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Luca Ludwig und Sebastian Asch
Luca Ludwig (l.) und Sebastian Asch bejubeln ihren Titel beim ADAC GT Masters © ADAC Motorsport

Luca Ludwig und Sebastian Asch, Gewinner des ADAC GT Masters 2015, sprechen im Interview über ihr Titeljahr, das Ende einer Durststrecke und die Reaktionen ihrer Väter.

Starker Auftakt und spannender Schluss: Das dienstälteste Duo im ADAC GT Masters, Luca Ludwig (26) und Sebastian Asch (29), hat im Mercedes-Benz SLS AMG aus dem Traditionsteam Zakspeed auf dem Weg zum Meistertitel die Saison in der "Liga der Supersportwagen" geprägt. 

Im Interview sprechen die beiden neuen Champions über die Reaktionen in den Wochen nach dem Titelgewinn, das Ende einer langen sportlichen Durststrecke und die Reaktionen ihrer Väter.

Frage: Wie waren die Reaktionen in den Wochen nach dem Titelgewinn?

Sebastian Asch: Der Jubel war natürlich groß, wir haben auch gut gefeiert. Wenn man die Meisterschaft gewinnt, realisiert man erst an der Anzahl der Gratulanten, wie viele Menschen die Serie verfolgen. Die Reaktionen aus meiner Region waren großartig und zu lesen, dass ich mit dem zweiten Titel Geschichte geschrieben habe, war ein tolles Gefühl. Mein erster Titel war vielleicht noch emotioneller, aber der zweite Titel ist eine tolle Bestätigung.
Luca Ludwig: Die Reaktionen waren überwältigend. Dabei war es spannender als geplant. Wir hatten mit einem klaren Durchmarsch gerechnet und wollten am Samstag schon den Titel holen. Nachdem wir am Samstag unseren einzigen Ausfall der Saison hinnehmen mussten, waren einige im Team schon etwas nervös. Wir mussten uns gegenseitig wieder aufbauen. Letztendlich haben wir die Situation gemeistert und das auch ausgiebig gefeiert. Das Medieninteresse war nach dem Titel sehr stark.

Frage: Welche sportlichen Ziele habt ihr euch vor der Saison gesetzt?

Asch: Der Anspruch ist in jedem Jahr, um den Titel zu fahren. Mit Zakspeed, dem Mercedes-Benz SLS AMG und Luca als Teamkollegen war das Paket gut. Natürlich gehört auch immer viel Glück dazu.
Ludwig: Das Ziel war klar, den Titel zu gewinnen. Für einen Rennfahrer kann nur das Ziel sein, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu fahren. Es war klar, dass ich mit Sebastian einen konstant schnellen Teamkollegen habe, der keine Fehler macht. Und auch menschlich waren wir ein starkes Team.

Frage: Der Titel, aber auch schon der erste Saisonsieg in Spa-Francorchamps, war für euch das Ende einer langen sportlichen Durststrecke. Wie habt ihr das wahrgenommen?

Asch: Die beiden Jahre nach meinem Titelgewinn 2012 waren sportlich nicht einfach, für mich war der Sieg in Spa-Francorchamps sehr wichtig um zu zeigen, dass wieder mit uns zu rechnen ist.
Ludwig: Der Sieg in Spa-Francorchamps war für mich einer der emotionalsten bisher. Es war nicht nur das Ende einer langen Durststrecke, sondern es war auch mein erstes Rennwochenende in Spa und die Bedingungen waren sehr schwierig. Auch in der Lausitz war es bei knapp 40 Grad nicht einfach. Beide Siege waren schön und haben uns viele Punkte gebracht. Den Titel haben wir mit diesen Siegen in der ersten Saisonhälfte gewonnen.

Frage: Zu welchem Zeitpunkt habt ihr realisiert, dass es mit dem Titel klappen kann?

Asch: Gerade in der sehr erfolgreichen ersten Saisonhälfte haben wir uns regelrecht in einen Rausch gefahren. Wir waren so erfolgsverwöhnt, dass wir uns immer selbst wieder auf den Boden bringen mussten.

Frage: In der zweiten Saisonhälfte wurde es dann aber nochmals etwas schwieriger für euch, seid ihr da nervös geworden?

Asch: Am Nürburgring gab es das Problem mit dem Gewicht. Das war ärgerlich, denn an dem Wochenende haben wir viele Punkte liegen gelassen. Sorgen hat uns das aber nicht gemacht, denn wir hatten auf jeder Strecke das Potenzial für gute Ergebnisse. Eigentlich hatte die zweite Saisonhälfte einen normalen Verlauf, in den ersten acht Rennen lief es einfach überdurchschnittlich gut.
Ludwig: Die erste Saisonhälfte lag deutlich über dem Durchschnitt. Dann haben wir am Nürburgring enttäuscht und in Sachsen waren wir einfach zu langsam. An allen anderen Wochenenden hat es gepasst. Wir haben immer auf die Tabellensituation geschaut, aber so richtig eng wurde es für uns eigentlich nicht.

Frage: Wie war die Reaktion von euren Vätern nach dem Titel?

Asch: Mein Vater war sehr erleichtert. Er lag nach einem Knochenbruch im Sommer längere Zeit im Krankenhaus und wurde erst am Montag vor dem Finale entlassen. Für ihn war es wichtig und es hat ihm guten Aufschwung gegeben.
Ludwig: Man hat ja im Fernsehen sehr gut sehen können, wie unsere Väter in der Box über die gesamte Saison immer mitgefiebert haben. Nach dem Titel war mein Vater natürlich sehr stolz.

Frage: Wie geht es nach dem Titel nun 2016 weiter?

Asch: Die Kombination hat in diesem Jahr gut gepasst. Ich fände es toll, so weiterzumachen. Doch momentan ist es für konkrete Aussagen noch deutlich zu früh. In jedem Fall wird es im kommenden Jahr im ADAC GT Masters wieder sehr spannend. Mit den vielen neuen Fahrzeugmodellen werden die Karten wieder neu gemischt.
Ludwig: Wir sind in der Planungsphase und gemeinsam in der gleichen Kombination den Titel in 2016 zu verteidigen, ist sicherlich eine von mehreren Optionen.

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