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Edoardo Mortara musste im Regen von Moskau für Jamie Green vom Gas gehen
Edoardo Mortara musste im Regen von Moskau für Jamie Green vom Gas gehen © Audi

In der Frage, wo Edoardo Mortara den DTM-Titel 2016 verloren hat, gehen die Meinungen auseinander - Bei Audi verteidigt man eine kritisierte Stallorder in Moskau.

Edoardo Mortara verpasste den DTM-Titel 2016 um lediglich vier Punkte.

Dementsprechend lassen sich nun leicht mehrere Situationen finden, in denen Mortara und Audi die entscheidenden vier Zähler verloren haben. Da sind zum Beispiel die Kollisionen des Italieners in Spielberg oder Budapest. Doch auch das Samstagsrennen in Moskau wirft in der Rückbetrachtung der Saison Fragen auf. Dort musste Mortara seinem Markenkollegen Jamie Green den siebten Platz überlassen.

Durch die Audi-Entscheidung verlor Mortara zwei Punkte. Die alleine hätten zwar nicht zum Titel gereicht, doch auf dem Nürburgring erhielt Green erneut den Vorzug vor Mortara und musste den dritten Platz nicht an seinen Markenkollegen abgeben. Das macht noch einmal drei Punkte, die Mortara durch die Lappen gingen. Unterm Strich hätten diese fünf zusätzlichen Punkte am Ende zum Titel gereicht.

Hat sich Audi im Titelkampf also letztendlich selbst ein Bein gestellt? "Nein", stellt Audi-DTM-Leiter Dieter Gass klar und erklärt: "Der Engländer sagt so schön: 'Hindsight is a beautiful thing.' Nachher weiß ich immer alles besser. Wenn ich die Informationen, die ich jetzt habe, schon beim Auftakt in Hockenheim gehabt hätte, dann wäre ich da schon ganz anders gefahren."

Hinterher ist man immer schlauer...

"Man muss halt zu gewissen Zeitpunkten gewisse Entscheidungen treffen. Und die kann man nur aufgrund der Informationen treffen, die man eben hat", stellt Gass klar. Mit anderen Worten: In Moskau hatte Audi das Gefühl, dass Green bessere Chancen auf den Titel hat als Mortara. Die Zahlen geben Gass Recht, denn der Brite lag zu diesem Zeitpunkt zehn Punkte vor seinem Markenkollegen.

Kurios: Noch 2015 hatte man Audi den Vorwurf gemacht, sich nicht rechtzeitig auf einen Titelkandidaten festgelegt zu haben. Entschied man sich 2016 nun zu früh für einen - beziehungsweise den falschen - Fahrer? "Ich glaube, dass wir - im Vergleich zu unseren Wettbewerbern - niemals relativ früh alle Karten auf einen Fahrer setzen", stellt Gass in diesem Zusammenhang klar.

"Aber natürlich haben wir ab einem gewissen Zeitpunkt den Fahrer mit den meisten Punkten unterstützt", erklärt er und erinnert: "In Moskau war Jamie punktbesser - entsprechend ist das Ergebnis auch ausgegangen." Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: "Man kann natürlich sagen, dass Edo das erste Rennen in Hockenheim gewonnen hat. Da hätten wir uns dann direkt zu 100 Prozent auf ihn konzentrieren müssen."

Titel eher in Zandvoort verloren?

Den Hauptgrund für den verpassten Titel sieht Gass woanders. "Letztendlich sind wir in einer Situation, in der wir über Zandvoort nachdenken müssen. Dort wurde Edoardo grundlos bestraft", erinnert er. Mortara erhielt dort eine unberechtigte Durchfahrtsstrafe, die ihn mindestens acht Punkte kostete. Auch der Italiener selbst erklärte nach dem Saisonfinale, dass er die Meisterschaft letztendlich dort verloren habe.

In Zukunft wird sich Mortara übrigens nicht mehr mit den taktischen Entscheidungen der Ingolstädter herumärgern müssen, er wechselt zur Saison 2017 zu Mercedes. Allerdings sind auch die Stuttgarter dafür bekannt, sich relativ früh auf einen Titelkandidaten festzulegen. Mortara sollte also auf jeden Fall einen guten Saisonstart hinlegen, wenn er im Laufe des kommenden Jahres nicht erneut einen Teamkollegen vorbeiwinken möchte.

© Motorsport-Total.com

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