vergrößernverkleinern
Jari-Matti Latvala fhrt die Rallye Frankreich nach dem ersten Tag an

Weltmeister Sebastien Ogier in Problemen, doch Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen bescheren Volkswagen in Frankreich eine Doppelführung

Packendes Duell um die Führung, offener Kampf um die Fahrer-WM: Das Volkswagen-Duo Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila liegt bei der Rallye Frankreich nach dem ersten Drittel der Distanz vorn. Den engen Kampf um die Führung beim elften Saisonlauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) tragen die WM-Zweiten mit ihren Volkswagen-Teamkollegen Andreas Mikkelsen/Ola Floene aus. Nach 114,75 von insgesamt 303,63 Prüfungskilometern beträgt der Abstand zwischen Routinier und Youngster lediglich 8,2 Sekunden. Latvala und Mikkelsen setzten für Volkswagen am Freitag sämtliche Bestzeiten: Latvala vier Mal, Mikkelsen drei Mal.

Sebastien Ogier/Julien Ingrassia, die bei ihrem Heimspiel mit dem Polo R WRC ihren ersten Matchball im Kampf um die Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft haben, mussten am ersten Rallye-Tag mehrere Rückschläge hinnehmen. Kleine Ursache, große Wirkung: Wegen eines defekten Schaltsensors, der immer wieder die Zündung unterbrach, verloren die Führenden der Gesamtwertung bereits früh über vier Minuten.

Nachdem das Duo bei einer Zeitkontrolle versehentlich zu früh abstempelte, erhielten sie zusätzlich eine Sportstrafe von vier Minuten. Ogier/Ingrassia stehen vor den noch anstehenden elf Wertungsprüfungen und 188,88 Kilometern auf Zeit damit vor einer Herkulesaufgabe. Nur wenn sie in Frankreich sechs WM-Punkte mehr als ihre Volkswagen internen Konkurrenten Latvala/Anttila holen, können sie frühzeitig den Gewinn der Fahrer- und Beifahrer-WM feiern.

Latvala und Anttila sorgten mit der Bestzeit auf der dritten WP des Tages, "Pays de Salm", für ein Jubiläum des Polo R WRC: den 300. WP-Erfolg des World-Rally-Cars aus Wolfsburg. Seit dem Einstieg von Volkswagen in die Rallye-WM im Januar 2013 bei der Rallye Monte Carlo schlagen insgesamt 304 von 435 möglichen Prüfungssiege mit dem 315 PS starken Allradler zu Buche, 156 von 198 allein im Jahr 2014.

Stimmen nach dem ersten Tag der Rallye Frankreich

Sebastien Ogier: "Nachdem wir im vergangenen Jahr hier bei der Rallye Frankreich den glücklichsten Augenblick in unserer Karriere hatten, war der erste Tag heute eine ziemliche Enttäuschung. Vor allem den französischen Fans wollten Julien und ich an diesem Wochenende eine gute Show bieten."

"Aber ausgerechnet auf der längsten Prüfung hatten wir ein Problem mit einem defekten Schaltsensor, der uns vier Minuten gekostet hat. Und nachdem wir bei der Zeitkontrolle falsch gestempelt hatten, gab es nochmal vier Minuten oben drauf. Wenn es mal schief läuft, dann richtig. Aber wir sind ein Team - wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Jetzt wollen wir am Sonntag die drei Punkte in der Powerstage für die WM-Wertung gewinnen."

Jari-Matti Latvala: "Die heutigen Wertungsprüfungen würde ich gern noch zwei, dreimal fahren - sie machen einfach Spaß und ich genieße sie sehr. Die Herausforderung ist dennoch hoch. Auf dem vorwiegenden Teil herrscht viel Grip, aber es gibt auch rutschige Abschnitte, auf denen Dreck oder Gummiabrieb auf der Strecke liegt. Man muss also immer auf der Hut sein. Es sieht so aus, also ob ich wieder mit einem Teamkollegen um die Führung kämpfe."

"Allerdings muss ich diesmal auf den fliegenden Norweger achten. Großes Kompliment an Andreas Mikkelsen, der eine großartige Leistung zeigt. Leider hatte Sebastien Ogier heute viel Pech und ist deshalb dieses Mal nicht mein Gegner Nummer eins. Ich denke aber, dass es für die Zuschauer trotzdem spannend ist, denn auch Kris Meeke ist nicht weit weg."

Andreas Mikkelsen: "Es macht extrem großen Spaß, den Polo auf diesen wunderschönen und schnellen Wertungsprüfungen zu fahren. Ich genieße jeden Meter und habe mich auf Asphalt noch nie so wohl im Auto gefühlt. Natürlich möchte ich gern bis zum Schluss um meinen ersten Rallye-WM-Sieg kämpfen. Aber dafür gehe ich nicht das ultimative Risiko ein."

"Ohnehin ist es noch ein weiter Weg bis zur Zielrampe am Sonntag. Priorität Nummer eins ist, frühzeitig Platz drei in der Fahrer-WM zu sichern. Und da sieht es im Moment nicht schlecht für uns aus. Alles in allem hatte ich also einen fabelhaften ersten Tag bei der Rallye Frankreich und hätte nichts dagegen, wenn meine bisher saubere Fahrt so weitergehen würde."

Jost Capito, Volkswagen-Motorsport-Direktor: "Eine großartige Leistung unserer drei Volkswagen-Fahrer, doch leider hatten heute nicht alle das Glück der Tüchtigen. Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen liefern sich an der Spitze das Duell, dass wir uns zwischen zwei Volkswagen-Fahrern erhofft hatten und das wir mit Spannung verfolgen."

"Sebastien Ogier musste heute im Kampf um die WM allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen. Alle im Volkswagen-Team sind untröstlich, dass ausgerechnet ein kleiner Sensor ihn und Julien Ingrassia daran hindert, hier bei ihrem Heimspiel in Frankreich um den frühzeitigen Gewinn in der Fahrer- und Beifahrer-WM zu fahren. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich scheint, dass das noch gelingen kann - abschreiben würde ich die beiden noch nicht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel