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Das deutsche Fechten ist von einem möglichen Missbrauchs-Skandal erschüttert © Getty Images

Die Kommission, die die Vorfälle in Tauberbischofsheim aufklären soll, wird scharf kritisiert. Zwischen Mitgliedern und Beschuldigten soll es Verbindungen geben.

Die Kommission zur Aufklärung der Belästigungsvorwürfe am Fechtzentrum Tauberbischofsheim steht selbst in der Kritik. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll es zwischen Mitgliedern des Gremiums und den Beschuldigten am Fechtzentrum "private und finanzielle Verflechtungen" geben.

Laut Spiegel seien alle fünf Mitglieder der Taskforce vom Klub-Vorstand berufen worden, einige würden die Beschuldigten kennen, auch Montreal-Olympiasieger Matthias Behr, den Chef des Olympiastützpunkts (OSP).

"Die Personen der Taskforce und die möglichen Täter kommen aus demselben sozialen System, das widerspricht gängigen Standards bei der Aufklärung", sagte Ursula Enders, Leiterin der Opferberatungsstelle Zartbitter in Köln, und sprach von einer "Alibiaufklärung".

Die fünfköpfige Kommission war eingesetzt worden, nachdem Der Spiegel von Belästigungsvorwürfen gegen einen ehemaligen Trainer am Fechtzentrum berichtet hatte.

Mehrere Sportlerinnen am Fechtzentrum sollen zwischen 2003 und 2016 von dem Trainer belästigt worden sein, zudem sei Hinweisen nicht nachgegangen worden. Dem Trainer wurde inzwischen gekündigt. In dem Arbeitsgerichtsprozess sollen nun mehrere Sportlerinnen als Zeuginnen geladen werden.

Zusätzlich könnte es auch in der Politik zu Maßnahmen kommen. "Wir ziehen in Erwägung, die Förderung der Sportverbände künftig an die Einhaltung von Präventionsmaßnahmen zu koppeln, die dabei helfen sollen, sexuelle Gewalt in Vereinen zu verhindern", sagte Sportministerin Susanne Eisenmann, man befinde sich in der "Prüfungsphase".

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