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Weltmeister Sebastian Vettel rangiert mit einer Bestzeit von 1:25,436 Minuten nur einen Platz vor dem 25-Jährigen - aber 1,327 Sekunden hinter der Spitzenzeit von Hamilton. Vettel nennt am Ende der Qualifikation die Top-5 als Ziel fürs Rennen am Sonntag
Sebastian Vettel ist der jüngste viermalige Weltmeister der Formel 1 © getty

Vettel bemüht ein unrealistisches Szenario. Hülkenberg hadert mit einer Entscheidung. Wolff frohlockt ob der Mercedesdominanz. Stimmen.

Monza - Die Positionen sind nach dem Qualifying abgesteckt.

Während Mercedes und alles, was einen Motor des schwäbischen Automobilherstellers in seinen Boliden trägt, aussichtsreich in den Italien-GP (Rennen, So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) geht, hadern Sebastian Vettel und die anderen deutschen Piloten.

Lewis Hamilton startet auf dem Autodromo Nazionale Monza von der Polepostion, WM-Leader Nico Rosberg folgt auf Zwei (BERICHT: Hamilton startet von der Pole). Die Stimmung bei Mercedes müsste eigentlich prächtig sein, würde nicht die ständige Fehde zwischen beiden Piloten, wie ein böser Schatten über dem Team liegen.

Die Konkurrenz hofft auf Nachlässigkeiten des so sehr mit sich selbst beschäftigten Rennstalls. Vor allem der Finne Valtteri Bottas (Williams) lauert als Drittplatzierter und kündigt vor dem Rennen den Angriffsmodus an.

Weltmeister Vettel fährt indes wiedermal nur hinterher und lamentiert angesichts des Profils des Kurses in der Lombardei - der hat dem 27-Jährigen schlicht zu wenige Kurven.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes, Startplatz 1):

"Ich freue mich auf morgen. Ich bin sehr stolz auf meine Jungs in der Garage. Sie sind wie ich durch eine schwierige Zeit gegangen. Sie haben aber alles dafür gegeben, um das Auto immer wieder besser zu machen. Es ist eine Erleichterung, ein sauberes Qualifying gehabt zu haben - zum ersten Mal seit einiger Zeit. Morgen läuft es wie üblich, wir können frei gegeneinander fahren. Ich hoffe, dass wir ein starkes Ergebnis für das Team erzielen, hoffentlich einen Doppelerfolg. Die anderen Autos mit Mercedes-Power sehen hier ebenfalls stark aus. Das sollte ein spannendes Rennen werden. Ich hoffe, dass es ein paar Fights und Konkurrenzkämpfe geben wird. Sowas ist schließlich interessant für die Zuschauer."

Nico Rosberg (Mercedes, Startplatz 2):

"In erster Linie ist es toll zu sehen, wie stark unser Auto ist. Monza ist eine sehr einzigartige Strecke, komplett anders als die anderen Strecken. Wir haben einiges am Auto geändert: Heckflügel runter, Frontflügel runter. Dass wir hier trotzdem so dominant sind, ist echt klasse. Der eine ist immer etwas schneller in dem einen Sektor und umgekehrt. So gesehen, ist der zweite Platz eine sehr gute Position für morgen. Es wird ein sehr langes Rennen. Alles Mögliche kann passieren. Ich werde versuchen, einen guten Start zu haben. Aber erst einmal steht das Team im Vordergrund."

Valtteri Bottas (Williams, Startplatz 3):

"Ich würde gerne auf Sieg fahren. Von Freitag auf Samstag hatten wir mehr Pace und gehofft, dass es im Qualifying etwas knapper sein würde. Beide Autos in der zweiten Reihe zu haben ist aber eine gute Ausgangsposition. Ich bin wirklich glücklich mit der Runde und dem Setup für das Rennen. Es gibt viele wellige Bremszonen hier, die mit so wenig Abtrieb und so viel Speed nicht einfach zu nehmen sind. Aber heute konnte ich sie gut nehmen und die richtigen Bremspunkte erwischen. Die Rundenzeiten waren ziemlich konstant, von daher habe ich gespürt, dass nicht mehr viel aus dem Auto zu holen war. Wenn wir einen großartigen Start haben, könnte es im Rennen viele Möglichkeiten eröffnen, und die Runde vor dem Boxenstopp könnte je nach Strategie wichtig werden. Sollte irgendetwas mit den Autos vor uns passieren, dann werden wir da sein, um die Punkte einzusammeln."

Sebastian Vettel (Weltmeister, Red Bull, Starplatz 8):

"Man sieht, dass wir uns sehr schwer tun. Es gibt nicht allzu viele Kurven, in denen ich Zeit gutmachen kann. Die anderen sind gut unterwegs, nicht nur auf den Geraden, sondern eben auch in den Kurven. Es gibt dennoch die Möglichkeiten, um zu überholen. Wir können morgen auf jeden Fall in die Punkte fahren. Unter die Top-5 zu kommen wäre für uns das ideal. Die Williams und Mercedes sind vorne weg, der Rest ist in Reichweite. Es ist jetzt nicht so, als hätte ich irgendwo extrem viel liegen lassen. Es war einfach eng, und wenn man sieht, dass es so eng ist, und man dann am Ende der Kette ist, dann ist man natürlich ein bisschen verärgert. Uns steht wohl eine der einfachsten Strategien des Jahres ins Haus: ein Stopp. Aber man weiß nie. Vielleicht bekommt jemand Probleme oder die Bedingungen ändern sich. Man muss wachsam sein und bereit zu reagieren. Wenn's die ersten drei Reihen wegkegelt, wäre es mir auch nicht unrecht. Aber ich glaube, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist."

Nico Hülkenberg (Force-India-Mercedes, Startplatz 13):

"Die Ausgangslage für morgen hätte besser sein können. Wir sind im letzten Run auf Q2 einen Tick zu spät rausgegangen und haben dann richtig im Verkehr gesteckt. Da sind fast alle vor der Parabolica-Kurve stehen geblieben. Hier braucht man eine freie Strecke, damit man die Temperatur in den Reifen halten kann. Das ist mir nicht gelungen und somit war der letzte Run verloren. Ich habe mich mit dem Auto schwer getan. Ich hatte nicht die Harmonie und den Wohlfühlfaktor, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich will nicht das Team schlecht stellen, aber Fakt ist, dass wir zu spät rausgegangen sind."

Adrian Sutil (Sauber-Ferrari, Startplatz 14):

"Das Qualifying verlief nach den technischen Defiziten vom Morgen problemlos. Es war schön, wieder eine saubere Session zu haben. Natürlich ist die Position nicht großartig. Aber wenn nicht mehr geht, muss man das Beste daraus machen. Und wir haben alles rausgeholt, was drin war."

Toto Wolff (Mercedes, Motorsportchef):

"Das war heute eine starke Performance des Teams. Als es an die letzten Runden ging und die Fahrer alles geben mussten, lieferte Lewis eine besondere Leistung im zweiten Sektor ab. Nico hatte einen kleinen Rutscher in der Ascari-Schikane. Auf diesem Level machen die kleinen Dinge den Unterschied. Es ist wirklich beeindruckend, sechs Mercedes-Benz Motoren auf den ersten sechs Plätzen des Qualifyings in Monza zu sehen."

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