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Lewis Hamilton
Der Brite Lewis Hamilton wurde 2008 Formel-1-Weltmeister. © Getty Images

Monza - Hamilton gewinnt den Großen Preis von Italien nach einem kapitalen Fehler Rosbergs. Ricciardo bremst Vettel aus. Ferrari enttäuscht.

WM-Spitzenreiter Nico Rosberg hat zwei Wochen nach dem großen Knall bei Mercedes Nerven gezeigt und eine bittere Niederlage gegen Stallrivale Lewis Hamilton kassiert.

Der Engländer gewann den explosiven Großen Preis von Italien auch durch zwei Fahrfehler Rosbergs souverän vor dem Deutschen und verkürzte den Rückstand im WM-Klassement damit auf 22 Punkte.

Nach dem heiß diskutierten Unfall der Silberpfeile in Spa und der anhaltenden Kritik an Rosberg feierte Hamilton damit seinen ersten Sieg seit Anfang Juli - und darf nun auf die Trendwende im Titelkampf hoffen.

Felipe Massa (Brasilien) belegte im Williams den dritten Rang. Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull (Heppenheim) hatte auf der Vollgasstrecke von Monza mit seinem Renaultmotor zu kämpfen und belegte nur den sechsten Platz, Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien) wählte einmal mehr die bessere Strategie und stach den Titelverteidiger als Fünfter aus.

Enttäuschung bei Ferrari

Für Ferrari wurde das Heimspiel zur nächsten großen Enttäuschung (Highlights ab 17 Uhr im TV auf SPORT1).

 Vize-Champion Fernando Alonso (Spanien) schied mit technischen Problemen schon vor der Rennhalbzeit aus. Nico Hülkenberg (Emmerich) im Force India und Sauber-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) verpassten die Punkteränge.

Bereits zuletzt hatte das Pendel bei Mercedes zugunsten Hamiltons ausgeschlagen. Zunächst hagelte es nach dem Crash in Spa Kritik für Rosberg, wenig später gab Mercedes ihm in einer diskutablen Pressemitteilung offiziell die Schuld - und auch das Qualifying in Monza hielt sich an die Dramaturgie: Hamilton vor Rosberg.

Hamilton verschläft Start

Doch der Start in Monza stellte all dies auf den Kopf, denn Hamilton verpatzte die ersten Meter komplett und fiel auf Rang vier zurück.

Rosberg kam dagegen bestens weg und setzte sich an die Spitze. In Monza werde es "schwierig zu überholen", hatte Rosberg vor dem Rennen gesagt, "bei nur einem Stopp kann man auch mit der Strategie nicht viel ausrichten."

Diesen Vorteil hatte er nun auf seiner Seite und baute seinen Vorsprung durch einige schnellste Runden zunächst aus.

Nach Hamiltons Fehler beim Start zeigte jedoch auch Rosberg leichte Nervosität, als er sich an einer Schikane deutlich verbremste.

Mercedes feiert den Doppelerfolg:

Verbremser bei Rosberg

Hinter ihm kam Hamilton nun wieder näher. Nach zehn Runden hatte sich der Engländer auf Rang zwei vorgearbeitet und nahm die Verfolgung auf.

Im vorderen Mittelfeld hatte sich indes Vettel von Startplatz acht auf Rang fünf vorgearbeitet - und kämpfte damit um den Platz, den er zuvor als realistisch betrachtet hatte.

"Mercedes und Williams sind zu schnell für uns, dahinter müsste es eng werden", hatte Vettel gesagt. An der Spitze kam Hamilton immer näher, bald sah Rosberg den Rivalen im Rückspiegel. "Ihr braucht mir den Abstand nicht mehr zu sagen", funkte der Deutsche an die Box.

Hamilton erhöhte Druck

Im Abstand von einer Runde kamen Rosberg und Hamilton nun an die Box, zunächst änderte sich nichts an der Reihenfolge - doch Hamilton erhöhte den Druck, und prompt verbremste sich Rosberg erneut an der Schikane nach Start und Ziel.

Der Engländer zog problemlos vorbei und fuhr den Sieg nach Hause. Vettel hatte bereits sehr früh gestoppt und daher in der Schlussphase die schlechtesten Reifen.

Ricciardo kam daher immer näher und hatte kaum Mühe, noch am Titelverteidiger vorbeizuziehen.

Den Sieg aber holte sich Hamilton - dank des kapitalen Aussetzers seines deutschen Teamkollegen.

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