vergrößernverkleinern
Marco Wittmann hat vor dem Finale in Hockenheim 14 Punkte Vorsprung
Marco Wittmann hat vor dem Finale in Hockenheim 14 Punkte Vorsprung © ITR

Kein Protest: BMW und Mercedes berufen nicht gegen die Disqualifikation von Marco Wittmann und Daniel Juncadella in Ungarn - Entscheidung im Sinne des Sports

Der DTM steht ein spannendes Saisonfinale in Hockenheim (14.-16. Oktober) ins Haus. BMW und Mercedes verzichten "im Sinne des Sports" auf eine Berufung gegen die Disqualifikationen von Marco Wittmann und Daniel Juncadella auf dem Hungaroring. "Wir wissen alle: Solche Verfahren können langwierig sein. Und im Sinne des Sports wollen wir, dass in Hockenheim der Meister gekürt wird", begründet BMW-Motorsportchef Jens Marquardt in der 'Sport1'-Sendung Boxenfunk am Mittwochabend den Entschluss.

Im Sonntagsrennen auf dem Hungaroring wurde bei beiden Autos eine zu geringe Höhe der Skidpads auf der Unterbodenplatte festgestellt. Deswegen wurden Juncadella, der ursprünglich als Dritter seinen ersten Podestplatz feierte, und Wittmann, der Vierter wurde, nachträglich disqualifiziert. Bei den Skidpads handelt es sich um eine Holzplatte auf dem Unterboden. Sie muss nach dem Rennen mindestens sechs Millimeter dick sein.

Mit den Skidpads kann die korrekte Bodenfreiheit unter dem Auto festgestellt werden. Ist die Platte nach dem Rennen zu dünn, dann hat das Auto zu oft aufgesetzt und ist zu tief gelegen. Das kann Vorteile bei der Fahrdynamik und der Aerodynamik bringen. Bei Wittmann und Juncadella waren diese Skidpads zu dünn. BMW argumentierte zunächst, dass das Folgeschäden vom Startunfall mit Edoardo Mortara waren und es keine Performance-Vorteile gab. Trotzdem wird BMW nicht gegen die Disqualifikation protestieren.

"Für uns war es klar eine Folge vom Unfall und kein Vorsatz", so Marquardt. "Deswegen haben wir uns das ganze Thema mit der Berufung angeschaut. Jetzt wollen wir aber sagen, dass wir keine Berufung durchtragen werden." Ähnlich sieht es auch Mercedes DTM-Chef Ulrich Fritz: "Am Schluss steht ganz klar im Reglement, dass dieses Teil niemals und zu keiner Zeit unter sechs Millimeter Dicke sein darf. Dem müssen wir uns fügen und gehen davon aus, dass eine Berufung keinen Erfolg hat. Deswegen verzichten wir", spricht er die Situation bei Juncadella an.

Eine Berufung hätte sich womöglich über mehrere Wochen hingezogen und die DTM hätte nach dem Finale in Hockenheim offiziell keinen Meister, bis eine Berufungsverhandlung zu einem Urteil gekommen wäre. Nun ist alles bereit für die Titelentscheidung beim Finale. Wittmann hat trotz der Disqualifikation 14 Punkte mehr auf dem Konto als Mortara. Der Italiener kann in Hockenheim aus eigener Kraft zum ersten Mal DTM-Meister werden, während es für Wittmann nach 2014 der zweite Titelgewinn wäre.

© Motorsport-Total.com

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel