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Bernie Ecclestone ist Geschäftsführer der Formel-1-Holding SLEC (Formula One Group)

Singapur - Bernie Ecclestone mischt mal wieder die Formel 1 auf. Seine zahlreichen Ideen könnten die Königsklasse gewaltig umkrempeln.

Ein drittes Auto für die Top-Teams, Sebastian Vettel zu Ferrari, komplettes Telemetrie-Verbot und ein Rennen auf dem Mond - zugegeben, letzteres hat Bernie Ecclestone in Singapur (Rennen, So., ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER und ab 20.45 Uhr Highlights im TV auf SPORT1) nicht aus dem Hut gezaubert.

Doch der 83 Jahre alte Formel-1-Zampano dreht wieder das ganz große Rad.

Und alles scheint möglich. Sogar ein Wechsel von Weltmeister Vettel zur angeschlagenen Scuderia.

Vettel der Richtige für Ferrari

"Sollte er wechseln wollen, wäre Sebastian Vettel der richtige Mann für Ferrari. Er hat die Eigenschaften", sagte Ecclestone der "Gazzetta dello Sport".

Ein Fahrerwechsel könnte für die seit mehr als einem Jahr sieglose Scuderia ein Weg aus der Krise sein.

"Ein Wechsel ist in jedem Umfeld gesund. Sollte Ferrari jemanden finden, der dieselben Perspektiven wie Fernando Alonso bietet, könnte man den Wechsel vollziehen", sagte Ecclestone.

Überhaupt liegt ihm ein gesunder und siegfähiger Rennstall aus Maranello am Herzen, zu erkennen an einer weiteren sehr radikalen Idee.

Kleine Rennställe sauer auf Ecclestone

"Es war immer Thema, dass die anderen drei Autos einsetzen, wenn wir drei Teams verlieren. Und ich finde, wir sollten es ohnehin machen. Ich würde lieber Ferrari mit drei Autos sehen - oder jedes der anderen Top-Teams - als Teams, die Probleme haben", sagte Ecclestone.

Und zog sich damit den Zorn der "kleinen" Rennställe zu. Noch in Singapur wehrten sich diese mit Händen und Füßen gegen die in dem Vorschlag mitschwingende Drohung, dass der Formel-1-Zirkus in Zukunft ohne sie um den Globus zieht.

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn gab sich kämpferisch: "Wir erleben gerade die schlimmste Saison unserer Geschichte, und trotzdem sind wir schon mehr als 21 Jahre in der Formel 1.

Unterstützung für die kleinen Teams

Wir wurden in dieser Zeit oft gefragt, ob wir im nächsten Jahr noch in der Startaufstellung stehen werden, und wir haben immer gesagt: Nun, wir werden da sein. Und so beantworte ich diese Frage auch jetzt: Wir werden da sein."

Unterstützung erhalten die neben Sauber angezählten Teams wie Caterham und Marussia auch von ihren Konkurrenten.

"Ich denke, wir wollen eine gesunde Startaufstellung mit zehn Teams, die jeweils zwei Autos haben. Keine vier Teams mit drei Autos", sagte Claire Williams vom gleichnamigen Traditionsteam: "Das ist nicht die DNA unseres Sports."

Fahrer brauchen keine Kommandos

Wie schnell es in der Formel 1 gehen kann, wenn Bernie Ecclestone etwas nicht in den Kram passt, zeigte die Farce um die Funkverbote in dieser Woche.

Um die Fahrer nicht mehr wie ferngesteuert aussehen zu lassen, wurde der Boxenfunk per Dekret radikal eingeschränkt - nur um wenige Tage später nach heftigen Diskussionen wieder zurückzurudern.

Ecclestone macht keinen Hehl daraus, wer auch hinter dieser Idee steckte. "Ich habe es in Gang gebracht. Die Fahrer sollten wissen, was falsch und was richtig ist", sagte der Formel-1-Boss in Singapur: "Sie brauchen niemanden am Kommandostand, der ihnen sagt, was sie tun sollen. Die Fahrer müssen die Autos ohne Hilfe fahren."

Noch viele Ideen in der Hinterhand

2015 werden alle zunächst angedachten Verbote greifen, doch Ecclestone deutete bereits an, am liebsten die komplette Telemetrie, also den Eingriff von der Box am Rennwagen, verbieten zu wollen.

Mit seinen 83 Jahren hält Bernie Ecclestone seine Formel 1 also weiter gehörig auf Trab.

Und niemand würde sich ernsthaft wundern, wenn er bereits einen Vorvertrag mit dem möglichen Besitzer des Mondes in der Tasche hätte.

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