vergrößernverkleinern
Sebastien Ogier verteidigte seine Fhrung bei der Rallye Spanien

Ogier/Ingrassia verteidigen Platz eins und 27,3 Sekunden Vorsprung - Latvala/Anttila verkürzen Rückstand mit vier Bestzeiten - Rückschlag bremst Mikkelsen/Floene ein

Das Duell der Drift-Giganten steht bei der Rallye Spanien vor dem großen Finale. Volkswagen geht mit einer komfortablen Doppelführung in die abschließenden 72,06 Kilometer des zwölften Saisonlaufs zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Sebastien Ogier/Julien Ingrassia verteidigten mit dem Polo R WRC ihren Vorsprung auf ihre direkten Konkurrenten um den Rallye-Sieg und WM-Titel, Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila.

Mit 1:4 Bestzeiten ging das Duell des Tages allerdings diesmal an die Herausforderer. Latvala/Anttila verkürzten den Abstand auf ihre Volkswagen-Teamkollegen um 9,3 auf 27,3 Sekunden. Dieses packende Duell geht am Sonntag damit im doppelten Sinn auf die Zielgerade: Liegt am Ende Ogier vor Latvala, entscheidet er die WM frühzeitig für sich. Hat Latvala die Nase vor Ogier, erzwingt er das große Finale bei der abschließenden Rallye Großbritannien in drei Wochen.

"Ein großartiger Tag erneut für Julien und mich", sagt Ogier. "Ich bin glücklich im Ziel zu sein, vor allem die letzten Kilometer auf der 50-Kilometer-Prüfung am Nachmittag waren extrem für die Reifen. Dazu hat Jari-Matti stark gepusht, so wie ich es erwartet hatte. Aber mein Ziel war es, den Vorsprung zu kontrollieren. Das hat perfekt geklappt. Jetzt gilt die volle Konzentration dem Schlusstag, damit wir unseren Traum vom vergangenen Jahr wiederholen können. Dafür werden wir alles geben."

"Ich habe heute den ganzen Tag versucht, Druck auf Sebastien auszuüben. Das ist mir gelungen. Und es ist das einzige, auf das es in Hinblick auf die Weltmeisterschaft ankommt", meint Latvala. "Nach wie vor ist es der Plan, die WM bis zum Finale offen zu halten. Auch wenn es so aussieht, als sei der Abstand im Moment zu groß, um hier um den Sieg zu fahren. Aber morgen stehen noch einmal 72 Kilometer auf dem Programm, und es ist bis zur Ziellinie immer noch alles drin. Der Polo war heute fantastisch zu fahren und vor allem die Prüfung 'Colldejou' habe ich sehr genossen."

Rückschlag für Mikkelsen

Einen Rückschlag erlebten Andreas Mikkelsen/Ola Floene im dritten Polo R WRC. Mitten in einem spannenden Duell mit Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (M-Sport-Ford) um Platz drei in der Gesamtwertung bremste sie ein Reifenschaden. Bei besonders heißen Bedingungen bedeutete das kurz vor dem Ende der längsten WP der Rallye Spanien, die exakt 50 Kilometer lange "Escaladei", einen zeitraubenden Reifenwechsel. Der kostete dem Duo etwa zwei Minuten und 15 Sekunden. Mikkelsen/Floene fielen daraufhin auf Platz sieben im Gesamtklassement zurück.

"Das war heute nicht ganz mein Tag", sagt der Norweger. "Auf den Wertungsprüfungen am Morgen habe ich mir mit Mikko ein Fernduell um Platz drei geliefert, hatte aber mit viel Untersteuern zu kämpfen. Auf der 50-Kilometer-Prüfung habe ich mich kurz vor Ende gedreht, weil ich zu viel attackiert habe - mein Fehler. Am Nachmittag hatte ich in der gleichen WP obendrein einen Reifenschaden. Erst kamen die Vibrationen, dann der Plattfuß. Wir mussten das Rad auf der WP wechseln und haben so über zwei Minuten verloren. Das war einfach Pech, aber wie auch immer: Wir versuchen, den Rest der Rallye das Fahren maximal zu genießen und uns die Prüfungen für kommendes Jahr einzuprägen."

"Warum das Duell Ogier gegen Latvala uns schon die ganze Saison in Atem hält, hat man heute wieder verfolgen dürfen", meint Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito. "Sebastien hat heute eine, Jari-Matti vier Bestzeiten geholt. Insgesamt waren sie eine Liga für sich. Sebastien fährt clever und kontrolliert den Zeitabstand zu Jari-Matti. Auf der anderen Seite hat Jari-Matti heute den Druck hochgehalten, noch lange nicht aufgegeben und uns allen damit morgen einen packenden Rallye-Sonntag beschert."

50. "Dreier" für den Polo R WRC

"Ein kleiner Fehler von Sebastien - und Jari-Matti ist wieder im Geschäft. Keiner von beiden wird nachlassen. Leider hatte Andreas Mikkelsen heute mit seinem Reifenschaden etwas Pech. Er war drauf und dran, Platz drei in der Gesamtwertung anzugreifen und lag nur wenige Sekunden zurück auf Platz vier. Auch wenn es heute für ihn nicht optimal gelaufen ist: An seiner fahrerischen Leistung gibt es nichts auszusetzen", so Capito.

Und da waren dann noch... Zahlen, Zahlen, Zahlen. Latvalas Bestzeit auf der ersten Wertungsprüfung des Rallye-Freitags in Spanien bildete seine 100. mit dem Polo R WRC. Die abschließende Bestzeit von Andreas Mikkelsen zusammen mit Platz zwei von Latvala und Rang drei von Sebastien Ogier bildete den 50. Dreifach-Erfolg des World-Rally-Cars aus Wolfsburg in Sonderprüfungen. Für Volkswagen schlagen anno 2014 bereits 175 WP-Siege in 222 WPs seit dem Beginn der Saison bei der Rallye Monte Carlo Anfang Januar zu Buche. Insgesamt sind es 323 Bestzeiten in 459 Versuchen.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel