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World Snooker Championship - Day One
Ronnie O'Sullivan gewann sein Erstrundenspiel bei der WM gegen Gary Wilson © Getty Images

München - Der fünfmalige Weltmeister Ronnie O'Sullivan liefert sich während des Saisonhöhepunktes eine Fehde mit dem Verband und spricht von Tyrannei. Der Boss schlägt zurück.

Snooker ist eigentlich als Gentleman-Sport bekannt.

Während der WM in Sheffield ist aber die Fehde von Superstar Ronnie O'Sullivan mit dem Weltverband das beherrschende Thema.

Der exzentrische O'Sullivan hatte nach seinem Sieg in der ersten Runde auf der Pressekonferenz Snooker-Boss Barry Hearn - unter anderem auch der Chef des Darts-Profiverbandes PDC - heftig attackiert und damit für einen Skandal in dem sonst so gediegenen Sport gesorgt.

"Ich habe Barry Hearn angerufen und ihm gesagt, dass ich mit ihm und seinem Verein durch bin. Ich glaube nicht, dass ich viel falsch gemacht habe. Ich lasse mich nicht tyrannisieren", wetterte der fünfmalige Weltmeister.

O'Sullivan sauer auf Snooker-Verband

Was war passiert? Bei seinem Sieg beim Masters im Januar hatte O'Sullivan öffentlich einen Schiedsrichter kritisiert und einen Photographen ziemlich unflätig angebrüllt.

Daraufhin schickte ihm der Weltverband einen Verwarnungsbrief. Würde er sich weiter so verhalten, könnten ihm Konsequenzen drohen, zum Beispiel eine Geldstrafe.

"The Rocket" fand das gar nicht witzig, auch weil ihn der Brief einen Tag vor seinem nächsten Turnier erreichte und ihn nach eigener Aussage komplett aus dem Rhythmus brachte.

Seitdem hat er bei fünf Turnieren nie mehr als ein Spiel gewonnen. "Die Wortwahl in diesen Briefen ist sehr einschüchternd, aber nicht mit mir. Das hat mir drei der letzten vier Turniere versaut. Wenn ich nicht so gute Anwälte hätte, würde ich aufhören. Denn ich bin zu alt für solche Dinge", sagte O'Sullivan.

Seit Januar gab er nur noch einsilbige Antworten, sang "Wonderwall" von Oasis oder antwortete auf Journalistenfragen wie ein Roboter aus Protest gegen den Verband.

Boss Hearn und Profis schlagen zurück

Offiziell ist Hearn für Disziplinarmaßnahmen nicht zuständig und kümmert sich nur um die weltweite Vermarktung, dennoch schlug er verbal zurück: "Ich nehme solche Anschuldigungen sehr ernst, aber sie sind komplett unbegründet und schaden meiner Reputation und der unseres Sports. Dagegen werden wir vorgehen."

Auch Ex-Weltmeister Shaun Murphy verurteilte O'Sullivans Anschuldigungen als "komplett falsch". Man könne nicht in einer Welt ohne Konsequenzen leben.

Am Donnerstag tritt O'Sullivan zu seinem Zweitrundenmatch bei der WM an - gegen Murphy.

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