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Nürnberg - Der um den Sieg gebrachte Christian Vietoris nimmt die lasche Entschuldigung von Mattias Ekström nicht an und fordert drastische Konsequenzen für den Schweden

"Er ist das allergrößte Arschloch. Erst macht er auf größten Sonnyboy des Fahrerlagers, aber räumt alle ab und reißt dann die Fresse auf." Die Worte von Christian Vietoris, die er kurz nach dem DTM-Rennen auf dem Norisring im 'ARD'-Interview von sich gegeben hatte, saßen. Gemeint war Mattias Ekström (Abt-Audi), der den Mücke-Piloten nach einem Zweikampf mit Robert Wickens (HWA-Mercedes) abgeschossen und ihn somit um einen möglichen Sieg gebracht hatte.

Die beiden Mercedes hatten das Rennen zuvor angeführt, bevor sie vom Schweden unsanft aus dem Rennen gerissen wurden. Auch einige Zeit nach dem Rennen sind die Emotionen noch nicht abgekühlt, und Vietoris verteidigt seine Arschloch-Aussage: "Ich habe es einfach gesagt, weil ich megagenervt von der Situation war. Er hat die beiden führenden Mercedes mit einem Move rausgenommen, der nichts mit Motorsport zu tun hat", poltert er.

"Er hat viel zu spät gebremst, und wenn ich nicht da gewesen wäre, wäre er wohl noch 100 Meter weiter geradeaus gefahren", hadert der Deutsche, der von einem erfahrenen Piloten wie Ekström eigentlich erwartet, dass er seinen Bremspunkt richtig setzt. Dass der Schwede laut eigener Aussage die Kurve ohne Vietoris bekommen hätte, kann dieser nicht nachvollziehen: "Hat man ja gesehen. Vielleicht nicht die Kurve, sondern eine andere Kurve...", sagt er kopfschüttelnd.

Eine Entschuldigung des ehemaligen DTM-Champions wollte Vietoris zunächst nicht annehmen: "Er soll bleiben, wo er ist. Ich will ihn gar nicht sehen", hatte der Mercedes-Pilot abgewunken. Wenige Augenblicke später waren die beiden Streithähne aber in der Box zu sehen, wo sich Ekström entschuldigt haben soll. Doch was für die Kameras bereits halbherzig aussah, kam auch bei Vietoris nicht gut an, weswegen er die Entschuldigung nicht angenommen hat.

"Er hat keine Argumente geliefert. Er hat sorry gesagt, hat gegrinst und war wieder weg", schildert der Mücke-Pilot. "Grundsätzlich bin ich bereit, jede Entschuldigung anzunehmen, wenn sie ernst gemeint ist. Er hatte ein Riesengrinsen auf seinen Backen gehabt und tanzt da vor mir in der Box rum - das kann ich nicht ernst nehmen", winkt er ab und fordert so langsam drastische Konsequenzen für den Audi-Piloten, der im Laufe der Saison schon gegen andere Piloten wie Antonio Felix da Costa ("Pappnasen") ausgeteilt hatte.

"Langsam ist es mal an der Zeit, über eine Rennsperre nachzudenken", fordert Vietoris ein Einschreiten der Rennkommissare. Denn seiner Meinung nach habe sich Ekström schon öfter auf der Strecke danebenbenommen. "Es gibt genügend Highlights in jedem Rennen, wo man weiß, was Eki macht und was nicht", meint er vielsagend und bringt einen anderen Crashpiloten ins Spiel: "Ich will ihn nicht mit Pastor Maldonado vergleichen, da ist er schon besser...", meint er zwar. Doch der Querverweis sagt schon viel aus.

© Motorsport-Total.com

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