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Lewis Hamilton-GP Italien-Monza-lacht
Der Brite Lewis Hamilton holt in Monza seine fünfte Pole Position 2014 © Getty Images

München - Auch das Rennen in Monza verspricht ein heißes Duell der Silberpfeile. Hamilton hat von der Pole aus die besseren Karten.

Die gute Nachricht für Mercedes: Beim Qualifying zum Großen Preis von Italien (Highlights So., ab 0 Uhr im TV auf SPORT1) kam es zu keinen weiteren Scharmützeln zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Dass die beiden Rivalen wieder kollidieren würden, war aber auch von vornherein nicht zu erwarten. Schließlich ist der Abstand zwischen den Piloten in der Qualifikation ungleich größer als im Rennen.

Im Königlichen Park von Monza fuhr Hamilton in 1:24,109 Minuten eine überraschend klare Bestzeit heraus.

Rosberg geschlagen

Selbst Rosberg konnte dem Briten nicht das Wasser reichen und war knapp drei Zehntel langsamer als der Weltmeister von 2008. Für Platz zwei reichte es dennoch. "Für das Team ist es toll, dass wir wieder beide vorne stehen", gab sich Hamilton als Teamplayer.

Die Silberpfeile starten also im Rennen (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) wieder einmal aus der ersten Reihe. Der einzige Unterschied zum vergangenen Grand Prix in Spa ist die Reihenfolge.

Mit Hamilton steht der bessere Starter auf der Pole-Position, Rosberg muss sich in der Startaufstellung schrägt versetzt hinter seinem Teamkollegen einreihen.

Lauda macht sich keine Sorgen

Dass es aus dieser Konstellation heraus noch einmal zu einem Crash der beiden Piloten - wie vor zwei Wochen in Spa - kommen könnte, schloss Niki Lauda aus. Oder ist es doch nur sein Wunsch?

"Für morgen habe ich überhaupt keine Sorgen", sagte der Mercedes-Aufsichtsratsboss bei "RTL": "Jetzt haben wir das Training mal positiv hinter uns gebracht. Ich sage mal, beide Fahrer sind auf der gleichen Strategie. Morgen wird alles normal ablaufen."

Was er mit "normal" meinte, präzisierte der Österreicher nicht weiter.

Nach dem Wirbel um die Berührung der beiden Teamkollegen in Spa und der anschließenden Bestrafung Rosbergs ist jedoch zu erwarten, dass die Mercedes-Verantwortlichen mit ihrer Strategie auf Deeskalation setzen.

Auf das Rennen bezogen, kann das nur bedeuten, es nicht auf einen teaminternen Zweikampf ankommen zu lassen.

Keine Stallorder

Offiziell gilt allerdings nach wie vor die Maxime, auf eine Stallorder zu verzichten.

Damit es aber überhaupt zu einem Duell kommen kann, darf WM-Spitzenreiter Rosberg den Beginn des Rennens nicht wieder so verschlafen wie noch auf dem belgischen Ardennen-Kurs.

"Ich muss schauen, dass ich einen guten Start erwische", sagte er. Von bedingungsloser Attacke sprach er nicht. Stattdessen betonte der 29-Jährige, ein "sauberes und gutes Rennen fahren" zu wollen.

Rosberg wählte die zurückhaltenden Worte wohl mit Bedacht. Er weiß genau, dass er - ob zurecht oder nicht - nach dem Spa-Manöver unter besonderer Beobachtung steht.

Eine Chance auf den Sieg rechnet er sich dennoch aus: "Es kann alles Mögliche passieren. Das Rennen ist lang."

Vettel chancenlos

Für Sebastian Vettel sind die Möglichkeiten dagegen auch in Monza begrenzt. Auf der Strecke, auf der er 2008 seinen ersten Formel-1-Sieg gefeiert hatte und auch im vergangenen Jahr gewann, geht er in diesem Jahr nur von Position acht aus ins Rennen.

Hoffnungen auf einen Podestplatz kann sich der Red-Bull-Pilot damit wohl nicht mehr machen.

"Ich bin enttäuscht. Wir wussten zwar, dass wir hier nicht die allergrößten Erwartungen haben sollten. Aber wir hatten gehofft, dass wir näher an die Top 5 herankommen können", sagte Vettel.

Seinen Humor hat er jedoch nicht verloren. "Wenn's die ersten drei Reihen wegkegelt, wäre es mir auch nicht unrecht", grinste er. "Aber ich glaube, das ist nicht sehr wahrscheinlich."

Ferrari-Sieg unwahrscheinlich

Genauso unwahrscheinlich ist, dass das lange Warten der Ferrari-Fans auf einen Heimsieg am Sonntag ein Ende haben wird.

Fernando Alonso, der 2010 für den bislang letzten Triumph der Scuderia vor den italienischen Tifosi gesorgt hatte, startet vom enttäuschenden siebten Platz.

Noch weiter hinten geht Alonsos Teamkollege Kimi Räikkönen ins Rennen. Nach einigen Fahrfehlern landete der "Iceman" lediglich auf Rang zwölf. Durch die Strafversetzung von Daniil Kwjat wegen des sechsten Motorenwechsels startet der Finne von Platz elf.

Gerüchte um Ferrari-Boss

Zur anhaltenden Krise der Roten passt es, dass trotz aller Dementis die Spekulationen um einen Abschied von Präsident Luca di Montezemolo die Schlagzeilen an diesem Wochenende beherrschen.

Vor Beginn der Saison galt Ferrari einmal als das Team, bei dem es wegen der zwei Alphatiere Alonso und Räikkönen zu großen Reibereien kommen könnte.

Zumindest diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Mit solchen Problemen darf sich die Konkurrenz von Mercedes herumschlagen.

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