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Wunsch der Fahrer: Mit dem Fallen der Zielflagge soll Ergebnis feststehen
Wunsch der Fahrer: Mit dem Fallen der Zielflagge soll Ergebnis feststehen © xpbimages.com

DTM-Fahrer fordern, dass das Rennergebnis nachträglich nicht verändert und die Teams wegen Regelverstößen auf andere Art bestraft werden sollen

In der DTM hagelte es in der aktuellen so viele Strafen wie schon lange nicht mehr. Den Höhepunkt bildete der Rennsonntag in Zandvoort (20. August). Zwei Disqualifikationen nach dem Qualifying für Gary Paffett und Timo Glock und der Ausschluss aus der Wertung von Rennsieger Marco Wittmann. Den Startschuss für den Disqualifikations-Reigen in Zandvoort bildete die Strafe für Gary Paffett. Weil sein Team an seinem Mercedes ein Reifensatz montierte, der nicht aus seinem Kontingent stammte, wurde der Brite aus der Qualifying-Wertung genommen und in der Startaufstellung in die letzte Reihe versetzt.

Neben ihm und ganz hinten reihte sich Timo Glock ein. Statt von Startplatz fünf ging es für den BMW-Pilot vom letzten Platz ins Rennen. Der Grund für seine Disqualifikation war ein Revanchefoul an Edoardo Mortara. Der Mercedes-Pilot blockte Glock im Zeittraining, und der Deutsche war derart wütend über Mortaras Aktion, dass er sich mit einem Blocken seinerseits revanchierte.

Für seine unsportliche Geste nach der Qualifikation, für die sich Glock im Nachhinein entschuldigte, wurde der BMW-Mann zudem mit einer Geldstrafe belegt. Doch lange war nicht bekannt, ob und welche Strafe Glock erhalten wird. Erst als sich die 18 DTM-Autos schon in der Startaufstellung befanden, wurde das Ausmaß der Bestrafung bekannt.

Nach Disqualifikation: Fans gratulierten Wittmann zum Sieg

Doch damit nicht genug der Strafen: Nach dem Rennen am Sonntag in Zandvoort wurde Marco Wittmann, der nach 37 Runden als Sieger die Ziellinie überquerte, der Sieg und damit 25 Punkte aberkannt. Mike Rockenfeller wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Doch nicht alle DTM-Anhänger wussten über die Disqualifikation des vermeintlichen Gewinners Wittmann Bescheid, wie der BMW-Mann verrät.

"Als ich abends beim Essen war, haben mir einige Fans zum Sieg gratuliert", klärt Wittmann auf. "Ich finde, dass das Ergebnis nach dem Rennen so schnell wie möglich stehen und daran nichts mehr geändert werden sollte." Die Fans, die an die Strecken reisen und ihre Idole unterstützen, fahren nach Hause, in dem Glauben, dass derjenige, der als Erster die Ziellinie überquert hat, auch auf dem Papier der offizielle Sieger des Rennens ist.

Doch nicht nur die Fans vor Ort, sondern auch die Fans vor den Fernsehbildschirmen hätten gleich nach dem Fallen der Zielflagge ein Recht darauf zu wissen, wer gewonnen hat. Denn auch wenn man sich im digitalen Zeitalter befindet, gebe es noch "Leute, die nicht so vertraut mit dem Internet sind", so der amtierende DTM-Sieger weiter: "Sie schalten den Fernseher ein und schauen sich das Rennen an. Von einer Änderung des Rennergebnisses zwei, drei Stunden später bekommen sie nichts mit."

Wittmann appelliert an die Regelhüter, dass etwaige Strafen wegen technischer Verstöße wie in anderen Rennserien oder im Ausland direkt gegen das Team oder den Hersteller ausgesprochen werden, aber am Ergebnis am grünen Tisch nichts mehr geändert werden soll.

Dem stimmt Audi-Fahrer Nico Müller, der in Zandvoort von Wittmanns Disqualifikation profitierte und auf Platz vier rutschte, zu. "Es wäre schön, wenn wir über die Ziellinie fahren und sagen könnten, das Rennergebnis steht fest", sagt der Schweizer. Doch der 25-Jährige weiß, dass es nicht so einfach ist, wie es scheint: "Aber es gibt ein Reglement, das es zu befolgen gilt. Wir gehen überall an unser Limit, nicht nur beim Fahren, sondern auch, was die Set-ups der Autos angeht." Deshalb glaubt er, dass "wir wohl noch eine Weile damit leben müssen" und es weiterhin Strafen und Disqualifikationen in der DTM geben wird.

Manch einer schießt beim Ran tasten ans Limit über die Grenze hinaus, oder, wie im Fall Wittmann, macht einen Fehler. "Es ist natürlich ärgerlich, aber Fehler passieren und man kann sie nicht mehr rückgängig machen", so der BMW-Pilot, dessen Ärger über den Verlust der 25 Meisterschaftspunkte mittlerweile verraucht ist: "Meine Devise lautet: Volle Attacke!"

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