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Mattias Ekström gewann das letzte DTM-Rennen in Budapest © Audi

Go hard or go home? Bei SPORT1 spricht Mattias Ekström über sein Motto, Reibereien mit Rivalen und das Finale - das er lieber beim Rallycross als in der DTM verbringt.

Auch ein Routinier schießt mal übers Ziel hinaus, zumindest verbal. Mattias Ekström (38), zweimaliger DTM-Champ aus Schweden, nimmt jedenfalls kein Blatt vor den Mund.

Als "Nasenbohrer und Pappnasen" bezeichnet er seine Rivalen mitunter, wenn ihm deren Fahrweise nicht in den Kram passt.

SPORT1 traf Ekström zum Interview und sprach mit ihm über die Reibereien mit anderen Fahrern, seine offene Zukunft und das letzte Rennwochenende der Saison, an dem er lieber beim Rallycross um den Titel kämpft anstatt in Hockenheim in der DTM zu starten.

(Die Highlights des DTM-Finales: 1. Rennen, Samstag 18.45 Uhr im TV auf SPORT1, 2. Rennen, Sonntag, 21.15 Uhr im TV auf SPORT1 - das komplette Rennwochenende im LIVESTREAM auf DTM.com)

SPORT1: Herr Ekström, Ihre Saison in der DTM ist vorzeitig beendet. Hat das Jahr trotz der "Pappnasen" Spaß gemacht?

Mattias Ekström: Es hatte im Rückblick einige Höhen, aber auch Tiefen. So eng war es noch nie. Die Leistungsdichte hat zugenommen. Wenn man vorne mitfährt, macht das Spaß, aber wenn man einen schlechten Tag erwischt, ist es gewöhnungsbedürftig.  

SPORT1: Wie hat sich das konkret geäußert?

Ekström: In der Vergangenheit war ich an einem guten Tag immer vorne, selbst wenn es mal nicht optimal lief, locker in den Top Ten. Aktuell kann es passieren, dass man auch mal 15. oder 16. wird. Meine Titelchancen habe ich an einem Wochenende verspielt (Doppel-Aus am Norisring, Anm. d. Red.), die anderen waren okay bis gut.

SPORT1: Sie sind mit einigen Kollegen aneinandergeraten. Hat die hohe Leistungsdichte für den rauen Ton gesorgt?

Ekström: Der Druck wurde natürlich größer. Mit den bestehenden Gewichtsregeln kann man auch an einem guten Tag Fünfter werden. Daran muss ich mich noch gewöhnen.

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SPORT1: Ihre Zukunft ist offen. Was müsste die DTM ändern, damit Sie nächstes Jahr noch dabei sind?

Ekström: Ich habe keine großen Wünsche, denn auf diese würden die DTM-Verantwortlichen sowieso nicht hören. Sie tun im besten Wissen und Gewissen das Ideale für die Serie und beachten nicht die Extrawünsche, die jeder Fahrer hat. Am Anfang habe ich mich immer über die Reifen aufgeregt, aber es bringt ja nichts. Wir Piloten müssen das Beste daraus machen.

SPORT1: Wie schwer ist es Ihnen gefallen, das Finale zu Gunsten des Rallyecross abzusagen?

Ekström: Leicht war es nicht. Ich bin jetzt 16 Jahre fast jedes Rennen gefahren. Ich hab immer gesagt, wenn ich ein Rennen absage, braucht das einen guten Grund. Um die Weltmeisterschaft in einer anderen Serie zu fahren, ist ein guter Grund.

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SPORT1: Ihr Motto ist:"Go hard or go home". Passt das eher zur WRX als zur DTM?

Ekström: Ich glaube nicht. In der DTM hat es über viele Jahre gut funktioniert. Wobei, man muss jetzt eher schlau sein als wild. In der diesjährigen Meisterschaft hieß es: "Go smart or go home". Zu Rallycross passt mein Motto jedenfalls auch sehr gut. Wenn ich weiter in der DTM fahre, muss ich mir vielleicht einen neuen Slogan einfallen lassen.

SPORT1: Wie stehen die Chancen, dass wir Sie weiter in der DTM sehen?

Ekström: Wie jedes Jahr auch: Ich bin einer von vielen Fahrern, die in der DTM fahren wollen. Wenn sich die Verantwortlichen entschieden haben, wird man über alles Weitere sprechen. Momentan hätte ich aber Lust auf ein weiteres Jahr. Ich bin hungrig und würde gerne noch einmal Meister werden. Und ich traue mir auch zu, ganz nach vorne zu fahren.

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SPORT1: Meister werden wollen Sie zunächst im Rallycross. Welche Bedeutung hat dabei, dass Ihr Vater lange dort unterwegs war?

Ekström: Ich bin beim Rallycross groß geworden. Damals hatte ich kein Interesse daran. Ich fand es dreckig und unordentlich. Mittlerweile muss ich aber sagen, nach so vielen Jahren in der DTM mit perfekter weißer Tischdecke und Wein ist es auch mal schön mit einem Würstchen. Rallycross hat einen großen Unterhaltungswert. Die Autos zu fahren ist unglaublich lustig und macht Spaß. Das zu kombinieren mit der DTM hält jung und frisch. Denn in der WRX fahren richtig wilde Jungs.

SPORT1: Zum Titelkampf in der DTM: Wer wird die Nase vorn haben?

Ekström: 14 Punkte beträgt der Vorsprung, 50 sind noch zu vergeben - für beide ist alles drin. Wenn es eine normale Saison gewesen wäre, würde ich sagen, der Tabellenführer gewinnt, also Marco Wittmann. Aber wenn man sich das letzte Rennen in Budapest anschaut, ist der Vorteil bei Edoardo Mortara. Das Samstagsrennen in Hockenheim wird die Saison entscheiden. Wenn Audi dann auch die Nase vorne hat, dann bin ich sicher, dass es sie schaffen werden. Doch es ist schwer, eine Prognose zu treffen. Es wird eine enge Kiste.

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