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Mick Schumacher (r.) schottet sich im Fahrerlager weitgehend ab
Mick Schumacher (r.) schottet sich im Fahrerlager weitgehend ab © SPORT1

Oschersleben - Mick Schumacher ist einem unglaublichen Hype ausgesetzt. Konkurrent Marvin Dienst erklärt bei SPORT1, dass Schumacher junior nicht nur die Medien meidet.

Am frühen Morgen sah es beinahe so aus, als hätte die Öffentlichkeit ihr Interesse an Mick Schumacher verloren. Als hätte der Hype um ihn ein frühzeitiges Ende.

Nicht mal eine Handvoll Menschen tummelten sich vor dem Zelt seines niederländischen Rennstalls Van Amersfoort Racing. Doch wenig später war diese Illusion bereits Geschichte.

Nach dem Öffnen der offiziellen Eingänge dauerte es nicht lange und es war bereits aus großer Entfernung zu sehen, wo sich am gesamten Wochenende der Mittelpunkt des medialen und öffentlichen Interesses befinden wird.

Hype ungebremst

Dabei ging es allen Anwesenden nur um eines: Einen Blick auf den Sohn der Formel-1-Legende Michael Schumacher zu erhaschen, der schon ob seines Namens als eines der größten Versprechen für die Zukunft des deutschen Motorsports gilt.

"Es ist nach wie vor unglaublich, was auf ihn einprasselt, aber er geht super damit um", erklärte Managerin Sabine Kehm beim Saisonauftakt der ADAC Formel 4 in Oschersleben.

Sportlich überzeugend

Einen ersten Beweis, dass er dieser sportlichen Erwartungshaltung möglicherweise sogar gerecht werden kann, lieferte er am ersten Tag in der Motorsport Arena.

Nachdem er im ersten Freien Training auf Rang fünf gefahren war, legte er wenig später mit Rang vier und damit seiner bis dato besten Leistung überhaupt nach.

Doch am späten Nachmittag folgte die Ernüchterung. Platz 19 im Qualifying - und damit eine mehr als mäßige Ausgangsposition für das erste Rennen (ab 11.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) auf der großen Bühne.

"Wir hatten uns schon etwas mehr erhofft", gab Teamchef Frits van Amersfoort zu, "aber das Training ist nun mal kein Qualifying."

Druck zu groß?

War der Druck am Ende doch zu groß? Hat ihn die Angst, vor dem morgigen Rennen mit einem Startplatz ganz vorne noch mehr im Mittelpunkt zu stehen, gelähmt? Oder war Schumacher als Rookie im ersten Formel-Qualifying seiner Karriere schlicht nicht abgezockt genug, ein logischer Rückschlag also auf dem Weg nach vorne?

All das lässt sich nicht beantworten so lange Schumacher schweigt. Ein Schweigen, das zu seinem eigenen Schutz dient. 

"Will nicht in seiner Haut stecken"

"Ich will ehrlich gesagt nicht in seiner Haut stecken", sagt Marvin Dienst, der selbst zu den großen Favoriten auf den Titel der Formel 4 zählt, im Gespräch mit SPORT1 und fügt hinzu: "Er hat es echt nicht leicht als Sohn des großen Michael Schumacher."

Während seine Kollegen in den Pausen beim Seilspringen entspannen, auf dem Fahrrad ein paar Runden durchs Fahrerlager drehen und den Tag gemeinsam an der Strecke ausklingen lassen, schottet Mick Schumacher sich ab - nicht nur von den Medien.

"Mit ihm selbst habe ich noch gar keinen Kontakt gehabt, ich habe ihn höchstens mal am Wohnwagen vorbeihuschen sehen. Selbst an den Testtagen habe ich ihn nie gesehen", erklärt Dienst, der aber auch einräumt: "Bei dem, was um ihn herum los ist, kann man ihm aber auch nicht verübeln, dass er sich versucht zurückzuziehen."

Doppelte Herausforderung

Die Aussagen von Dienst machen deutlich: Der 16 Jahre alte Schumacher, der im Fokus steht wie kaum ein anderer in seinem Alter, hat auf dem Weg nach oben gleich zwei Päckchen zu tragen.

Zum einen die Last seines großen Erbes, zum anderen die sportlichen Herausforderungen auf dem Weg in eine mögliche Profi-Karriere im Motorsport.

Sollte es ihm gelingen, beides unter einen Hut zu bekommen, ist die Chance groß, dass er sein Versprechen einlöst.

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