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Edoardo Mortara hat die Meisterschaft noch einmal spannend gemacht
Edoardo Mortara hat die Meisterschaft noch einmal spannend gemacht © xpbimages.com

Edoardo Mortara gewinnt auf dem Nürburgring und verkürzt den Rückstand auf Marco Wittmann auf 33 Punkte - Tabellenführer hinter Lucas Auer auf Platz drei

Edoardo Mortara (Abt-Audi) hat das DTM-Sonntagsrennen auf dem Nürburgring gewonnen. Pole-Setter Lucas Auer (Mücke-Mercedes) gewann zunächst den Start gegen Marco Wittmann (RMG-BMW) und blieb bis zehn Minuten vor Ende des Rennens vorne. Mortara startete lediglich von Rang sechs, konnte aber gleich in der ersten Runde zwei Positionen gewinnen. Zwei weitere Plätze gewann der spätere Rennsieger anschließend dank seiner Strategie beim Pflichtboxenstopp .

"Wir hatten einen tollen Sonntag! Das Auto war schon gestern super konkurrenzfähig, aber da konnten wir es im Rennen nicht zeigen", berichtet Mortara, der erst viel später als seine Konkurrenten an die Box kam. "Ich muss meinen Jungs danken, wir hatten eine super Strategie", lobt Mortara, der anschließend nur noch Auer überholen musste, um den 50. DTM-Sieg für sein Abt-Team unter Dach und Fach zu bringen.

Bedanken kann sich Mortara dafür auch bei seinem Markenkollegen Adrien Tambay (Rosberg-Audi) und bei Christian Vietoris (Mücke-Mercedes). Beide warteten mit ihren Boxenstopps ebenfalls sehr lange und hielten in der Zwischenzeit Wittmann auf, der bereits früh zum Service an der Box war. Der BMW-Pilot beendete das Rennen schließlich auf Rang drei und liegt in der Meisterschaft nun nur noch 33 Zähler vor Mortara.

Schwerer Auer chancenlos gegen Mortara

"Es sind noch vier Rennen zu fahren, und es gibt noch einige Punkte zu holen. Klar, der Vorsprung ist komfortabel, aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen", weiß Wittmann, der das 250. Podium für BMW in der DTM holte. "Die Meisterschaft ist eng, die Rennen sind eng, und heute haben wir gesehen, dass viel passieren kann. Am Ende bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Wenn man zweimal auf dem Podium steht, kann man auf jeden Fall happy sein."

Pech derweil für Auer: Der Mercedes-Pilot schien das Rennen eigentlich im Griff zu haben, doch am Ende konnte er den deutlich schnelleren Mortara nicht mehr hinter sich halten. Sein Mercedes war im Rennen satte 25 Kilogramm schwerer als der Audi des Italieners. "Ich war schon nach der ersten Runde verzweifelt! Ich habe alles gegeben, denn die BMW waren überall", berichtet der Österreicher.

"Plötzlich konnte ich eine Lücke zu Marco herausfahren. Danach dachte ich, dass alles gut ist. Aber dann kam Edoardo mit frischen Reifen - und dann war es vorbei. Aber ich bin happy mit P2", so Auer, der am Sonntag seinen 22. Geburtstag feierte. "Das war eine starke Leistung von Lucas. Er hat heute einen super Job gemacht. Am Ende war Edoardo Mortara auf frischeren Reifen einfach schneller", lobt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.

Green und Wickens raus aus dem Titelkampf

Insgesamt war es allerdings kein erfreulicher Tag für Mercedes, denn Robert Wickens (HWA-Mercedes) wurde nach einem verkorksten Qualifying nur 14. und verpasste damit die Punkte. Er liegt nun bereits 50 Zähler hinter Wittmann und muss seine Titelhoffnungen wohl begraben. Gleiches gilt auch für Jamie Green (Rosberg-Audi), der ebenfalls eine Nullrunde hinlegte und nun sogar schon 51 Punkte zurückliegt.

Der Audi-Titelkandidat musste eine Durchfahrtsstrafe absitzen, nachdem er Gary Paffett (ART-Mercedes) umgedreht hatte. Er kam anschließend nicht mehr über Platz 17 hinaus. Rein rechnerisch haben Wickens und Green zwar noch Titelchancen, doch aus eigener Kraft können sie die Meisterschaft nach diesem Wochenende nicht mehr gewinnen. Sie können nun nur noch auf Ausrutscher von Wittmann hoffen.

Mattias Ekström und Nico Müller (beide Abt-Audi) belegten derweil die Plätze vier und fünf. Ekström machte am Ende des Rennens sogar noch Jagd auf den letzten Podestplatz, kam aber trotz DRS nicht mehr an Wittmann vorbei. Die Top 10 komplettierten Bruno Spengler (MTEK-BMW), Paffett, Tom Blomqvist (RBM-BMW), Daniel Juncadella (HWA-Mercedes) und Miguel Molina (Abt-Audi).

Viel Action und viel Kleinholz

Vor allem im hinteren Teil des Feldes ging es derweil phasenweise äußerst chaotisch zu. Gleich in der ersten Kurve kam es beispielsweise zu einer unglücklichen Kollision zwischen Timo Glock (RMG-BMW) und Paul di Resta (HWA-Mercedes). Glock drehte sich bei der Aktion und ging am Ende als 15. leer aus. Di Resta musste gleich nach der ersten Runde aufgeben, weil seine Lenkung bei dem Vorfall einen Schlag abbekam.

Antonio Felix da Costa (Schnitzer-BMW) war Übeltäter und Opfer zugleich. Er bekam zunächst eine Verwarnung, weil er Maximilian Götz (HWA-Mercedes) abdrängte, und wurde später von Miguel Molina (Abt-Audi) selbst umgedreht. Götz tauchte währenddessen gleich mehrfach auf den Monitoren der Rennleitung auf. Zunächst bekam auch er eine Strafe für zu hartes Fahren gegen Felix da Costa.

Anschließend gab es eine Fünf-Sekunden-Strafe, die er beim Boxenstopp absitzen musste, weil er Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi) ins Auto gefahren war. Nach Rennende bekam er eine weitere Fünf-Sekunden-Strafe, weil er in der Schikane abkürzte. Eine Durchfahrtsstrafe wegen einer unsicheren Freigabe gab es für Rookie Felix Rosenqvist (ART-Mercedes), und Augusto Farfus musste aus dem gleichen Grund sogar eine Zehn-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe absitzen, weil bei seinem Unsafe Release ein Kameramann gefährdet wurde.

Update: Molina erhielt für die Kollision mit Felix da Costa nachträglich eine 30-Sekunden-Strafe. Er fällt von Platz zehn auf 20 zurück. Der letzte Punkt geht damit an Maxime Martin (RBM-BMW).

© Motorsport-Total.com

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