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Bei der Rallye Deutschland war Jari-Matti Latvala noch auf Asphalt unterwegs
Bei der Rallye Deutschland war Jari-Matti Latvala noch auf Asphalt unterwegs © Volkswagen

In Down Under erwartet Volkwagen ein WM-Lauf mit einzigartigen Bedingungen - Besonders die Umstellung von Aspahlt auf Schotter bedarf etwas Probezeit

Achterbahnfahrt durch die Wälder von New South Wales und der Wechsel vom Asphalt- zurück in den Schotter-Modus - Volkswagen hat sich beim Shakedown der Rallye Australien auf den zehnten Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) eingestellt. Auf der 4,98 Kilometer langen Trainingsstrecke, die am Freitag in umgekehrter Fahrtrichtung einen Teil der Auftakt-Wertungsprüfung Hydes Creek bildet, waren Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila das schnellste Volkwagen-Duo.

Sie beendeten das Freie Training mit dem Polo R WRC auf Rang vier, knapp vor ihren Teamkollegen Sebastien Ogier/Julien Ingrassia auf Platz fünf. Andreas Mikkelsen/Ola Floene absolvierten den Shakedown mit der achtbesten Zeit. Die Plätze eins und zwei gingen an Kris Meeke und Mads Ostberg (Citroen), Position drei an Thierry Neuville (Hyundai). Interessantes Detail: Die ersten Zehn rangierten innerhalb von nur 4,4 Sekunden.

Trotz immer schneller werdender Strecke absolvierten die Volkswagen-Piloten nur jeweils drei Shakedown-Durchgänge in direkter Folge und schonten damit im Gegensatz zur Konkurrenz ihre Reifen. Pro Rallye, inklusive Shakedown, ist die Anzahl der Michelin-Wettbewerbsreifen limitiert.

Die Stimmen der Fahrer

"Die Prüfungen bei der Rallye Australien sind spektakulär, und die Landschaft ist einzigartig schön", meint Weltmeister Ogier. "Im letzten Jahr lief es für Julien und mich fantastisch, als wir 19 von 22 Wertungsprüfungen gewonnen haben. Das Auto hat sich beim Shakedown sehr gut angefühlt. Und auch wenn die Konkurrenz dieses Jahr insgesamt deutlich enger beieinander ist, beträgt mein Vorsprung auf Jari-Matti in der Fahrer-WM noch immer 44 Punkte. Dazu kommt, dass wir hier als Team für Volkswagen den WM-Titel in der Herstellerwertung holen können. Ich freue mich auf ein hoffentlich gutes Wochenende, das vor uns liegt."

Auch Latvala zeigt sich zuversichtlich: "Ehrlich gesagt gehe ich mit einem sehr positiven Gefühl in die Rallye Australien. Der Shakedown lief für uns sehr gut, ich mag die Strecken und die Landschaft rund um Coffs Harbour. Nachdem wir zuletzt in Deutschland auf Asphalt unterwegs waren, war es wichtig, sich schnell auf die Streckenbedingungen mit Schotter einzustellen. Mein Polo hat sich sehr gut angefühlt und ich bin hoch motiviert, hier wieder um den Sieg zu fahren. Unser Ausscheiden in Deutschland ist nicht vergessen, aber es ist verarbeitet. Wenn einem ein Fehler passiert, man aber daraus lernt, macht er einen nur stärker."

"Bei der Rallye Australien kommt es auf einen guten Aufschrieb an", meint hingegen Mikkelsen. "Denn hier geht es viel rauf und runter, es gibt viele blinde Ecken und fast überall unnachgiebige Bäume an den schmalen Wertungsprüfungen. Zudem steht der Umstieg von Asphalt auf Schotter an. Für mich ging es im Shakedown also darum, mich an diese speziellen Bedingungen zu gewöhnen und ein gutes Gefühl für den Polo zu bekommen. Bei den ersten beiden von drei Durchgängen habe ich mich nur darauf konzentriert. Jetzt ist der Rhythmus wieder da, ich fühle mich wohl und ich kann es kaum abwarten, dass es morgen richtig losgeht."

Volkswagen kann Hersteller-WM klarmachen

Jost Capito, Motorsport-Direktor von Volkswagen, stimmt dem zu: "Der Shakedown ist immer die perfekte Gelegenheit, Selbstvertrauen für die anstehende Rallye zu tanken und das richtige Gefühl für die jeweiligen Bedingungen zu bekommen. Wir haben hier in Australien viel vor und möchten womöglich frühzeitig den Gewinn der Herstellerweltmeisterschaft klarmachen. Die etwa fünf Kilometer heute haben gezeigt, dass alle Systeme perfekt laufen, und unsere Fahrer in guter Verfassung und voll fokussiert sind. Wir sind bereit."

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