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Vettel (r.)  und Ricciardo standen in Singapur erst zum zweiten Mal 2014 zusammen auf dem Podium

München - Vettel genießt die Champagner-Dusche in Singapur. Teamchef Horner sieht die "Bullen" in einem Bereich schon vor Mercedes.

Seit Anfang Juni hatte Sebastian Vettel kein Podest mehr nach einem Formel-1-Rennen bestiegen.

Den Weg zum Podium in Singapur fand er dennoch problemlos.

Dort kennt er sich schließlich bestens aus. Drei Mal in Folge hatte er zuletzt auf dem Marina Bay Street Circuit gewonnen.

Zum Sieg reichte es am vergangenen Sonntag nicht (Bericht). Dennoch durfte der Red-Bull-Pilot nach zwei dritten Plätzen in diesem Jahr mit Rang zwei seine bislang beste Saisonplatzierung feiern. Die anschließende Schampus-Dusche genoss er besonders.

"Vor allem nach einem so langem Rennen wie diesem. Da war es gut, ein paar Tropfen kühlen Champagners zu kriegen", sagte Vettel, der nach der Siegerehrrung dennoch angesichts der Anstrengung und der äußeren Bedingungen von Magenkrämpfen geplagt wurde.

In den zwei Stunden zuvor war er auf der Strecke bis an seine Grenzen gegangen und hatte auch fahrerisch sein bestes Rennen in diesem Jahr gezeigt.

Trotz stark abbauender Reifen auf den letzten Runden verteidigte er seine zweite Position hinter Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton mit viel Cleverness. Auch sein näher rückender Teamkollege Daniel Ricciardo biss sich diesmal an Vettel die Zähne aus.

"Ich wusste, dass ich aus zwei Kurven gut herauskommen muss. Darauf habe ich mich schon die letzten paar Runden konzentriert, nicht nur in den letzten beiden", so Vettel über den teaminternen Zweikampf.

Endlich ging auch mal wieder die für ihn zurechtgelegte Strategie auf. "Ich denke, es war nach den vergangenen Rennen Zeit, dass mal alles einigermaßen zusammenpasst", sagte Vettel, der zunächst nicht begeistert davon war, die letzten 35 Runden auf einem einzigen Reifensatz zurückzulegen.

"Dass es sich so ausgeht, hätten wir nicht gedacht. Wir hätten nicht gedacht, dass die Reifen bis zum Ende durchhalten. Es war ziemlich knapp", so Vettel: "Zum Schluss hatte ich die ältesten Reifen. Überholen ist hier aber nicht so einfach. Das war am Ende unser Glück."

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Lob gab es anschließend vom Teamchef nicht nur für den Deutschen. "Beide Fahrer haben einen unglaublichen Job gemacht und am Ende die Reifen am Leben gehalten", sagte Christian Horner: "Wir waren dieses Wochenende näher an Mercedes dran, aber wir haben auch immer noch einen langen Weg zu gehen, wenn man sich das Renntempo der Silberpfeile anschaut."

Was aber die Zuverlässigkeit angeht, hat sein Team die Rivalen von Mercedes inzwischen überholt. Während die Marke mit dem Stern in den vergangenen drei Rennen zwei Ausfälle wegen technischer Probleme zu beklagen hatte, haben die beiden "Bullen" zuletzt sechs Mal in Folge die Zielflagge gesehen.

Red Bull: Nach Singapur ist vor Suzuka

"Anfang des Jahres konnten wir nicht einmal 20 Minuten fahren. Mercedes hat bei den Tests von den Kilometern her mehr als eine Saison abgespult", erinnert sich Horner und lobt sein Team für die seitdem gemachten Fortschritte: "Es demonstriert die Qualität unserer Truppe, dass wir diese Situation umgedreht haben."

Um den Aufwärtstrend fortzusetzen, verzichten Vettel und Red Bull auf jegliche Erholungsphasen. Schon in diesen Tagen testet der Heppenheimer wieder im Simulator.

Auf dass der Rückstand auf Mercedes bis zum kommenden Rennen in Suzuka am 5. Oktober weiter schmilzt - und Vettel wieder ein paar Spritzer Champagner abbekommt.

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