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Vettel

München - Sebastian Vettel kehrt an den Ort einer seiner größten Siege zurück - unter anderen Vorzeichen. Sein Team prophezeit Großes.

Der Jubel von Sebastian Vettel ging unter in einem gellenden Pfeifkonzert.

Und das obwohl der Heppenheimer in Singapur (Training, Fr., ab 12 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gerade eine der eindrucksvollsten Leistungen der jüngeren Formel-1-Geschichte hingelegt hatte.

"Der letzte Pilot, bei dem ich eine solche Überleistung gesehen habe, war Ayrton Senna", schwärmte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im Anschluss.

Vettel als Spannungstöter 

Zwischenzeitlich war Vettel pro Runde fast drei Sekunden schneller als die Konkurrenz. Pole Position, schnellste Runde, überlegener Sieg - die Dominanz des Heppenheimers war erdrückend.

"Vettel ist einfach zu erfolgreich und das sorgt dafür, dass er ein Spannungstöter ist", erklärte Formel-1-Experte Marc Surer damals die Pfiffe der Fans.

Vettel abgeschlagen 

Ein Jahr später kehrt der Weltmeister zurück auf den Marina Bay Street Circuit und ist vom Spannungstöter der vergangenen Tage mittlerweile ebenso weit entfernt wie von der Titelverteidigung.

Mit 106 Punkten liegt der 27-Jährige abgeschlagen auf dem sechsten Platz der Fahrerwertung. Teamkollege Daniel Ricciardo hat bereits 60 Zähler mehr auf dem Konto. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Marko: Es gibt keine Teamorder 

Dies veranlasste den Australier zuletzt sogar dazu, öffentlich eine Teamorder einzufordern.

"Die nächsten Strecken sind perfekt für uns", sagte Ricciardo, "wenn wir noch einmal mit Mercedes um den Titel kämpfen können, bin ich sicher, dass die Entscheidung so sein wird."

Doch auch wenn der 25-Jährige noch theoretische Chancen hat, die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg noch abzufangen, muss Vettel nicht für den Australier fahren.

"Bei uns gibt es keine Stallorder und es wird auch keine geben. Wenn Sebastian siegen kann, dann darf er das. Egal, ob Daniel hinter ihm ist oder nicht. Das ist unsere Philosophie", sagte Motorsportberater Helmut Marko der "Sportbild".

Vettel dementiert Wechselgedanken 

Worte, die Vettel gefallen dürften - auch im Hinblick auf einen möglichen Wechsel über den zuletzt immer wieder spekuliert wurde. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Ein Cockpit-Tausch mit Ferrari-Pilot Fernando Alonso ist für ihn daher kein Thema. "Es gibt nichts Neues. Ich habe einen Vertrag mit Red Bull und ich bin glücklich da, wo ich bin", sagte er der "Sportbild".

Wieder neues Chassis 

Um die Zufriedenheit des Heppenheimers weiter zu steigern, soll am Wochenende erneut neues Material Abhilfe schaffen. Bereits zum vierten Mal in dieser Saison bekommt sein Red Bull ein neues Chassis.

Marko: "Das in Monza war ja ein gebrauchtes, das schon mal beim Testen in Silverstone verwendet wurde. Das diente eher dazu, um die Psyche zu beruhigen. Jetzt kommt aber ein ganz neues".

Vettels Paradestrecke 

Der Zeitpunkt könnte aus Sicht von Vettel kaum besser sein, Singapur zählt zu den Paradestrecken des 27-Jährigen. Der überlegene Sieg im vergangenen Jahr war bereits der dritte in Folge.

"Die Strecke ist sehr wellig und man wird im Cockpit durchgeschüttelt. Die härteste Herausforderung ist jedoch die Hitze und das bei so vielen Kurven. Man hat keine Zeit durchzuatmen", beschreibt Vettel die besonderen Anforderungen des Straßenkurses. (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

Erfolgreichstes Team in Singapur 

Dass die Charakteristik der Strecke Red Bull entgegenkommt, belegen auch die weiteren Resultate seitdem die Königsklasse 2008 erstmals auf dem Marina Bay Street Circuit gastierte.

Neben den drei Siegen von Vettel stehen ein zweiter sowie zwei dritte Plätze zu Buche. Damit ist Red Bull das mit Abstand erfolgreichste Team in Singapur.

Aufsteigende Tendenz 

Doch nicht nur die Bilanz der vergangenen Jahre macht Vettel Hoffnung. Zumindest im Qualifying hatte er seinen Teamkollegen zuletzt meist im Griff.

Seit der Titelverteidiger ohne technische Probleme durch die Qualifikation kommt, hat er fünf der letzten sieben Quali-Duelle gewonnen.

Das zeigt, dass sich Vettel immer mehr mit den technischen Neuerungen arrangiert hat. Der Speed ist endlich wieder da.

Horner: Vettel gewinnnt 

Jetzt muss er nur noch den Schlüssel finden, um dies auch über einen längeren Zeitraum im Rennen umzusetzen. Sollte ihm das auf seiner Paradestrecke gelingen, ist vielleicht sogar die große Überraschung möglich.

Teamchef Christian Horner hat bereits eine Vorahnung: "Ich will es nicht so laut sagen, aber ich habe das Gefühl, Sebastian gewinnt in Singapur."

Sollte es dann wieder Pfiffe für ihn geben - er würde sie mit Sicherheit genießen.

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