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Audi-Pilot Mattias Ekström glaubt weiterhin an seinen dritten DTM-Titel
Abt-Pilot Matthias Ekström fuhr bislang 167 Rennen in der DTM © xpbimages.com

Der Audi-Pilot verrät exklusiv, warum er DTM-Rennen derzeit eher wie auf einem Parkplatz empfindet - "Dann fährt man halt in die Auslaufzone und wieder zurück"

Seit 16 Jahren fährt Mattias Ekström in der DTM und zählt damit zu den Dauerbrennern in der Serie. Aktuell ist der Schwede nur noch 69 Rennteilnahmen von Rekordmann Bernd Schneider entfernt - und auch sportlich läuft es für den 37-Jährigen wieder zufriedenstellend. Am vergangenen Sonntag gelang ihm am Lausitzring dank einer tollen Strategie die Aufholjagd von Startplatz neun bis auf Rang zwei - schon die zweite Podiumsplatzierung in den letzten drei Rennen. In der Meisterschaftswertung liegt der zweimalige DTM-Champion als Dritter mit zwölf Zählern Rückstand auf den Führenden Robert Wickens in Schlagdistanz.

Eigentlich könnte Ekström strahlen, doch im exklusiven Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' verrät er, was ihm in der DTM derzeit auf den Magen schlägt. Ekström beklagt sich über immer "langweiligere Strecken" in der Rennserie. Gewohnt offen gibt er zu Protokoll: "Es ist jetzt eher wie ein Rennen auf einem Parkplatz." Der Abt-Pilot kritisiert vor allem die immer größer werdenden Auslaufzonen, die zumeist asphaltiert sind. "Es gibt weniger Kiesbetten. Früher kam nach der Rennstrecke ein 30-Zentimeter-Randstein und dann direkt Schotter", so der Schwede.

Ein Fehler bedeute damit nicht mehr automatisch das Aus, was den Fahrern zwar das Leben erleichtern, gleichzeitig aber viel von der Spannung nehmen würde. Ekström nennt auch ein Beispiel - nämlich die erste Kurve in Hockenheim, wo in der DTM Saison-Auftakt und -Finale stattfinden . "Du fährst rein, dann kommt erst der Randstein, dann grüner Teppich, 30 Meter Asphalt, zwei Meter Schotter, Reifenstapel. Das heißt, wenn du die Rennstrecke heute verlässt, dann bedeutet das nicht direkt das Rennende."

Ekström: Wenn man einen Fehler macht, hat man kein Problem

Im Vergleich zu seiner Anfangszeit vermisst der Audi-Pilot die besondere Herausforderung für die Piloten. "Damals war es viel wichtiger, das Auto am Limit zu bewegen, denn wenn du einen Fehler gemacht hast, dann warst du im Schotter und es war Ende im Gelände", so der Routinier. Für die Fahrer sei es seiner Meinung nach momentan zu einfach, in den Kurven an die Grenzen zu gehen - "weil man weiß, dass es kein Problem ist, wenn man zu schnell fährt. Dann fährt man halt über den Teppich und die Auslaufzone und wieder auf die Piste zurück."

Mit einem Lächeln im Gesicht schiebt er hinterher: "Ich komme ja aus dem 'schwedischen Urwald'. Da gibt es keine Auslaufzone." So wie beim Rallycross, in dem der Vollblut-Racer seit 2013 ebenfalls aktiv ist und inzwischen sogar sein eigenes Team EKS am Start hat. Jüngst gelangen ihm in der Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) drei Siege in Folge, aktuell führt er die Meisterschaftswertung sogar an. Und auch wenn die DTM für den Audi-Star weiterhin Priorität genießt, seinen Bedarf nach Action und Schotter stillt er hier jedenfalls äußerst erfolgreich.

© Motorsport-Total.com

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