vergrößernverkleinern
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ekström und Haug kennen sich bereits lange
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Ekström und Haug kennen sich bereits lange © xpb.cc

TV-Experte Norbert Haug kritisiert Mattias Ekström und rät dem Audi-Piloten, in Zukunft nicht mehr so oft den Kontakt mit anderen Autos zu suchen

Mattias Ekström erlebte am Norisring laut eigener Aussage die "schwärzesten Rennen" seiner gesamten Karriere. Vor allem aus der Mercedes-Ecke wurde der Schwede nach seinen beiden Fehlern am Samstag und Sonntag ziemlich heftig kritisiert. Auch TV-Experte Norbert Haug geht mit dem Schweden hart ins Gericht und erklärt in seiner Kolumne auf 'DTM.com': "Einem erfahrenen Klassefahrer wie Ekström sollte der ungestüme Fehler, der die angesprochene Situation auslöste, nicht passieren."

Haug bezieht sich dabei auf die Szene am Samstag, als Ekström das führende Mercedes-Duo aus Robert Wickens und Christian Vietoris aus dem Rennen riss. Der 63-Jährige erklärt: "Er war dabei auf der schlechteren, der inneren Linie. Dort ist die Fahrbahn welliger, dort gibt es weniger Grip, weil dort keiner die Grundig-Kehre anbremst, wenn er nicht unbedingt muss. Ekström musste nicht. Er wollte aber."

"Unbedingt ganz nach vorne - am Norisring noch viel mehr als irgendwo anders. Als Sieger hatte man ihn dort vor drei Jahren nur bis zu seiner Disqualifikation gefeiert. Wohl auch deshalb war seine Motivation riesengroß - letztlich aber zu groß, wie sich in einer einzigen und alles entscheidenden Sekunde herausstellen sollte", so der ehemalige Mercedes-Motorsportchef.

"Ich schätze Mattias sehr, und es war mit ihm während einem Dutzend Jahre DTM-Rivalität bestimmt nie langweilig, er war hart - aber er war auch fair", erinnert sich Haug an seine Zeit als Funktionär in der DTM zurück. "Und wenn er sein unzweifelhaft vorhandenes großartiges Fahrtalent noch wirkungsvoll und dauerhaft mit dem Bernd-Schneider-Stil anreichert, bleibt er einerseits ein Publikumsliebling und rückt andererseits in der Punktetabelle garantiert sukzessive nach oben."

"Bernd hat fünf DTM-Titel geholt und dazu so gut wie keine Abschüsse gegnerischer Fahrzeuge gebraucht - Kaffeefahrten waren die DTM-Rennen bekanntlich auch damals nicht", erinnert Haug. Auch BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt erklärt: "Ich glaube, wir wissen alle, was für ein toller Pilot Mattias ist. Er hat schon tolle Rennen geliefert und probiert es halt auch wirklich immer."

"Ob das der richtige Zeitpunkt und die richtige Art war, das sei jetzt mal dahingestellt. Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte war ehrlich gesagt der Zeitpunkt im Rennen", sagt Marquardt und erklärt: "Wenn ich so früh so ein Manöver fahre und weiß, dass der hinter mir DRS hat, ist die Chance, dass er mich ein oder zwei Runden später wieder überholt, relativ groß." Ekström selbst hat allerdings bereits angekündigt, seinen Fahrstil nicht ändern zu wollen.

© Motorsport-Total.com

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel