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Marco Wittmann ist über das Verhalten von Mercedes überhaupt nicht glücklich
Marco Wittmann ist über das Verhalten von Mercedes überhaupt nicht glücklich © xpbimages.com

Der Ton zwischen BMW und Mercedes wird schärfer: Marco Wittmann wirft den Stuttgartern fehlendes Fairplay vor, doch Robert Wickens schießt zurück

Eigentlich könnte man bei BMW hochzufrieden sein. Die Münchener sicherten sich in Moskau am Sonntag einen Vierfacherfolg und führen nun wieder alle drei Wertungen in der Meisterschaft an. Trotzdem präsentierte sich Rennsieger und Tabellenführer Marco Wittmann nach seinem souveränen Triumph auf dem Moscow Speedway leicht angefressen. Der BMW-Pilot fühlte sich im Qualifying zum wiederholten Mal von einem Mercedes-Piloten aufgehalten - und unterstellt den Stuttgartern Absicht.

"Mercedes hat hier im Qualifying wieder Spielchen getrieben und andere vor mir rausgeschickt", ärgert sich Wittmann in der 'ARD' und verrät: "Es war auch in Zandvoort schon so, dass man bei Mercedes anscheinend die schlechteren Fahrer in meiner Runde vor mir rausschickt. Klar, wenn du eine halbe Sekunde vor einem fährst, dann gibt es keine Strafe, aber es beeinflusst deine Runde."

"BMW macht Fairplay, Mercedes anscheinend nicht", so der harte Vorwurf des Champions von 2014. "Wenn sie zu solchen Mitteln greifen wollen, dann sollen sie es machen", so der verärgerte Rennsieger, der sich von Rookie Felix Rosenqvist gestört fühlte. "Ich habe keine Ahnung, was er damit meint", rechtfertigt sich der Mercedes-Pilot allerdings. Er habe lediglich ganz normal seine Reifen aufgewärmt und sei auch nicht zu dicht vor Wittmann gefahren.

BMW beklagt "einige unfaire Manöver"

Dass BMW-Pilot Timo Glock im Rennen dann auch noch von Mercedes-Fahrer Paul di Resta abgeräumt wurde, trug logischerweise nicht zur Entspannung der Situation bei. "Schade, dass die Konkurrenz einige unfaire Manöver gezeigt hat. Das muss in der DTM nicht sein", erklärt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, ohne dabei allerdings genauer ins Detail zu gehen.

"In der erste Runde ist mir Maxi Götz ins Auto gefahren, sodass zu den Vorderleuten eine Lücke entstand und ich aus dem DRS-Fenster fiel. Danach war eine Menge los, und ich steckte die meiste Zeit mitten im Verkehr. Irgendwann kam dann der Schlag von Paul di Resta", berichtet Glock selbst. Bei Mercedes ist man sich jedoch keiner Schuld bewusst - und geht stattdessen selbst in die Offensive.

"Es war eine Lücke da", beteuert di Resta, der für die Aktion eine Durchfahrtsstrafe bekam. "Leider hat sich Timo gedreht, und ich glaube, dass sie mir eine Strafe gegeben haben, weil er das Rennen nicht beenden konnte. Auf der anderen Seite ist Müller im vergangenen Rennen sehr hart gegen mich gefahren. Ich verlor eine Menge Performance am Auto und einige Plätze - Aber er bekam keine Strafe dafür."

Fuhr BMW-Pilot Tomczyk unfair?

Auch davon abgesehen gab es auf Seiten der Stuttgarter nach dem Sonntagsrennen eine Menge Frust. "Bei einer Berührung mit Martin Tomczyk nach meinem Boxenstopp trug ich eine Beschädigung an meinem Auto davon", berichtet Robert Wickens. "Er bremste absichtlich auf der Geraden und an Stellen, an denen man nicht bremsen sollte, um mich aufzuhalten", beschwert sich der Kanadier.

"Ich versuchte, ihn außen zu überholen, aber er lenkte einfach nicht ein und fuhr geradeaus. Der daraus resultierende Schaden kostete mich mehr Rundenzeit als die Probleme mit der Lenkung. Ohne Servolenkung und mit weniger Abtrieb war es dann verdammt schwierig, mich vor den anderen Fahrern zu halten. Am Ende kann ich aber noch zufrieden sein, da ich teilweise gar nicht glaubte, dass ich es bis ins Ziel schaffen würde", so Wickens.

Der Kanadier beendete das Rennen an Position fünf und musste die Tabellenführung dadurch wieder an Wittmann abgeben. Da der Kampf um den Titel langsam aber sicher in die heiße Phase geht, scheint auch der Ton abseits der Strecke rauer zu werden. Es wird spannend sein, ob sich der Kleinkrieg zwischen BMW und Mercedes auch bei den kommenden Rennen auf dem Nürburgring fortsetzen wird.

© Motorsport-Total.com

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