vergrößernverkleinern
Vettel
Sebastian Vettel steht bei 39 Grand-Prix-Siegen

Suzuka - Die Podiums-Fahrer Hamilton, Rosberg und Vettel denken nur an den verletzten Bianchi. Lauda erklärt den Unfall-Hergang.

Das Renn-Ergebnis interessierte am Ende niemanden mehr.

Nach dem Großen Preis von Japan gehörten die Gedanken aller Fahrer und Verantwortlichen dem schwer verunglückten Jules Bianchi (Bericht).

Den drei Erstplatzierten Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Sebastian Vettel war nach dem Rennen nicht zum Jubeln zumute. Sie wünschten sich wie alle anderen Fahrer, dass bei Bianchi alles gut ausgeht. Vettel quälte dabei vor allem die Ungewissheit.

Mercedes-Boss Niki Lauda äußerte sich detailliert dazu, wie aus seiner Sicht der schlimme Unfall zustande kam.

Adrian Sutil war kurz vorher selbst an gleicher Stelle abgeflogen, bekam alles aus der Nähe mit. Noch unter Schock fand er zunächst kaum Worte, machte sich und Bianchi aber Mut.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 1):

"Es war ein interessantes Wochenende, ein großartiges Ergebnis fürs Team. Wir machen uns aber alle große Sorgen um Jules Bianchi. Ich weiß nicht, was ich jetzt sagen soll. Es war ein schwieriges Wochenende mit Regen unter schwierigen Bedingungen. Aber es ist ein tolles Ergebnis für uns. Die Quali lief nicht perfekt für mich, aber im Rennen war das Auto fantastisch. Und bei allem was Nico gezeigt hat, musste ich pushen. Das Rennen hat heute nicht so geendet, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir denken alle an Jules."

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 2):

"Von Jules' Unfall habe ich nichts mitbekommen. Ich habe schon ein paar Infos, will aber keine Details weitergeben.Ich bin mit meinen Gedanken bei ihm und hoffe, dass er bald wieder okay ist. Wir wünschen ihm nur das Beste. Zum Rennen kann ich nur sagen, ich habe mich schwer getan heute. Ich hatte keine Balance und zu viel Übersteuern. Wir müssen gucken, ob alles okay war. Lewis war einfach schneller. Das ist ärgerlich, ist jetzt aber so. Zweiter Platz, 7 Punkte verloren an ihn - das ist noch im Rahmen dessen, was okay ist. Fürs Team war das heute super, Platz 1 und 2 sind eine tolle Teamleistung. Das Auto war superschnell im Regen."

Sebastian Vettel (Red Bull, Platz 3):

"Das Rennen ist heute reine Nebensache, einem von uns geht's nicht gut und wir sind alle mit den Gedanken bei ihm. Alle sehen Regen immer als Chance. Aber das Risiko bei solchen Bedingungen schließt immer jeder aus. Aber man sieht, wie schnell was passieren kann. Wir sind in Gedanken bei Jules. Die Unwissenheit ist schlimm. Wir wissen nicht, wie es ihm geht. Wir hoffen natürlich, dass er schon bald wieder gesund ist und schnell wieder im Auto sitzt. Es war unglaublich schwer dort draußen. Wir hatten aber guten Speed und ich hatte auch Glück mit dem Safety Car. Der schnelle Boxenstopp hat uns dann nach vorne gespült. Nach dem Rennen dachte ich, dass ich das Podest verschenkt habe, weil ich bei der letzten Safety-Car-Phase zurückgefallen bin und das Rennen dann abgebrochen wurde. Ich bin aber sehr zufrieden. Es ist schön, auf meiner Lieblingsstrecke wieder auf dem Podium zu stehen."

Adrian Sutil (Sauber, Ausfall):

"Mir geht es gut, alles okay. Ich habe Aquaplaning bekommen - der Regen wurde stärker, die Sicht schlechter und da habe ich das Auto verloren. Aber ich bin direkt ausgestiegen, alles gut. Zu Jules will ich gar nichts sagen. Ich wünsche ihm alles Gute, er ist auf dem Weg ins Krankenhaus, habe ich gehört. Ich denke, er ist in guten Händen. Es war die gleiche Stelle und ich stand natürlich da, aber ich will einfach gerade nicht mehr dazu sagen. Aus Respekt ihm gegenüber denke ich, dass das im Moment okay ist."

Niki Lauda (MercedesGP-Vorstandschef):

"Der Unfall von Bianchi soll so passiert sein: Als Sutils Auto mit dem Traktor angehoben wurde, soll Bianchi von der Strecke abgekommen und in den Traktor gefahren sein. Er muss hinter den Traktor hineingeprallt sein, was mit einem Formel-1-Auto nicht gut ist. Abgesehen von dem Unfall, der uns jetzt alle belastet, war es das schwierigste Rennen des Jahres: Lewis ist mit einer Meisterleistung hier Erster geworden unter diesen schwierigen Bedingungen. Nico hatte Handling-Probleme, Lewis hingegen konnte sein ganzes Paket beieinander halten."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel