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Die Piloten in der DTM finden sich mit dem Thema Stallorder ab - Timo Scheider hat Gegenvorschlag - Christian Vietoris: "Erledigt sich 2017 mit nur noch sechs Autos"

Die DTM-Saison 2016 geht mit dem Rennwochenende am Nürburgring ab dem kommenden Freitag in ihre entscheidende Phase. Bei allen drei Herstellern haben sich Favoriten herauskristallisiert. BMW setzt voll auf Marco Wittmann (RMG), Mercedes hat Robert Wickens (HWA) als Titelkandidaten und bei Audi versucht man derzeit gleich zwei Piloten in der Entscheidung zu halten: Jamie Green (Rosberg) und Edoardo Mortara (Abt).

Diese vier Fahrer können sich nicht erst seit gestern der Unterstützung durch die Markenkollegen sicher sein. Das Thema Teamorder ist in der DTM an der Tagesordnung, es gehört dazu wie fliegende Aerodynamikteile bei leichter Berührung. "Für mich ändert sich durch diese Thematik nicht viel. Ich will trotzdem immer der Beste meiner Marke sein", erklärt Marco Wittmann vor dem Heimspiel seines Teams RMG auf dem Nürburgring.

Der aktuelle Tabellenführer und DTM-Meister von 2014 wird sich natürlich in seiner aktuellen Situation kaum gegen eine Teamorder aussprechen - schließlich wird er sie notfalls gerne annehmen. Anders ist die Lage von Timo Scheider. Der Phoenix-Pilot hat in dieser Saison erst drei Punkte eingefahren und somit mit der Titelvergabe direkt nichts mehr zu tun. Indirekt schon, denn als Helfer für Mortara und Green kann er wichtige Dienste leisten, wie bereits am vergangenen Rennwochenende in Moskau geschehen.

Abschaffung des Boxenfunks als Maßnahme gegen Stallorder

"Es ist Teil des Spiels in der DTM, genauso wie man im Radsport für den Topkandidaten arbeitet", sagt Scheider. "Auf der anderen Seite ist es so, dass ich persönlich es natürlich nicht gern mag, auch wenn ich selbst schon davon profitieren durfte." Der Audi-Pilot, der sich derzeit bei einem Test in Frankreich auf seinen nächsten Rallycross-Einsatz vorbereitet, ergänzt: "Meine Idee wäre es, den Boxenfunk abzuschaffen und nur noch mit den Boxentafeln zu arbeiten."

Ein solches Szenario könnte zwar grundsätzliche Absprachen innerhalb eines Herstellerteams nicht verhindern, aber die Möglichkeiten der Stallorder würden dadurch eingeschränkt. "Es kann dann keine kurzfristige Einflussnahme mehr geben", sagt Scheider. Wie sehr man in der DTM taktiert wird anhand einer Äußerung eines DTM-Renningenieurs gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar, der nicht namentlich genannt werden möchte: "Wir mussten im allerersten Saisonrennen schon Platz machen für den Titelkandidaten, der auserkoren war..."

"Es ist schwierig, so etwas in den Griff zu bekommen und zu verbieten. Schließlich ist die Situation nun einmal so, dass pro Hersteller acht Autos da sind - und nicht nur zwei Autos pro Team wie in anderen Serien", erklärt Wittmann. "Das Problem wird sich nächstes Jahr erledigen, wenn die Hersteller nur noch jeweils sechs Autos einsetzen", meint Mercedes-Pilot Christian Vietoris. Der Gönnersdorfer wird nach dieser Aussage sofort eingefangen. Die Entscheidung über die Reduzierung des Starterfeldes falle erst am Freitag, so ein Mercedes-PR-Mann...

© Motorsport-Total.com

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