffen aufzuklären", sagte Rechtsanwalt Sebastian Warken bei einer Pressekonferenz in Tauberbischofsheim. Zusammen mit der Juristin Nina Bruckner steht Warken dem insgesamt fünfköpfigen Gremium vor.

Erste Ergebnisse sollen voraussichtlich im Mai vorliegen. Dazu will die Task Force unter anderem Gespräche mit den möglichen Opfern als auch mit Verantwortlichen des Fechtclubs führen. Zudem schaltete die Kommission eine Hotline (09342/9354949), unter der sich Betroffene oder Zeugen streng vertraulich melden können. 

"Wir legen Wert auf Ermittlungen durch externe, erfahrene und vertrauenswürdige Persönlichkeiten", sagte Harald Stempfer, Geschäftsführer des Fechtclubs Tauberbischofsheim. Die Kommission werde ihren Auftrag auch unabhängig von möglichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fortführen. Die Staatsanwaltschaft Mosbach hatte bereits Vorermittlungen eingeleitet, um einen möglichen Anfangsverdacht zu prüfen.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte berichtet, mehrere Sportlerinnen am Fechtzentrum seien von einem Trainer zwischen 2003 und 2016 belästigt worden. Der betroffene Trainer hat sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurückgewiesen. Zudem sollen sich 2009 insgesamt 21 Sportler in einem Brief über den Trainer beschwert haben. Allerdings seien diese Hinweise ignoriert worden. 

Claudia Bokel, Präsidentin des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe erklärt, "dass alle Beteiligten, allen voran die Verantwortlichen in Tauberbischofsheim, in der Pflicht sind, zu einer schnellen und sauberen Aufklärung des Falls beizutragen."

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