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Weil die ärgsten Konkurrenten patzen, reicht Wehrlein im vorletzten Rennen Platz acht, um vorzeitig den Titel in der DTM-Saison 2015 zu holen. Dabei schafft er Historisches.

Mercedes-Pilot Pascal Wehrlein ist mit 20 Jahren und 364 Tagen der mit Abstand jüngste Meister der DTM.

Dem Worndorfer genügte beim 17. und vorletzten Saisonlauf der Tourenwagenserie auf dem Hockenheimring der achte Platz zum Titelgewinn, weil seine Verfolger Edoardo Mortara (Italien/ausgeschieden) und Mattias Ekström (Schweden/Neunter) im Audi erneut einen schwarzen Tag erwischten.

"Jetzt fällt der ganze Druck, jetzt haben wir es als ganzes Team geschafft. Einfach Hammer", sagte Wehrlein der ARD. Noch auf der Ehrenrunde feierte er seinen Titel mit einem Donut. Das Team entrollte das Plakat "One Team. One Vision. One Champion".

Scheider beendet Durststrecke

Der Rennsieg ging an Ex-Meister Timo Scheider. Der Audi-Pilot, wegen seines Schubsers in der Funkaffäre von Spielberg zwischenzeitlich für zwei Rennen gesperrt, feierte seinen ersten Erfolg seit fünf Jahren. Auf den Plätzen folgen der Brite Jamie Green (Audi) und Pole-Setter Maxime Martin (Belgien/BMW).

Formel-1-Ersatzfahrer Wehrlein ist mit 169 Punkten von seinen Verfolgern Ekström (129) und Mortara (128) im letzten Saisonlauf am Sonntag an gleicher Stelle nicht mehr vom ersten Platz in der Fahrerwertung zu verdrängen (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Die drei Favoriten verpatzten geschlossen den Start. Während Wehrlein nach schwachem Qualifying ohnehin nur von Rang 13 außerhalb der Punkteränge ins Rennen gegangen war, musste der von neun gestartet Mortara bereits nach einer Runde in die Box.

Mortara beendet Rennen vorzeitig

Das Rennen des Italieners war endgültig gelaufen, als er nach einem Schubser gegen Timo Glock (BMW) mit einer Durchfahrtstrafe belegt wurde. Wenig später stellte er seinen Audi ab. "Ein Rennen zum komplett Vergessen", lautete Mortaras lapidarer Kommentar.

Auch der zweimalige Champion Ekström verlor seinen siebten Platz bereits beim Start. Die letzten Hoffnungen des Schweden auf die notwendige Podest-Platzierung wurde zerstört, als er in der dritten Runde ausgerechnet von Mercedes-Pilot Robert Wickens (Kanada) von der Strecke befördert wurde.

Gass: "Nicht mit so viel Hirn gefahren worden"

"Auf vielerlei Seiten ist nicht mit so viel Hirn gefahren worden. Für Wickens gegen Ekström habe ich gar kein Verständnis", sagte Audi-DTM-Leiter Dieter Gass und haderte mit dem verlorenen Titel: "Es ist wie eine Klammer für die ganze Saison: Wir haben hier wieder das schnellste Auto, aber die Meisterschaft geht an uns vorbei."

Bereits früh konnte Wehrlein damit ein kontrolliertes Rennen ohne großes Risiko fahren. Dennoch gelang es dem 20-Jährigen, sich vom 13. noch auf den achten Platz zu verbessern und zum 15. Mal im 17. Rennen in die Punkteränge zu fahren.

Wehrlein löst Paffett ab

Formel-1-Ersatzfahrer Wehrlein, der am Sonntag seinen 21. Geburtstag feiert, löste seinen Markenkollegen Gary Paffett als jüngsten Champion ab. Der Brite war im Jahr 2005 bei seinem Gesamtsieg 24 Jahre alt.

ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk würdigte Wehrlein als "Musterbeispiel für die funktionierende Nachwuchsarbeit im deutschen Motorsport."

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