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Mini-Team-Manager Sven Quandt wirft den französischen Teams bei der Rallye Dakar Wettbewerbsverzerrung vor © Getty Images

Vier Etappensiege, drei Siegkandidaten, ein Vorwurf: Franzosen haben sich bei der 39. Rallye Dakar auf fragwürdige Weise Vorteile verschafft und der ersten Woche der Motorsport-Veranstaltung auch deshalb ihren Stempel aufgedrückt.

Nach der Absage der sechsten Etappe wegen starker Regenfälle am Samstag nimmt Peugeot eine Dreierführung mit drei französischen Fahrern auf die verbleibenden sechs Etappen. Mini-Teamchef Sven Quandt ist nicht überrascht.

Aller Voraussicht nach werden der Vorjahressieger und führende Stéphane Peterhansel, der neunmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb (1:09 Minuten zurück) und der fünfmalige Dakar-Champion auf dem Motorrad, Cyril Despres (4:54 Minuten zurück), den Dakar-Sieg unter sich ausmachen. Sie alle sind aus Frankreich.

Von den hoch gehandelten Toyotas kann einzig der Spanier Nani Roma mithalten, dem im vergangenen Jahr beim Abschied von Mini mit dem deutschen Team X-raid keine Steine in den Weg gelegt worden waren. Die Minis anno 2017 spielen nur die zweite Geige.

Dennoch ist Quandt weitgehend zufrieden. Die ersten Tage waren "besser, als ich es erwarten konnte", sagte er. "Wir haben nicht gedacht, dass wir mit zwei Autos so weit vorne mit dabei sind." Der Finne Mikko Hirvonen und sein französischer Beifahrer Michel Périn belegen als bestes Mini-Duo nach einem Navigationsfehler auf der fünften Etappe mit beachtlichen 42:21 Minuten Rückstand Rang fünf. Dort taten sich auch viele andere Autos schwer – außer Peugeot und Roma.

Quandt wirft Wettbewerbsverzerrung vor

Dies stößt Quandt übel auf. "Alles geht über Informationen, wahrscheinlich haben sie bessere Informationen gehabt", meinte der frühere Dakar-Teilnehmer und wirft Peugeot einen Wettbewerbsvorteil vor: "Wenn ich Ex-Leute von der ASO im Team habe, die zuletzt die Streckenbücher gemacht haben, dann sollten sie sich nicht verfahren." Mitarbeiter für viel Geld vom französischen Veranstalter abzuwerben, gehöre sich nicht. Rumms!

Dafür, dass einer der zwischen 2012 und 2015 stets siegreichen Minis noch aufs Podest klettert, müssten sich die Topfahrzeuge verfahren oder ähnlich wie die früheren Sieger Carlos Sainz aus Spanien (Peugeot) oder Nasser Al-Attiyah aus Katar (Toyota) ausfallen.

"So wie sich die diesjährige Dakar bisher entwickelt hat, könnten wir das nächste Team sein, das in Schwierigkeiten gerät. Bislang hat es an jedem Tag ein Drama gegeben", meint Peugeot-Sportchef Bruno Famin.

Deutsche Piloten außen vor

"Abgerechnet wird erst in Buenos Aires", gibt sich Quandt trotz allem kämpferisch: "Das Problem wird sein, dass möglicherweise noch mehr Wertungsprüfungen gekürzt oder komplett gecancelt werden." Auch am Abend der geplanten sechsten Etappe hatte es in Bolivien heftig geregnet. Die Vorhersagen machen zudem wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Wetterbesserung.

Das Rennen an der Spitze bleibt offen. Nach den ersten fünf Etappen wechselte die Führung gleich viermal. Deutsche Piloten werden mit dem Dakar-Sieg allerdings wohl nichts zu tun haben. Andreas Schulz liegt als Beifahrer des Argentiniers Orlando Terranova auf Platz sieben (1:04:49 Stunden zurück), bester Fahrer ist Stephan Schott (beide Mini, 3:30:33 Stunden zurück) auf Platz 17.

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