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Beim Rennen am Sonntag landeten fünf BMW in den Top Ten © dpa Picture Alliance

Hockenheim - Der Saisonauftakt der DTM hat mit turbulenten und spannenden Rennen einiges zu bieten. Die Autos erweisen sich jedoch als fragil, das Nervenkostüm der Fahrer auch.

Timo Glock erwies sich als vorbildlicher Ehemann. 

Natürlich hatte der BMW-Pilot am Sonntagmorgen seiner Gattin Isabell einen Blumenstrauß zum Muttertag besorgt. Am Nachmittag legte er noch einen drauf: Der 34-Jährige brachte seiner besseren Hälfte und seinem Sohn Mika vom zweiten DTM-Saisonrennen in Hockenheim nach seinem zweiten Platz noch einen Pokal mit.

Für Glock nach einer längeren Durststrecke mal wieder ein sportlicher Erfolg. (Das Rennen im Ticker zum Nachlesen) 

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Das dachte er zumindest.

Am Abend wurde er von der Wertung des Rennens ausgeschlossen, sein Bolide verstieß gegen das Technische Reglement. Vom Regen in die Traufe - der Wirbel um Glocks BMW war der Abschluss eines turbulenten Saisonauftakts.

SPORT1 zieht nach dem Auftaktwochenende der DTM eine Bilanz:

Action:

Crashs, Blechschäden und Ausfälle en Masse: Turbulent und chaotisch war das Rennen am Samstag, ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Ein bisschen Testosteron, gepaart mit übergroßen Rennfahrer-Egos im Angriffsmodus, die gleich zum Auftakt ein Ausrufezeichen setzen und ihr Revier markieren wollten. Auch am Sonntag war der Unterhaltungs-Faktor hoch.

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Autos:

Der Nachteil des actionreichen Auftakts wurde dabei ganz offensichtlich. Bisweilen reichen schon etwas härtere Duelle aus, damit die Autos durch verlorene oder beschädigte Karosserieteile sofort unfahrbar werden. Was die Tatsache, dass die DTM ein Kontaktsport ist, ad absurdum führt.

"Die Autos halten den Lackaustausch nicht mehr aus. Das finde ich ätzend und frustrierend", sagte Mattias Ekström. Die fragilen Boliden sind eine Baustelle, die im Hinblick auf das neue Reglement 2017 behoben werden soll. Und muss.

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Fahrer:

Die Fetzen flogen allerdings nicht nur auf der Strecke. "Verdammtes Arschloch", "dummer Idiot" oder einfach nur "Idiot": Die Piloten ließen ihren Emotionen während und nach den Crash-Orgien freien Lauf und sorgten für die verbale Würze. Da gerieten sogar die beiden Freunde Gary Paffett und Ekström aneinander.

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Regeländerungen:

Über sie wurde am meisten diskutiert, vor allem über die Zugeständnisse an BMW. Nach dem ersten Wochenende ist aber klar, dass noch nicht viel klar ist. Welche Auswirkungen die Performance-Gewichte letztendlich haben werden, wird sich wohl erst bei den kommenden Veranstaltungen zeigen.

Das erste Rennen ließ nach dem Ausfall von einem Drittel des Feldes kaum Rückschlüsse zu, vor dem zweiten Lauf hatte sich Audi im Qualifying komplett verzockt. 

Meisterschaft:

Ist also BMW auf Augenhöhe? Hat Audi wie erwartet wieder das beste Auto? Oder hat Mercedes die Konkurrenz überholt? (SERVICE: Die Teamwertung der DTM)

Glock selbst ist ein gutes Beispiel, wie eng und umkämpft es in der Tourenwagenserie zugeht. Am Samstag war er selbst nach einem schwachen Startplatz ins Karambolagenchaos verwickelt, am Sonntag fuhr er aufs Podium, das er wenige Stunden später durch einen Verstoß gegen das Reglement wieder verlor. 

"Das ist die DTM: Es geht hoch und runter", meinte Glock. Weitere Beispiele gibt es zuhauf: Nach dem Auftaktsieg am Samstag fuhr Audi am Sonntag nur noch hinterher. Und nach einem durchwachsenen Samstag schafften es am Sonntag zwei BMW auf das Podium. Dafür holte sich Mercedes den Sieg.

Ein wechselhaftes Bild, das durch die Regeländerungen auch so gewollt ist. Auch wenn es manchmal schwer zu erklären ist: Im Idealfall kämpfen so gleich mehrere Fahrer bis zum Ende um den Titel.

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