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Standesgem zu Titel Nummer zwei: Sebastien Ogier siegt in Spanien

Mit einem Sieg bei der Rallye Spanien gewinnt Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier am Sonntag vorzeitig seinen zweiten Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft

Das Unternehmen Titelverteidigung ist gelungen! Sebastien Ogier und Julien Ingrassia (Volkswagen) gewannen am Sonntag die Rallye Spanien und stehen damit vor der letzten Saisonrallye in Großbritannien als Fahrer- beziehungsweise Beifahrer-Weltmeister der Saison 2014 fest. Damit verteidigten die beiden Franzosen ihre Titel aus dem Vorjahr. Der Herstellertitel hatte sich Volkswagen bereits bei der Rallye Australien gesichert.

"Es war ein fantastisches Wochenende voller Emotionen, aber auch sehr anstrengend", jubelt der nun zweimalige Weltmeister. "Ich bin so glücklich, das Auto war fantastisch. Großes Dankeschön an Volkswagen." Im Ziel fielen sich Ogier und Ingrassia in die Arme und feierten ihre zweite Weltmeisterschaft überschwänglich.

Die Ausgangslage vor der Rallye Spanien war klar: Ogier musste nur einen Punkt mehr als Latvala holen, um zum zweiten Mal Weltmeister zu werden. Nachdem er sich am Freitag einen Vorsprung herausgefahren hatte, kontrollierte der Franzose an den folgenden Tagen das Tempo. Mit einem Vorsprung von 27,3 Sekunden auf Latvala ging Ogier in den Schlusstag .

Latvalas Angriff kommt zu spät

Der Finne, der sich den Rückstand am Freitag auf Schotter eingefangen hatte, blies am Schlusstag zwar noch einmal zum Angriff und gewann die letzten vier Wertungsprüfungen der Rallye, fing seinen Teamkollegen aber nicht mehr ab und musste sich mit Platz zwei in der Rallye und in der WM zufrieden geben. "Ich habe noch einmal alles gegeben, aber am Ende war es nicht genug. Nächstes Jahr werde ich 30, vielleicht bin ich dann auf dem gleichen Level", sagt Latvala.

Auch der Sieg bei der abschließenden Powerstage und die damit verbundenen drei Zusatzpunkte reichten nicht aus, um Latvalas Titelchancen bis zum Finale in Großbritannien (13. bis 16. November) aufrecht zu erhalten. Im Ziel hatte er 11,3 Sekunden Rückstand auf Ogier. Zweiter wurde bei der Powerstage Kris Meeke (Citroen), der dritte Zusatzpunkt ging an Andreas Mikkelsen (Volkswagen).

Im Schatten des WM-Duells der beiden Volkswagen-Stars fuhr Mikko Hirvonen (Ford) eine seiner besten Rallyes seit der Rückkehr zu M-Sport. Vor allem auf dem von ihm eigentlich ungeliebten Asphalt zeigte der Finne eine starke Leistung und fuhr als Dritter (+1:42.2 Minuten) zum ersten Mal seit der Rallye Portugal wieder auf das Podium. "Das fühlt sich gut an. Es ist lange her, dass wir auf dem Podium standen", sagt er. "Endlich wieder ein gutes Resultat, das ist großartig für das gesamte Team."

Fehler kostet Mikkelsen Platz sechs

Zufrieden war auch Mads Östberg (Citroen) mit Platz vier (+2:13.3). Wie Hirvonen haderte auch der Norweger bei der einzigen WRC-Rallye, die auf unterschiedlichen Untergründen gefahren wird, vor allem mit seiner Leistung auf seinem Lieblingsbelag Schotter. "Das war ein sehr gutes Wochenende. Wir hatten auf Schotter ein paar Probleme, dafür war es von einigen Ausnahmen abgesehen auf Asphalt recht gut."

Mit Platz fünf (+2:22.2) war Lokalmatador Dani Sordo (Hyundai) nicht restlos zufrieden. "Ich habe wirklich, wirklich Druck gemacht. Ich habe mein Bestes gegeben, aber es war nicht gut genug", meint der Spanier. "Wir müssen weitere Fortschritte machen, wenn wir mit diesem Auto gewinnen wollen. Für den Moment, müssen wir damit zufrieden sein."

Spannend war bis zum Schluss der Kampf um Platz sechs zwischen Thierry Neuville (Hyundai) und Mikkelsen. Auf der Strecke entschied der Norweger das Duell (und die Wette um ein Abendessen) für sich, allerdings leistete sich der Volkswagen-Pilot vor der Powerstage einen unnötigen Fehler. Mikkelsen checkte eine Minute zu spät ein und kassierte damit eine Strafzeit von zehn Sekunden, die ihn letztlich Platz sechs kostete.

WRC2-Sieg für Al-Attiyah

"Es gab keinen Grund dafür. Manchmal mache ich Fehler, manchmal Ola (Floene, Beifahrer; Anm. d. Red.). Jeder kann Fehler machen, da ist menschlich", zuckt Mikkelsen im Ziel mit den Schultern. "Ich weiß nicht, warum er zu spät eingechekt hat", wundert sich Neuville. "Das hat mich am Anfang etwas verwirrt. Der sechste Platz ist eine tolle Belohnung für das Team, das hier tolle Arbeit geleistet hat. Jetzt müssen wir weiter am Auto und an der Balance arbeiten."

Martin Prokop (Ford), Hayden Paddon (Hyundai) und Nassar Al-Attiyah (Ford Fiesta RRC) komplettieren die Top10. Der Katarer gewann damit auch die Wertung der WRC2. Im Ziel hatte er knapp 35 Sekunden Vorsprung auf Julien Maurin, Dritter der "zweiten Liga" wurde Robert Barrable (beide Ford Fiesta R5).

Gynkama-Star Ken Block (Ford) zeigte bei seiner Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft eine solide Leistung und beendete die Rallye auf Gesamtrang zwölf. Robert Kubica, der am Samstag nach einem Unfall ausgeschieden war, ging heute unter Rallye2-Regel an den Start und kam auf Rang 17 ins Ziel.

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