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Michelle Halder und ihr Vorbild Sebastian Vettel im Ferrari © getty/ Halder

München - Jung, blond und ehrgeizig: Für Michelle Halder soll die ADAC Formel 4 nur Zwischenstation sein auf dem Weg zur Formel 1. Dafür nimmt sie viele Entbehrungen in Kauf.

An Selbstvertrauen mangelt es ihr nicht.

Die Formel 1, der Traum von Millionen junger Rennfahrer, soll für sie nicht nur ein Traum bleiben. Das ist "realistisch", sagt Michelle Halder bei SPORT1.

Und die Schülerin aus dem schwäbischen Meßkirch erklärt auch gleich, wie sie ihr Ziel erreichen will: "Es ist zwar sehr hart, da rein zu kommen. Aber wenn man daran glaubt und dafür kämpft und nie daran zweifelt, kann man es schaffen."

Sie sagt das so entschlossen, dass man ihr gerne die Zuversicht abnimmt und eigene Bedenken beiseite wischt. Irgendwann wird es schon wieder eine Frau in ein Formel-1-Cockpit schaffen. Warum also nicht dieses ehrgeizige 15-jährige Mädchen aus Meßkirch?    

Ins Fitnessstudio

Schließlich ordnet Halder bereits jetzt ihrem großen Ziel alles unter. Limonade ist für sie genauso tabu wie Schokolade und andere Süßigkeiten. Dafür geht sie mehrmals in der Woche ins Fitnessstudio.

Mit ihrer professionellen Einstellung hat sie es zumindest schon mal im Kartbereich zu beachtlichen Erfolgen gebracht - bis hin zum fünften Platz bei der Weltmeisterschaft.

Auf die Unterstützung eines eigenen Teams muss sie dabei bis heute verzichten. Rennsport bei den Halders, das ist ein Familienprojekt. Vater Helmut und Mutter Manuela sind zugleich ihre Manager.

Stolz auf den Bruder

Auch Bruder Mike haben die Eltern den Einstieg in eine Rennfahrerkarriere ermöglicht.

"Dem habe ich immer zugeschaut. Der ist ja sogar Weltmeister im Kartsport geworden und fährt jetzt im Porsche Carrera Cup", sagt Halder stolz.

Sie selbst möchte sich in diesem Jahr in der ADAC Formel 4 beweisen, die am kommenden Wochenende auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg in ihre zweite Runde geht (ab Samstag 14.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, auf SPORT1+ und im LIVESTREAM). Die Nachwuchsserie, deren Schirmherr ihr Vorbild Sebastian Vettel ist, wollen auch andere Piloten als Sprungbrett in die Formel 1 nutzen.

"Unter dem Helm sind alle gleich"

Dass die meisten von ihnen Jungs sind, ist für Halder keine neue Erfahrung. "Ich bin es vom Kartsport schon gewohnt. Unter dem Helm sind wir doch alle gleich. Da spielt es auch keine Rolle, ob da ein Mädchen drunter steckt oder ein Junge. Da kämpft jeder gegen jeden", sagt die Schwäbin, die zusammen mit Marylin Niederhauser und Carrie Schreiner ein weibliches Trio in der Formel 4 bildet.

Auch Mick Schumacher kennt sie schon aus gemeinsamen Kartzeiten. Der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher hat beim Saisonauftakt in Oschersleben vor einigen Wochen für großen Andrang rund um die Rennstrecke gesorgt.

"Es war schon vorauszusehen, dass viele wegen ihm kommen. Aber eigentlich ist er wie jeder andere", sagt Halder und lobt ihren Konkurrenten: "Sein Auftakt war richtig gut."

Tests auf dem Red Bull Ring

Während Schumacher bereits am ersten Rennwochenende einen Sieg feiern konnte, geht es für Halder zunächst erst einmal darum, sich für die Rennen überhaupt zu qualifizieren.

In Oschersleben ist sie noch knapp gescheitert. In Spielberg soll es jetzt aber klappen. Dafür war sie zuletzt schon einmal beim Testen auf dem Red Bull Ring.

Dass sie sich dafür zwei Tage frei nehmen konnte, war für den Teenager nicht selbstverständlich. Denn die Zehntklässlerin steckt gerade nicht nur im Prüfungsstress. Sie arbeitet nebenher auch noch in einer Druckerei. "Bei der habe ich mal ein Praktikum gemacht. Die haben momentan viel Arbeit und können mich gut gebrauchen", sagt Halder.

Zumindest aber der Schulstress ist bald vorbei. Dann kann sie sich wieder mehr auf die Formel 4 konzentrieren und weiter daran arbeiten, ihrem großen Ziel näher zu kommen.

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