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Sebastien Ogier fhrt in Wales seinem nchsten Sieg entgegen

Statt einem packenden Zweikampf gibt es für Volkswagen eine Show von Sebastien Ogier zu erleben - Latvala wirft gute Position weg

One-Man-Show statt Super-Duell: Das Volkswagen-Duo Sebastien Ogier/Julien Ingrassia führt nach dem zweiten von drei Tagen die Rallye-Großbritannien mit deutlichem Vorsprung an. Die alten und neuen Weltmeister teilten ihren Vorsprung von rund einer Minute beim Finale der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) clever ein, nachdem ihre Teamkollegen einen Rückschlag hinnehmen mussten.

Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila rutschen bei dem Versuch, den minimalen Rückstand auf Ogier/Ingrassia wettzumachen von der Strecke und verloren etwa drei Minuten. Sie fielen von Platz zwei auf Rang zehn zurück, machten aber anschließend zwei Positionen gut. Ogier/Ingrassia führen den Klassiker in Wales vor den abschließenden 46,12 Kilometern am Sonntag mit 58,1 Sekunden vor Mikko Hirvonen (M-Sport) und Kris Meeke (Citroen) an.

Das schnellste Duo des Tages waren allerdings Andreas Mikkelsen/Ola Flöne im dritten Polo R WRC. Sie kehrten nach ihrem Ausrutscher am Vortag unter Rallye-2-Reglement in den Wettbewerb zurück, absolvierten fünf der neun Wertungsprüfungen des Tages mit Bestzeit, die verbleibenden vier als Zweitplatzierte. 14 der 17 WPs gingen damit in Wales bisher an Volkswagen.

Stimmen nach dem zweiten Tag:

Sebastien Ogier: "Für Julien und mich hat nach der ersten Prüfung des Tages eine neue Rallye begonnen. Nachdem wir gesehen haben, dass mein Teamkollege Jari-Matti von der Strecke gerutscht war, sind wir nicht mehr das volle Risiko eingegangen. Unser Ziel ist jetzt, den Vorsprung von knapp einer Minute bis ins Ziel zu kontrollieren und mit Volkswagen den Rekord von zwölf Siegen in einer Saison aufzustellen. Klar, der Vorsprung ist komfortabel, aber bei der Rallye in Wales kann man sich nie sicher sein. Dafür sind die Bedingungen zu schwierig. Und mir tut es leid für die Fans, dass wir den aufregenden Zweikampf mit Jari-Matti nicht bis Sonntag zeigen können."

Jari-Matti Latvala: "Der Tag lief natürlich nicht wie geplant. Ich wollte heute Morgen weiter angreifen, um den Kampf um den Sieg offen zu halten. Aber schon auf der ersten Prüfung habe ich leider einen Bremspunkt verpasst und bin von der Strecke gerutscht. Vielen Dank an die Fans, die uns geholfen haben, aus dem Graben wieder herauszukommen, ansonsten wäre es ganz vorbei gewesen. Ohne Heckflügel war es schwierig, das Auto am Limit zu bewegen und es fiel mir nicht leicht, einen Rhythmus zu finden. Aber zum Schluss lief es wieder gut. Am Sonntag werde ich versuchen, mit einem guten Gefühl für die wirklich rutschigen Prüfungen noch ein paar Bestzeiten zu setzen."

Andreas Mikkelsen: "Den zweiten Tag bei der Rallye Großbritannien habe ich mehr genossen als den ersten, soviel steht fest. Wir haben heute fünf Bestzeiten erzielt und waren ansonsten stets mindestens Zweitschnellste. Der Polo fuhr sich großartig und die Wertungsprüfungen haben viel Spaß gemacht. Schade, dass wir gestern unseren Ausrutscher hatten - wer weiß, was ansonsten für uns drin gewesen wäre. Leider hatten wir heute auch ein Problem mit der Gegensprechanlage. Dafür, dass wir uns am gesamten Nachmittag schwer verständigen konnten, lief es am Ende ganz gut. Auch morgen gilt: Wir wollen uns die Wertungsprüfungen für die kommende Saison einprägen und noch ein bisschen Spaß haben."

Jost Capito: "Der Samstag war ein typischer Tag für die Rallye Großbritannien. Die extrem schwierigen Bedingungen hier in den Wäldern von Wales sorgen stets für großes Drama. Das hat heute Jari-Matti Latvala zu spüren bekommen. Er wollte den Druck auf Sebastien Ogier erhöhen und ist dabei von der Strecke gerutscht. Daraufhin war Sebastien in der Situation, seinen Vorsprung verwalten zu können. Das hat er clever gemacht. Andreas Mikkelsen hatte heute ein starkes Comeback mit herausragenden WP-Zeiten. Alles in allem ein ereignisreicher Tag für die Rallye-WM und für uns als Team. Das zeigt uns: Wenn wir morgen den Sieg feiern wollen, müssen wir bis zum Schluss auf der Hut sein. Ich denke, dass die Sinne dafür bei Team und Fahrern geschärft sind."

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