vergrößernverkleinern
Brauchen Paul di Resta und Co. vor der Saison mehr Zeit zum Testen?
Brauchen Paul di Resta und Co. vor der Saison mehr Zeit zum Testen? © xpbimages.com

Der knapp bemessene Testplan sorgt bei einigen DTM-Piloten für Unverständnis - Aus Kostengründen gibt es nur einen offiziellen Test vor Saisonbeginn

Die Winterpause in der DTM ist erfahrungsgemäß lang - sehr lang. In diesem Jahr war es für die 24 Piloten sogar besonders hart, denn vor dem Saisonauftakt in Hockenheim gab es nur einen einzigen offiziellen ITR-Test an gleicher Stelle. Einige Piloten hatten somit im gesamten Winter nur zwei Tage im Auto zur Verfügung. Wenn dann sogar noch etwas schiefging, mussten die Fahrer fast komplett ohne Testzeit zum ersten Rennen des Jahres reisen.

"Zwei Tage testen vor der Saison ist natürlich sehr, sehr wenig. Aber da sitzen wir alle im gleichen Boot", grübelt Timo Glock, der beim Hockenheim-Test zu allem Überfluss auch noch einen Unfall hatte. "Es ist sehr wenig. Wenn ich mir da überlege, wie viel ein Formel-4-Fahrer testet... Und wir haben nur zwei Tage vor dem ersten Rennen, das ist schon krass", so der ehemalige Formel-1-Pilot.

"Wir möchten natürlich alle so viel testen und so viele Rennen fahren, wie es irgendwie geht. Ich auch. Aber es muss halt bezahlbar sein. Wir haben jetzt schon neun Veranstaltungen und fahren 18 Rennen", erklärt Audi-DTM-Leiter Dieter Gass das knapp bemessene Programm und ergänzt: "Vom Testen profitieren meistens immer nur einige wenige. Da ist es natürlich auch im Interesse der Sache und der Fairness unter den Fahrern, wenn man nicht so viel testet."

Mit anderen Worten: Je weniger Testzeit die Piloten im Winter haben, desto größer ist die Chance, dass sich zu Saisonbeginn einige Fahrer noch schwertun. "Ich glaube, das wollte man vielleicht auch so haben, um Spannung zu kreieren", mutmaßt Mercedes-Pilot Christian Vietoris und verrät: "Ich glaube, dass ich noch nie so wenig im DTM-Auto gefahren bin, wie in diesem Jahr."

Der Mücke-Pilot sei "so schlecht vorbereitet wie noch nie zuvor" in die Saison gestartet. Auch Audi-Pilot Timo Scheider erklärt, dass man bei so wenig Testtagen "nicht perfekt aussortiert" zum ersten Saisonrennen reise. "Grundsätzlich wäre mehr Fahren natürlich immer schöner", erklärt der zweimalige Champion, der damit vielen seiner DTM-Kollegen aus der Seele spricht.

Ein Problem könnte die Situation vor allem für junge Nachwuchspiloten sein. Esteban Ocon absolviert beispielsweise in diesem Jahr seine erste DTM-Saison und hatte vor dem Saisonauftakt nur wenig Zeit, sich an sein neues Arbeitsgerät zu gewöhnen. "Ich glaube nicht, dass es gefährlich ist. Aber aus Sicht der Fahrer und der Ingenieure ist es schade, dass man so wenig testet", erklärt der deutlich erfahrenere Bruno Spengler.

"Als Fahrer ist es interessanter, wenn du mehr Möglichkeiten zum Testen hast - auch wenn neue Ingenieure ins Spiel kommen", weiß der BMW-Pilot, der in diesem Jahr selbst neue Daten- und Renningenieure bekommen hat. "Wenn man mehr Tests hat, dann kann man sich schon vor der Saison daran gewöhnen. Jetzt braucht man vielleicht zwei, drei Rennwochenenden", grübelt der Kanadier.

© Motorsport-Total.com

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel