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Formel E Peking Lucas di Grassi
Lucas di Grassi (v.) siegte im ersten Formel-E-Rennen in Peking © getty

Putrajaya und München - Nick Heidfeld und Co. - in der Serie mit Elektroautos dominiert deutsches Know-How. Die Serie bekommt im Titelkampf Charakter.

Nick Heidfeld hatte noch eine Weile zu knabbern an dieser verpassten Chance.

"Es war definitiv einer der ärgerlichsten Unfälle meiner Karriere. Es gibt nur ein einziges erstes Formel-E-Rennen in der Geschichte", sagt der 37-Jährige mit Blick auf den Auftakt der Elektroserie vor zwei Monaten in Peking.

Ein Crash in der letzten Kurve hatte den früheren Formel-1-Piloten um den historischen ersten Sieg gebracht - am Samstag startet die Formel E in Malaysia (Highlights So., 20.15 Uhr im TV auf SPORT1) in ihr zweites Saisonrennen. Und Heidfeld will seine nächste Chance nutzen.

Heidfeld als Pionier

13 Podestplätze in der Formel 1 stehen auf seinem Briefkopf.

In seiner "zweiten Karriere" feierte Heidfeld Erfolge auf der Langstrecke - in der Formel E ist der Mönchengladbacher nun einer der Pioniere, für das Venturi-Team von Hollywoodstar Leonardo DiCaprio jagt er die heulenden Elektro-Boliden durch Stadtkurse auf der ganzen Welt. Seine ersten Eindrücke sind bestens.

"Es war so, wie ich es mir erhofft habe", sagte Heidfeld bei "auto, motor und sport": "Die Stimmung war super und das Rennen spannend bis zum Schluss. Wichtig ist, dass wir gesehen haben, dass die Autos sicher sind."

Erster Sieg geht ins Allgäu

Das stellte Heidfelds Horror-Unfall unter Beweis. Kurz vor der Ziellinie wurde er vom Führenden Nicolas Prost abgedrängt, sein Auto überschlug sich.

Der Deutsche blieb unverletzt, obwohl der Renner ein Totalschaden war: Chassis, Aufhängung, Getriebe und Motor mussten ersetzt werden - nur das Lenkrad blieb intakt.

Heidfelds Pech nutzte indes ein anderer deutscher Vertreter zum historischen Triumph: Der gut 30 Kilogramm schwere Pokal für den ersten Sieg der Formel-E-Geschichte steht nun im Allgäu, im Motorsportzentrum des Abt-Teams aus Kempten.

Der Brasilianer Lucas di Grassi gewann, und gemeinsam mit Teamkollege Daniel Abt gehört er auch in Putrajaya zu den Favoriten.

Abt: Formel E verzeiht keine Fehler

Doch auch vor den Toren Kuala Lumpurs müssen alle Beteiligten vor allem eines: lernen, wie diese junge Serie funktioniert.

"Wichtigste Erkenntnis aus Peking: Die Formel E verzeiht mit ihrem kompakten Zeitplan nicht den kleinsten Fehler", sagt Teamchef Hans-Jürgen Abt: "Wir haben deshalb alle Abläufe noch einmal auf den Prüfstand gestellt."

Die Formel E steckt also weiter in den Kinderschuhen, die kommenden Monate werden dennoch ein wenig Aufschluss über die nähere Zukunft geben.

Seriencharakter entwickelt sich

Denn während die Formel-1-Saison am Sonntag mit der Entscheidung im Mercedes-Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton endet, nimmt die kleine Schwester gerade Fahrt auf.

Innerhalb von sieben Wochen stehen die Rennen in Malaysia, Punta del Este (Uruguay) und Buenos Aires (Argentinien) auf dem Programm - endlich entwickelt sich also ein Seriencharakter.

Und zumindest Heidfeld ist zuversichtlich, trotz der Unterschiede zur Königsklasse. "Natürlich sind wir nicht so schnell wie die Formel 1", sagt er, "für die Stadt sind wir aber schnell genug. Und wir sind alle gute Fahrer und Topteams."

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