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Alonso (l.) und Vettel liegen in der WM-Wertung 2014 weit zurück
Alonso (l.) und Vettel liegen in der WM-Wertung 2014 weit zurück © imago

München - Mit dem neuen Motorenpartner Honda und viel Geld will das Traditionsteam zumindest einen der beiden Top-Piloten verpflichten.

Am Wochenende kehrt Sebastian Vettel dorthin zurück, wo einst seine Siegesserie begann.

In Monza feierte der Heppenheimer vor sechs Jahren seinen ersten Erfolg bei einem Formel-1-Rennen. Seitdem kamen weitere 38 Siege dazu.

In dieser Saison aber wartet der viermalige Weltmeister noch auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Das ist der Grund, warum der Red-Bull-Pilot trotz bester Erinnerungen eher schlecht gelaunt nach Italien reist.

Auch auf sein eigenes Team ist er derzeit nicht sehr gut zu sprechen, was wiederum die im Raum stehenden Abwanderungsgerüchte weiter anheizt.

Vettel klagt

"Es gab zwei, drei Situationen, in denen man sich viele Diskussionen mit einer konkreten Aussage, was die Probleme anging, hätte ersparen können. Das hat man leider nicht getan", klagte Vettel vor dem Italien-GP (Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Er fühlt sich zu Unrecht für die Pannenserie und einige unglückliche Taktik-Entscheidungen des Teams in dieser Saison an den Pranger gestellt..

30 Millionen bei McLaren?

Ob er bei McLaren-Honda mehr Vertrauen genießen würde, ist spekulativ. Sicher ist indes, dass ihm das Team sehr viel Geld zahlen würde, um ihn nach Woking zu locken. Von 30 Millionen Euro pro Jahr ist die Rede. Zusätzlich müsste Vettel aus seinem Vertrag bis 2015 herausgekauft werden.

Bei McLaren sehnt man sich nach einigen mageren Jahren wieder nach dem ganz großen Erfolg und holt sich deswegen ab 2015 den alten Motorenpartner Honda zurück ins Boot.

Volle Konzentration

"Der komplette Rückstand auf die Spitze wird erst wettgemacht werden können, wenn wir mit einem Antriebslieferanten zusammenarbeiten, der sich voll und ganz auf McLaren und nur auf McLaren konzentriert. Das wird im nächsten Jahr mit Honda der Fall sein", sagte McLaren-Boss Ron Dennis bei "Formula1.com".

Ein Seitenhieb auf den derzeitigen Motorenpartner Mercedes, der sich hauptsächlich auf das eigene Werksteam konzentriert.

Zuversicht bei Honda

Auch die Japaner brennen auf ihr Comeback in der Königsklasse und strahlen große Zuversicht aus. "Wir werden bei der Musik sein. Ich glaube fest daran, dass wir im nächsten Jahr Rennen gewinnen", wird Honda-Sportchef Yasuhisa Arai von "auto, motor und sport" zitiert.

Ob das mit den aktuellen Piloten Jenson Button und Kevin Magnussen möglich sein wird, ist die große Frage beim Traditionsrennstall. Nicht jeder scheint daran zu glauben. Beide haben für das kommende Jahr noch keinen Vertrag.

McLaren-Teamchef Eric Boullier gibt jedenfalls indirekt zu, dass er Vettel oder auch Ferrari-Star Fernando Alonso gerne verpflichten würde, wenn es die Umstände zuließen.

Boullier auf der Jagd

Auf die Frage nach den Chancen, einen der beiden großen Namen locken zu können, sagte der Franzose bei "autosport.com": "Ich werde es zumindest bei jedem Fahrer versuchen, der zu unserer Zukunftsstrategie passt."

Diese Worte hat man offensichtlich auch bei den "Bullen" vernommen, die ihrerseits versuchen, Vettel zu halten. Die Entscheidung, seinen Renningenieur Guillaume Rocquelin zum leitenden Renningenieur des gesamten Teams zu befördern, deutet in diese Richtung.

Auch Ferrari tut alles, um Alonso im Team zu halten und könnte sogar so weit gehen, dessen Forderung nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung um drei Jahre bis 2019 nachzukommen. Dann wäre der Spanier 38 Jahre alt.

Ausstiegsklauseln bei Alonso?

Vor dem Ferrari-Heimspiel in Monza sagte Alonso bei "Sky Sport News": "Ich habe im Moment keine Absicht, zu gehen." Nach einem langfristigen Treueschwur hört sich das nicht an.

Zumal im laufenden Kontrakt des zweimaligen Weltmeisters nach Insider-Informationen gleich mehrere Ausstiegsklauseln enthalten sein sollen.

Die eine besage, dass er wechseln dürfe, wenn Ferrari nicht mindestens Rang drei in der Konstrukteurs-WM einfahre. Aktuell liegen die Roten auf diesem Rang, doch Williams liegt derzeit nur acht Punkte hinter der Scuderia.

Der zweiten kursierenden Klausel zufolge soll er gehen können, wenn er am 1. September mehr als 25 Zähler Rückstand auf den WM-Spitzenreiter hat. Momentan fehlen ihm 99 Punkte auf Nico Rosberg, und der 1. September ist vorbei.

Die Frage nach der McLaren-Fahrerpaarung 2015 wird die Formel 1 wohl so lange beschäftigen, bis sie das Team selbst offiziell bekannt gibt. Und das kann noch ein Weilchen dauern.

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