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Mads stberg htte nichts gegen ein wenig nasse Piste einzuwenden

Für Citroen ist die Rallye Frankreich mehr als nur eine Rallye, doch ob man die Erfolge der Vorjahre wiederholen kann, ist mehr als fraglich

Für Citroen steht die wichtigste Rallye des Jahres an: Was für Volkswagen die Rallye Deutschland ist, ist für Citroen die Rallye Frankreich. Beim Heimspiel im Elsass ist die Marke besonders motiviert, den zweiten Platz in der Herstellerwertung vor M-Sport zu verteidigen. Acht Punkte Puffer hat man noch auf die Truppe von Hersteller Ford, doch vor allem gilt es für Citroen in Frankreich ein gutes Ergebnis einzufahren.

"Es ist ein besonders wichtiger Punkt für das Team, der weit über das Sportliche hinausgeht", unterstreicht Citroen-Motorsportchef Yves Matton. "Citroen ist Partner des gesamten Events. Die riesigen Fanmassen und der Enthusiasmus für die Rallye machen sie zu einem echten Höhepunkt von unserer Saison." Bislang war man beim Heimspiel immer recht erfolgreich: Nur einmal siegte kein Citroen im Elsass.

Die ersten drei Events nach dem Umzug von Korsika konnte man allesamt gewinnen. Zweimal war Sebastien Loeb hier erfolgreich, einmal siegte Namensvetter und Landsmann Sebastien Ogier, der den Lauf allerdings auch im vergangenen Jahr für sich entscheiden konnte - da jedoch für die Konkurrenz von Volkswagen. In dieser Saison könnte ein Triumph ebenfalls schwierig werden, denn noch wartet man bei Citroen auf den ersten Saisonsieg.

Östberg hofft auf Regen

Mads Östberg konnte bei der zweiten Asphalt-Rallye in Deutschland damit nicht dienen, doch mit Rang sechs holte er dort immerhin acht Punkte. Seine Performance in Trier hat seinem Selbstvertrauen für Asphalt-Rallyes noch einmal einen Schub verliehen, zudem liegen ihm die Etappen in Frankreich noch mehr, wie er sagt, weswegen er sich ein gutes Resultat ausrechnet: "Ich bin in allen vier Ausgaben der Frankreich-Rallye gefahren, seit man hierhergezogen ist. Die Etappen sind flüssig und schnell, es ist mein Lieblingsevent auf diesem Untergrund", erklärt er.

Besonders freuen würde er sich bei seinem Auftritt in Frankreich über Regen, der in den Bergen immer wie ein Damoklesschwert über dem Feld hängt: "Ich muss zugeben, dass es mir wirklich gefallen hat, als es im Regen sehr rutschig war. Es ist interessant, den Grip zu suchen, wenn die Straßen schlammiger werden." Zudem könnten die verbesserten Michelin-Reifen dann ein Vorteil sein: Während der Norweger bei Trockenheit kaum Unterschiede gespürt hat, boten die Reifen bei nasser und schlammiger Piste eine bessere Performance.

Für Teamkollege Kris Meeke geht es in Frankreich darum, seine aufsteigende Form der letzten Events zu bestätigen. In den vergangenen drei Events fuhr der Brite zweimal unter die Top 4. "Der Trend ist positiv", sagt Meeke. "Ich fühle mich mit dem DS3 WRC stärker und stärker. Ich vergleiche natürlich meine Zeiten mit anderen Fahrern, aber im Grunde versuche ich meine eigene Rallye zu fahren. Ich mache Fortschritte beim Speed und bleibe fokussiert auf die Ziele, die wir mit dem Team gesetzt haben."

Meeke will aufs Podium

In Frankreich hat Meeke allerdings ein schwieriges Wochenende vor sich, denn im Elsass war er erst ein einziges Mal unterwegs (2011). "Ich habe das meiste meiner Erfahrung während der vielen Testsession, die wir in dieser Region organisiert haben, gesammelt. Für die Etappen 2014 müssen wir einen neuen Aufschrieb machen, aber mit Paul (Nagle; Anm. d. Red.) beginnen wir uns langsam daran zu gewöhnen."

Doch trotz der ungünstigeren Vorzeichen plant Meeke erneut den Angriff auf das Podest: "Wir konnten schon in den vergangenen drei oder vier Rallyes mit den Spitzenleuten mithalten. Wir müssen einfach weitermachen und versuchen, den Kampf um die Spitze ein wenig durchzumischen. Ich weiß, dass wir auf das Podium fahren können. Es liegt an uns, dass wir bis zum Ende performen."

Für die Fahrer hält Frankreich jede Menge Herausforderungen bereit. Obwohl man nur rund 200 Kilometer von den Etappen der Deutschland-Rallye entfernt ist, ist der Charakter der Rallyes verschieden: "Jeder Event hat seine eigene Identität", sagt Chefingenieur Didier Clement. "Man könnte sagen, es ist irgendwas zwischen Deutschland und Spanien mit ein paar sehr schnellen Abschnitten auf geschwungenen, rennstreckentypischen Straßen und ein paar technischen Sektionen."

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