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Marco Wittmann war nicht der Schnellste, startet aber trotzdem von der Pole
Marco Wittmann war nicht der Schnellste, startet aber trotzdem von der Pole © ITR

Lucas Auer fährt im Qualifying auf dem Nürburgring die schnellste Runde des gesamten Wochenendes, muss die Pole-Position aber an Marco Wittmann abgeben

Lucas Auer (Mücke-Mercedes) war im Qualifying auf dem Nürburgring am Samstag der schnellste Mann. Der Österreicher umrundete den Kurs in 1:22.900 und ist damit der einzige Pilot, der am bisherigen Wochenende die 1:23er-Marke unterbieten konnte . Pech für Auer: Die Pole-Position darf er nicht behalten, weil er sich beim vergangenen Rennen in Moskau die dritte Verwarnung in der Saison einhandelte. Er wird daher in der Startaufstellung um fünf Plätze nach hinten versetzt.

"Wenn du auf Pole fährst, ist das eigentlich immer ein tolles Ergebnis. Heute ist das ein wenig anders", ärgert sich Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz und erklärt: "Lucas bekommt ja leider eine Rückversetzung um 5 Positionen. Durch die schnellste Rundenzeit ändert sich aber nichts daran, dass wir weiterhin das schwerste Auto im Feld haben." Mercedes muss nach dem Qualifying - ebenso wie BMW - weitere 2,5 Kilogramm zuladen, Audi darf 2,5 Kilo ausladen.

Damit sind die Mercedes-Boliden nun 15 Kilogramm schwerer als die Audis. "So gesehen war das heute die erste Pole, über die ich mich nicht wirklich freuen kann. Trotzdem muss man natürlich sagen, dass Lucas einen super Job gemacht hat", lobt Fritz. Auer selbst erklärt: "Ich bin natürlich zufrieden. Das Qualifying ist fast wie ein Rennsieg, denn in diesem Moment hast du es jedem gezeigt. Das ist sehr wichtig, mir bedeutet das irrsinnig viel."

Große Chance für Marco Wittmann

Bereits im vergangenen Jahr stand Auer hier auf der Pole-Position. Der Österreicher lacht: "Es scheint eine Lucas-Auer-Strecke zu sein! Wir haben an diesem Wochenende ruhig angefangen und einen Schritt nach dem anderen gemacht. Im Qualifying hat alles zusammengepasst." Die Pole-Position geht im Rennen allerdings an Marco Wittmann (RMG-BMW), der damit im Titelkampf einen ganz großen Schritt nach vorne machen könnte.

"Ich bin mit dem zweiten Platz zufrieden", so Wittmann, der 0,128 Sekunden langsamer war als Auer. Der Tabellenführer verrät: "Ich gucke nicht so sehr darauf, was die anderen machen. Ich versuche, meinen Job zu machen. Der zweite Platz ist gut, ich bin total happy. Im Training haben wir uns noch ein bisschen schwergetan. Aber wir haben an den richtigen Stellschrauben gedreht und uns pünktlich zum Qualifying gut zurückgekämpft."

Den zweiten Startplatz erbt Markenkollege Tom Blomqvist (RBM-BMW/+0,249), der Wittmann im Rennen vermutlich unterstützen und nach hinten abschirmen wird. Startplatz drei nimmt Jamie Green (Rosberg-Audi/+0,261) als bester Audi-Pilot ein. "Ich bin zufrieden mit meinem Job und meinem Team. Wir haben ein gutes Auto. Die Balance im Training war gut. Es ist aber natürlich schade, dass noch drei Autos vor uns gelandet sind", so Green.

Rückschlag für Robert Wickens

"Überholen ist nicht einfach, weil diese Autos viel Abtrieb haben. Aber wir haben auch DRS, und das kann helfen. Mit einer guten Taktik kann ich vielleicht noch nach vorne kommen", hofft der aussichtsreichste Audi-Pilot in der Meisterschaft. Neben ihm wird Markenkollege Edoardo Mortara (Abt-Audi/+0,267) starten. Der Italiener hat zwar ebenfalls noch Chancen auf den Titel, musste in Moskau zuletzt allerdings schon einmal Platz für Green machen.

Ein starkes Qualifying lieferten auch Daniel Juncadella (HWA-Mercedes/+0,345) und Rookie Felix Rosenqvist (ART-Mercedes/+0,345) ab, die auf den Plätzen sechs und sieben landeten. Die Top 10 komplettierten Timo Glock (RMG-BMW/+0,378), Bruno Spengler (MTEK-BMW/0,384) und Paul di Resta (HWA-Mercedes/+0,404). Einen Rückschlag im Titelkampf musste derweil Robert Wickens (HWA-Mercedes/+0,488) verkraften.

Der Kanadier kam nicht über Startplatz 13 hinaus und wird es im Rennen ganz schwer haben, noch nach vorne zu fahren. Insgesamt blieben alle 24 Piloten bei sommerlich warmen Bedingungen innerhalb von 0,934 Sekunden. Das 40-minütige Samstagsrennen auf dem Nürburgring startet um 14:55 Uhr. Da es keinen Pflichtboxenstopp gibt, müssen die Piloten versuchen, auf der Strecke zu überholen.

© Motorsport-Total.com

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