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Mick Schumacher und sein neuer Bolide
Mick Schumacher startet in der neuen ADAC Formel 4 für das Team Van Amersfoort Racing © Van Amersfoort Racing

München - Die ADAC Formel 4 soll das neue Sprungbrett zur Königsklasse werden. Mick Schumacher ist als Kart-Vizeweltmeister dabei. SPORT1 erklärt die neue Serie.

Ihr Zugpferd hat die mit Spannung erwartete Nachwuchsserie schon einmal.

Mick Schumacher wird bei der Premierensaison der ADAC Formel 4 für das niederländische Team Van Amersfoort Racing dabei sein.

Mit dann gerade einmal 16 Jahren wird der Sohn des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher ins Lenkrad greifen und den nächsten Schritt in Richtung einer möglichen Motorsportkarriere machen.

"Mit der ADAC Formel 4 schaffen wir eine zeitgemäße Plattform für den Formelnachwuchs in Deutschland. Somit gibt es einen durchgängigen Weg für die Talente von der Formel 4 über die Formel 3 bis hin zur Formel 1", sagt ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk.

Legende Berger entwickelt Formel 4

Aber wie nah ist die Formel 4 schon an der Königsklasse dran? Tatsächlich sollen hier die Formel-1-Stars der Zukunft aus den besten Kart-Talenten der Welt herausgefiltert werden und sich zum ersten Mal in Formel-Boliden bewähren.

So stellt es sich die österreichische Rennfahrer-Legende Gerhard Berger vor, der die Serie im Auftrag des Automobil-Weltverbandes FIA entwickelte.

"Es ist wichtig, dass man Autos baut, mit denen 15-Jährige fahren können. In dem Alter muss man richtige Rennautos fahren lernen", erklärt Berger.

Lob für Mick Schumacher

Die Piloten - allesamt zwischen 15 und 17 Jahren - starten in einheitlichen Fahrzeugen mit "nur" 160 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Das ist noch ein gewaltiger Unterschied zur Formel 1 mit 750 Pferdestärken und Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h - im Vergleich zum Kart (max. 45 PS, ca. 150 km/h) ist es jedoch eine völlig andere Welt.

Schumacher gilt als aktueller Kart-Vizeweltmeister als Kandidat für Topplatzierungen. Aufgrund der identischen Technik dürfte die neue Talentschmiede ein Stahlbad mit harten Zweikämpfen werden.

"Wir haben bei Testfahrten seine Fähigkeiten beobachtet und wir freuen uns auf eine erfolgreiche Saison", sagt Teambesitzer Frits van Amersfoort.

100.000 Euro für ein Cockpit

Der Niederländer hat unter anderem auch den 17-jährigen Max Verstappen gefördert, der 2015 in der Formel 1 debütiert. Dessen Vater Jos war einst F1-Teamkollege von Michael Schumacher.

"In der Formel 4 müssen sich die Jungs ihre Lorbeeren verdienen", betont Berger in der "Bild". Ganz billig ist das Vergnügen allerdings nicht. Nach Informationen des Blattes kostet auch Schumacher sein Cockpit 100.000 Euro pro Saison.

Schließlich wird mit modernen Carbon-Rennern gefahren. Ganz wie in der Formel 1 liefert der italienische Gigant Pirelli die Reifen. Dennoch ist die nationale Serie deutlich günstiger, als im Kart-Zirkus durch die ganze Welt zu reisen.

SPORT1 überträgt LIVE

Entsprechend groß war der Andrang. Im November hatten sich bereits 20 Teams eingeschrieben, darunter auch das Team des zweimaligen DTM-Champions Timo Scheider.

Das Programm wird die Nachwuchstalente hart fordern. An insgesamt acht Rennwochenenden finden drei Rennen, zwei Trainings und ein Qualifying statt.

Ab dem Saisonauftakt am 25. und 26. April 2015 in Oschersleben zeigt SPORT1 alle Rennen der ADAC Formel 4 Serie (Sa. und So. ab 11.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) beziehungsweise des ADAC GT Masters (So., ab 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1.)

Vorsprung vor dem Vater

Diese Erfahrungen werden Schumacher und Co. im noch sehr jungen Alter immens weiterbringen. Zum Vergleich: Schumacher senior wechselte seinerzeit erst mit 19 Jahren vom Kart in die damalige Formel König. Auch die heutigen Superstars Sebastian Vettel und Nico Rosberg durchliefen verschiedene ADAC-Klassen.

Michael Schumacher im Kart
Als 18-Jähriger fuhr Michael Schumacher noch in einer Kart-Serie © Imago

Sollte sich Schumacher bewähren, wäre der nächste logische Schritt dann die Formel 3, die auch technisch und mit internationaler Konkurrenz den klassischen Unterbau der Königsklasse darstellt. So schaffte es zuletzt beispielsweise der Russe Daniil Kvyat bis zum Red-Bull-Nachfolger Vettels.

"Mick hat den Fleiß und Ehrgeiz von Vater und Mutter geerbt. Wenn man sich mit ihm unterhält, merkt man, dass er schon jetzt ein tiefes Verständnis von der Materie hat", lobt Berger. Als Reaktion auf den Fall Verstappen setzte die FIA allerdings das Einstiegsalter auf 18 Jahre fest.

Der Weg in die Formel 1 ist also auch für einen Schumacher extrem steinig, die Formel 4 verspricht aber, das ideale Sprungbrett zu werden.

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