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Mike Rockenfeller hat momentan nicht sonderlich viel Spaß in der DTM
Mike Rockenfeller hat momentan nicht sonderlich viel Spaß in der DTM © xpbimages.com

Mike Rockenfeller gesteht, dass er momentan nicht viel Spaß am seinem Job hat - Der Champion von 2013 sucht nach Gründen für seine anhaltende Krise

Bei Mike Rockenfeller will es in diesem Jahr einfach nicht laufen. Mit mageren fünf Zählern aus zehn Rennen liegt der DTM-Champion von 2013 nur auf dem 20. Platz in der Meisterschaft. Bereits im Vorjahr lief es für "Rocky" nicht rund, doch mit einem Sieg in Moskau konnte er seine Saison immerhin noch halbwegs retten. An diesem Wochenende reist die DTM erneut nach Russland, und Rockenfeller braucht dringender denn je ein Erfolgserlebnis .

"Wir wollten in diesem Jahr um den Titel fahren und sind wieder weit entfernt", gesteht "Rocky" im Gespräch mit 'DTM.com'. "Aber ich glaube, dass ich das Fahren nicht verlernt habe, geschweige denn zu alt bin. Natürlich ist es derzeit sehr frustrierend und nach den Rennen ereilen mich oft Selbstzweifel", gesteht der 32-Jährige, der seit 2007 für Audi in der DTM fährt.

"Aber ich komme hier nach Moskau - und nicht nur hierhin - bin gut gelaunt und freue mich sehr auf die Rennen. Ich bin absolut motiviert, hoffe dass es besser läuft. In meiner Situation muss man aber auch aufpassen, dass man es nicht übertreibt, nichts erzwingen will. Dann machst du nämlich Fehler, wie es beispielsweise am Norisring der Fall war, als ich Timo (Scheider; Anm. d. Red.) ins Auto gefahren bin", erklärt Rockenfeller.

"Ich habe ehrlich gesagt momentan nicht sehr viel Spaß in der DTM und möchte so ein Jahr auch nicht mehr erleben. Was aber nicht heißt, dass ich unmotiviert zur Werke gehe. Es sind noch acht Rennen zu fahren, in denen ich gerne noch den ein oder anderen Sieg feiern möchte. Und in der kommenden Saison kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen", gibt sich der Audi-Pilot kämpferisch.

"Haben das Auto auf den Kopf gestellt"

Ein Erklärungsversuch für seine aktuelle Krise: "Generell liegt mir der Reifen nicht so. Er ist extrem haltbar und baut daher nur wenig ab. So kann man sich durch einen besonders schonenden Fahrstil eigentlich keinen Vorteil verschaffen. Nichtsdestotrotz müsste ich schneller sein. In Zandvoort hatte ich beispielsweise bei meiner schnellsten Runde im Qualifying ein super Gefühl. Da passte einfach alles."

"Es gibt ja immer Runden, in denen du merkst, dass du vielleicht auf irgendeine Art Zeit liegen lassen hast. Aber in Zandvoort lief es vom Gefühl her einfach perfekt - mega, mehr geht nicht! Früher hätte dieses Gefühl dazu geführt, dass ich auf jeden Fall aus den ersten beiden Startreihen gestartet wäre. Und in Zandvoort steige ich aus und es heißt P17. Da muss also irgendetwas sein", so der Audi-Pilot.

"Wir haben das Auto auf den Kopf gestellt, komplett zerlegt und auch ein paar kleinste Kleinigkeiten gefunden. Vielleicht helfen die. Ob es jetzt die entscheidenden sind? Das weiß ich nicht", so Rockenfeller. Doch was muss passieren, damit es bald wieder besser läuft? "Es wäre schön, wenn ich da jetzt eine konkrete Antwort geben könnte", grübelt Rockenfeller, der die Meisterschaft seit 2010 immer in den Top 10 beenden konnte.

Lichtblick im Privatleben

"Dann wäre ich wohl viel entspannter. Denn genau das treibt uns um - wir verstehen es nicht genau. Warum läuft es einfach überhaupt nicht? Klar, es können viele Faktoren eine Rolle spielen. Jedes Rennen ist unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten", so Rockenfeller, der gesteht, einige Rennen "selbst verbockt" zu haben. "Das muss ich komplett auf meine Kappe nehmen. Insgesamt ist es bisher eine durch und durch verkorkste Saison", erklärt er.

"Unter dem Strich steht, dass bei uns bisher nichts zusammenläuft, was schon extrem frustrierend ist", ärgert er sich. Möglicherweise liefert ja das Privatleben in dieser schwierigen Zeit neue Motivation. In der Sommerpause ist "Rocky" zum zweiten Mal Vater geworden. "Paul ist drei Wochen vor dem eigentlichen Termin zur Welt gekommen. Im Endeffekt gar nicht schlecht", lacht Rockenfeller.

"Mutter und Kind geht es extrem gut und ich hatte die Möglichkeit, noch etwas mehr Zeit mit meinem jüngsten Sohn zu verbringen. Zuhause läuft also alles, weshalb ich entspannt und sorgenfrei abreisen konnte", verrät der Champion von 2013, der in Moskau im ersten Freien Training am Freitag aber wieder nicht über Platz 20 hinauskam. Ein hoffnungsvoller Start in ein Rennwochenende sieht ganz sicher anders aus.

© Motorsport-Total.com

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