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Klettwitz - Mick Schumacher zeigt am Lausitzring eine Reaktion auf den schwarzen Freitag. Doch alte Fehler kosten letztlich ein gutes Rennergebnis. Sein Teamchef hadert bei SPORT1.

Vom Lausitzring berichtet Martin Jahns

Es war kein leichter Anblick für Mick Schumacher.

Der silberglänzende Siegerpokal seines Teamkollegen Joey Mawson zierte schon die Garage bei Van Amersfoort Racing, als Schumacher wegen seiner Sperre für den ersten Lauf in der Lausitz noch Stunden auf seinen ersten Renneinsatz warten musste.

Viel Zeit für den 16-Jährigen, um über seine fatale Tempojagd unter Roter Flagge im Qualifying zu grübeln.

"Verdammt schweres Rennen für Mick"

"Das wird natürlich heute und auch morgen ein verdammt schweres Rennen für Mick", sagte sein Teamchef Frits van Amersfoort vor dem zweiten Rennen auf dem Eurospeedway bei SPORT1.

Schumacher müsse Charakter zeigen. "Das kann er auch. Das wissen wir", versicherte van Amersfoort: "Rennsport ist nicht immer nur gewinnen. Man muss auch verlieren können und das akzeptieren. Das gehört auch dazu".

Charaktertest statt Punktejagd also am Lausitzring. Und van Amersfoort ließ vor dem zweiten Rennen keinen Zweifel, dass Schumacher bestehen würde.

Schumacher erneut zu ungestüm

"Mick akzeptiert es, dass er etwas zu ehrgeizig war. Ich bin sicher, dass er daraus gelernt hat und dass so etwas nicht noch einmal passiert", war sich van Amersfoort nach der Disqualifikation zum ersten Rennen sicher.

Doch schon in der ersten Runde am Nachmittag strafte Schumacher seinen Teamchef Lügen: Er schoss über eine Rechtskurve hinaus ins Kiesbett und sortierte sich am Ende des Feldes wieder ein.

Wie schon im Qualifying und in Spa war es Schumacher selbst, der übereifrig die Chance auf Punkte wegwarf. "Ich weiß nicht, was da passiert ist", war van Amersfoort nach dem Rennen ratlos.

Schumacher besteht Charaktertest

Immerhin: Die folgende Aufholjagd Schumachers konnte ihn zufrieden stellen. Vom Ende des Feldes fuhr der Youngster noch auf Rang 16 vor.

Charaktertest also bestanden? "Ja, genau", sagte der erfahrene Niederländer, dem dennoch die Lust auf Lobeslieder fehlte: "Mehr kann man dazu nicht sagen."

Schließlich stand Schumacher unter dem Strich wieder mit leeren Händen da. In der Rookie-Wertung, in der er auf Rang fünf liegt, ist der Rückstand auf die Top 3 weiter gewachsen.

So dürfte auch der Anblick der eigenen Garage nach Rennen zwei in der Lausitz wenig tröstlich für Schumacher ausgefallen sein. Denn dort stand schon der nächste neue Pokal: Teamkollege Mawson hat mit Platz zwei wieder zugeschlagen.

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