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Gerhard Berger unterstützte Lucas Auer schon zu Formelsport-Zeiten
Zu Formel-3-Zeiten stand Lucas Auer häufig auf dem Podium © xpbimages.com

Lucas Auer dürfte mit seinem Sieg auf dem Lausitzring auch Onkel Gerhard Berger zufriedengestellt haben - Der ehemalige Formel-1-Pilot hat hohe Ansprüche

Als Neffe von Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger hat Lucas Auer es gar nicht so leicht. Der zehnmalige Grand-Prix-Sieger soll seinem Neffen einmal gesagt haben, dass er sich gar nicht bei ihm melden muss, wenn er nicht gewinnt. Diese - zugegebenermaßen nicht ganz ernstzunehmende - "Kontaktsperre" hat nun nach rund anderthalb Jahren ein Ende. Seinen bis Sonntag letzten Sieg feierte Auer Ende 2014 in Hockenheim - damals noch in der Formel-3-Europameisterschaft.

Anschließend wechselte der Österreicher in die DTM, wo er zunächst einmal Lehrgeld zahlen musste. In seinem ersten Jahr konnte er in 18 Rennen nur dreimal in die Punkte fahren. Allerdings: Sein Können ließ der mittlerweile 21-Jährige damals schon mit einer Pole-Position auf dem Nürburgring aufblitzen. Auf dem Lausitzring scheint der Knoten mit dem ersten Sieg nun endgültig geplatzt zu sein.

"Ich habe noch nie so hart für einen Sieg arbeiten müssen", verrät der Österreicher anschließend im Gespräch mit der 'ARD'. Dabei sah es von außen betrachtet eigentlich ganz leicht aus, wie Auer der Konkurrenz auf und davon fuhr. Auer behauptete seine Pole-Position beim Start - und war anschließend nicht mehr einzuholen. "Es war brutal hart, speziell die ersten paar Runden", berichtet er.

Erster Sieg eines Österreichers

"Ich musste wegen DRS eine Lücke aufmachen. Das habe ich geschafft. Die Crew hat einen super Boxenstopp gemacht. Meine Pace war einfach gut", freut sich Auer, der als erster Österreicher überhaupt ein Rennen in der DTM gewinnen konnte. An dieser Aufgabe versuchten sich in der Vergangenheit beispielsweise die späteren Formel-1-Piloten Karl Wendlinger und Alexander Wurz vergeblich.

Bei Auer klappte es nun - und das gleich zu Beginn der zweiten Saison. "Ich habe davon geträumt, aber ich hätte nicht gedachtet, dass es so schnell kommt", jubelt der 21-Jährige. Zum Vergleich: Selbst Mercedes-Überflieger Pascal Wehrlein, der mittlerweile den Sprung in die Formel 1 geschafft hat, holte seinen ersten Sieg erst am Ende seiner zweiten DTM-Saison - übrigens auch auf dem Lausitzring.

Es ist kein Geheimnis, dass auch Auer seinen Blick auf die Königsklasse richtet. Momentan genießt er allerdings seine Zeit in der DTM. "Die DTM ist so eine fantastische Serie. Da als erster Landsmann zu gewinnen, macht mich stolz", so der Tiroler. Stolz ist auch Teamchef Peter Mücke. Er verrät: "Den Jungen habe ich ja schon eine Weile. Er ist in der Formel 3 schon mit mir gefahren. Wir waren schon in Macau auf dem Podium!"

"Hab' ich auch die schnellste Runde?"

"Peter ist 100 Prozent Motorsport. Er verdient es am meisten", gibt Auer das Kompliment zurück. Das Mücke-Team durfte sich am Sonntag über die erste Pole-Position und anschließend auch noch den ersten Sieg in der DTM freuen. Auf die Frage, ob man das ordentlich feiern wird, kündigte Auer nach dem Rennen daher wenig überraschend an: "Auf jeden Fall, wir reißen heute alles ab!"

Bleibt dem Österreicher nur zu wünschen, dass er da überhaupt noch Zeit hatte, um seinen Onkel zumindest einmal ganz kurz anzurufen. "Dann meld' ich mich halt wieder bei ihm", erklärt Auer mit einem Grinsen, als er auf die "Kontaktsperre" angesprochen wird. Auf die Anmerkungen, dass Berger nach diesem Rennen sicher nichts zu bemängeln hat, entgegnet er mit einem Lachen: "Schauen wir mal, hab' ich denn auch die schnellste Runde?"

Zwar ging die schnellste Runde am Ende an Audi-Pilot Jamie Green, doch es ist nur schwer vorstellbar, dass Berger nach der Galavorstellung nicht zufrieden mit seinem Neffen ist. Übrigens: Auch Onkel Gerhard versuchte sich 1985 in der DTM. Im BMW 635 CSi holte er in Zolder bei seinem einzigen DTM-Start Platz acht. In der familieninternen Wertung liegt er nun allerdings klar hinter seinem Neffen.

© Motorsport-Total.com

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