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Timo Glock feierte in Spielberg den dritten Sieg seiner DTM-Karriere
Timo Glock feierte in Spielberg den dritten Sieg seiner DTM-Karriere © Imago

Timo Glock beschert BMW in Spielberg mit seinem Sieg im zweiten Rennen ein Wochenende nach Maß. Ekström fährt nach seinem Wutausbruch dank eines Kniffs aufs Podium.

Auf dem Dach seines leuchtend gelben Wagens riss Timo Glock die Arme in die Luft, fiel seinen Mechanikern jubelnd um den Hals und streichelte seinen BMW liebevoll.

Zwei Wochen nach der bitteren Enttäuschung und der Disqualifikation von Hockenheim hat der ehemalige Formel-1-Pilot auf dem Red Bull Ring in Spielberg (Alle Rennen der DTM im LIVESTREAM auf DTM.com und im LIVETICKER, Highlights aus Spielberg ab 22.30 Uhr im TV auf SPORT1) die passende Antwort geliefert und den dritten Sieg in seiner DTM-Karriere gefeiert.

Glock widmet Pokal seiner Frau

 "Der Pokal hier ist eine Entschädigung für meine Frau zu Hause. Eigentlich wollte ich ihr ja schon den aus Hockenheim zum Muttertag schenken", sagte der überglückliche Glock in der ARD: "Wir haben das ganze Wochenende schon alles richtig gemacht, die Strecke liegt uns einfach."

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Beim Saisonstart vor zwei Wochen in Hockenheim war Glock als Zweiter aufs Podium gefahren, anschließend wurde er jedoch aufgrund eines Verstoßes gegen das technische Reglement (Position des Heckdeckels) disqualifiziert.

"Regeln sind Regeln, aber wir werden zurückkommen", hatte Glock zu dem Vorfall gesagt - und seinen Worten in Österreich Taten folgen lassen.

Glock, der von Platz drei ins Rennen gestartet war, dominierte den vierten Saisonlauf und gewann souverän vor Mattias Ekström (Schweden) und Jamie Green (Großbritannien/beide Audi).

"Für mich ist er ein ganz klarer Titelkandidat. Er fährt konstant gut und schnell", sagte ARD-Experte Norbert Haug über Glock, der BMW damit ein perfektes Wochenende bescherte. Bereits am Samstag hatte Marco Wittmann (Markt Erlbach) den ersten Saisonsieg für die Münchner geholt.

Ekström mit Taktik-Coup aufs Podest

Ekström sorgte mit Platz zwei nach seinem Rennen zum Vergessen am Samstag doch noch für einen versöhnlichen Ausklang.

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Der DTM-Champion von 2004 und 2007 kam von Startplatz elf aus im Verlauf des Rennens immer besser in Schwung und schaffte es dank eines Taktik-Coups noch aufs Podium.

Während seine Konkurrenten vor allem zu Beginn der Boxenstopp-Phase zum Reifenwechsel kamen, blieb Ekström lange draußen, schob sich Sekunde um Sekunde an die Top-Plätze heran und reihte sich nach seinem Stopp in Runde 25 schließ auf Rang drei ein.

Die im Vergleich zu Markenkollege Green neueren Reifen ließen ihn kurz vor Schluss dann sogar noch auf Rang zwei klettern.

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"Manchmal fühlt sich Platz zwei wie ein Sieg an", sagte Ekström nach seiner Aufholjagd. "Heute ist so ein Tag. Das Rennen war super. Schade, dass wir hier im Qualifying nicht so gut waren, sonst wäre ein Traumwochenende möglich gewesen. Egal: Heute war es toller Sport und ich freue mich für meine Mannschaft, die nach dem Startunfall gestern hart arbeiten musste, um mir wieder ein perfektes Auto vorzubereiten."

"Nasenbohrer und Pappnasen"

Im ersten Rennen war der Schwede bereits kurz nach dem Start von BMW-Pilot Felix Antonio da Costa umgedreht worden und hatte nach Rennende bei SPORT1 zum Rundumschlag gegen zwei seiner Kollegen ausgeholt.

"Die DTM macht nur Spaß mit Leuten, die auch etwas in der Birne haben. Manche von den Jungen sind halt überfordert. Der da Costa und Götz sind für mich zwei, die nicht einmal zwei Runden hintereinander fahren können, ohne jemanden von der Strecke zu schubsen oder ins Auto zu fahren", sagte der Schwede bei SPORT1 und bezeichnete seine Kontrahenten als "Nasenbohrer" und "Pappnasen".

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Götz zog sich Ekströms Unmut zu, als er in der Endphase des Rennens im Positionskampf mit mitunter harten Bandagen dagegenhielt.

"Bei so jemandem wie Götz sieht man, dass der in der DTM vollkommen überfordert ist. Er schafft es nicht einmal auf der Geraden geradeaus zu fahren. Wenn man mit so jemandem fährt, macht Motorsport auch keinen Spaß. Ich bin aber nicht böse auf ihn. Ich glaube, er hat einfach nicht mehr Talent", sagte Ekström.

Mercedes erneut desolat

Auch am Sonntag waren die im Regelwerk bevorteilten Münchner (geringeres Grundgewicht und breiterer Spoiler) nicht zu schlagen - trotz der nach dem Qualifying verteilten Zusatzgewichte.

Gleich sechs BMW landeten in den Top Ten, einzig Martin Tomczyk (Rosenheim/19.) und Antonio Felix da Costa (Portugal/21.) fuhren nicht in die Punkte.

Für die am Hockenheimring noch so starken Mercedes endete das Wochenende in Spielberg dagegen mit einer weiteren Enttäuschung.

Mit Platz zwölf sorgte Daniel Juncadella (Spanien) noch für das beste Resultat. "Das war gar nichts hier, und ich glaube auch nicht, dass es im Rennen besser wird", hatte Haug bereits vor dem Start gesagt.

Auch Safety Car stoppt Glock nicht

Derlei Probleme hatten Glock und Co. nicht - im Gegenteil.

Mit einem geschickten Manöver übernahm er die Führung von Pole-Setter Green und fuhr rasch eine kleine Lücke heraus. Auch vom Safety Car, das nach dem Unfall des Schweizers Nico Müller (Audi) für einige Runden auf die Strecke kam, ließ sich er sich nicht beirren.

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