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Edoardo Mortara musste im Regen von Moskau für Jamie Green vom Gas gehen
Edoardo Mortara musste Jamie Green am Samstag kampflos vorbei lassen © Audi

Audi sorgt mit einer Stallregie in Moskau vor Verwunderung bei den Zuschauern - Auch Mercedes schützt seine Titelkandidaten auf dem Moscow Raceway

Hat sich Audi nun doch schon auf einen Titelkandidaten festgelegt? Noch vor den beiden Rennen in Moskau betonte Audi-DTM-Leiter Dieter Gass, dass man sowohl Edoardo Mortara als auch Jamie Green gleichwertig unterstützen werde. Umso überraschter waren dementsprechend viele Zuschauer, als Mortara im Samstagsrennen auf dem Moscow Raceway die Anweisung erhielt, Green kampflos vorbeizulassen. Der Italiener war damit natürlich überhaupt nicht einverstanden.

Im Funk bezeichnete er die Anweisung als "Witz", ließ Green dann aber doch wie gewünscht vorbei. "Man setzt bei Audi jetzt schon deutlich auf Green. Ich weiß nicht, ob das richtig ist", grübelte 'ARD'-Experte Norbert Haug am Samstag - und sollte damit Recht behalten. Denn während Green am Sonntag gar keine Punkte mitnehmen konnte, wurde Mortara immerhin Sechster.

Ohne den Platztausch am Samstag wären somit beide Piloten gleichauf. Stattdessen liegt Green nun vier Zähler vor seinem Teamkollegen. Da kommt es wenig überraschend, dass sich Mortara nach dem Samstagsrennen extrem trotzig gab und erklärte: "Die Meisterschaft ist mir sowieso egal. In Zandvoort wurde ich um Punkte gebracht, auf dem Red-Bull-Ring hatten wir Probleme, und hier haben wir wieder Punkte verloren."

"Wir werden die nächsten Rennen abwarten, aber ich denke eigentlich nicht mehr an die Meisterschaft", so der Italiener, der in Zandvoort aufgrund einer ungerechtfertigten Strafe um Punkte gebracht wurde. Nun scheint sich auch sein eigenes Team gegen ihn entschieden zu haben. Im Hinblick auf das kleine Wortgefecht am Funk erklärt er lediglich: "Es war okay. Sie haben mich gebeten, ihn vorbeizulassen, und das habe ich gemacht:"

Green selbst schildert die Szene am Samstag übrigens so: "Edo überholte mich zu Beginn des Rennens, da war er schneller. Ich hatte Probleme mit dem Grip. Später holte ich dann wieder auf, und ich denke, dass er merkte, dass ich schneller war, und da hat er mich vorbeigelassen. Mehr habe ich ehrlich gesagt nicht gesehen." Die TV-Zuschauer bekamen dank der Funkeinspielung allerdings deutlich mehr mit.

Ohnehin wurde in Moskau wieder einmal eine Menge Stallregie von allen Seiten betrieben. So machten vor allem am Samstag alle Audi-Piloten brav Platz für Mortara und Green, während Mercedes-Pilot Paffett an der Spitze nicht gegen Robert Wickens und Paul di Resta kämpfen durfte. Am Sonntag schirmte Daniel Juncadella den beschädigten Boliden von Wickens dann gegen die heranstürmenden Gegner ab.

© Motorsport-Total.com

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