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Nach der Qualifikation gratuliert Rosberg seinem britischen Teamkollegen fair. Der Vorsprung von Mercedes an diesem Wochenende ist diese Woche wohl geringer als zuletzt, weshalb der sich hier im Hintergrund aufhaltende Bottas (m.) am Ende der lachende Dritte werden könnte

Nico Rosberg droht in Sotschi den Anschluss an Lewis Hamilton zu verlieren. Zudem muss er sich Konkurrenz aus Finnland erwehren.

Es wirkte beinahe resignierend, als Nico Rosberg am Ende des Qualifyings in Sotschi auf Teamkollege Lewis Hamilton zuging.

Brav gab der Wiesbadener Hamilton die Hand und gratulierte ihm zur 38. Pole Position seiner Karriere. Nichts war mehr zu sehen, vom angriffslustigen und vor Selbstvertrauen strotzenden Rosberg von vor wenigen Wochen.

"Lewis war das ganze Wochenende schneller. Das muss ich jetzt schlucken und akzeptieren. Ich habe hier immer versucht, mich zu verbessern, aber mehr als zwei Zehntel bin ich nicht rangekommen", sagte der 27-Jährige im Anschluss.

Rosberg unter Druck

Dabei ist ein Sieg für den Deutschen bei der Premiere in Sotschi (So., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 19 Uhr im TV auf SPORT1) beinahe Pflicht, um die Chance auf den WM-Titel aufrecht zu erhalten.

Nach seinem Sieg in Suzuka, dem bereits achten in dieser Saison, ist Hamilton in der Fahrerwertung auf zehn Punkte enteilt.

Mit einer weiteren Machtdemonstration könnte er nicht nur seinen Vorsprung weiter ausbauen, sondern möglicherweise auch Rosbergs Widerstand endgültig brechen. 

"Es sind nur noch vier Rennen, jedes einzelne ist wichtig", ist sich Rosberg seiner Situation bewusst.

Hamilton macht Rosberg Hoffnung

Sein Teamkollege machte dagegen einmal mehr deutlich in welch herausragender Form er sich derzeit befindet.

"Die Pole ist die beste Ausgangsposition. Hier zu fahren und in der ersten Reihe zu stehen, ist toll", freute sich Hamilton. Er vergaß aber nicht, darauf hinzuweisen, dass ihm der Sieg noch lange nicht sicher sei.

"Es wird trotzdem schwierig im Rennen, es ist ein gutes Stück bis zur ersten Kurve, da kann viel passieren", sagte der Weltmeister von 2008.

Start besonders wichtig

In der Tat ist der Start in Sotschi ganz besonders wichtig. Vom Startpunkt weg ist der Weg bis zum ersten Bremspunkt in Kurve zwei extrem lang. Wer hier nicht gut wegkommt, verliert schnell einige Plätze.

Auch wenn Hamilton eigentlich als besserer Starter gilt, bietet sich Rosberg hier gleich zu Beginn die Chance den Briten zu überholen. 

Bottas lauert

Gleichzeitig hat er mit Valtteri Bottas aber einen Kontrahenten hinter sich, der sich im Qualifying in überragender Form präsentierte und erst durch einen Fahrfehler kurz vor dem Ende seiner letzten Runde die Chance auf die erste Startrteihe einbüßte.

"Sonntag ist der Tag, an dem es zählt. Morgen starte ich das Rennen von der sauberen Seite in der zweiten Reihe, das ist nicht schlecht", gab sich der Finne selbstbewusst.

Wolff rechnet mit Bottas

Auch im Mercedes-Lager hat man den Williams-Piloten auf der Rechnung.

"Ich denke, die haben auch eine hohe Geschwindigkeit auf der Gerade. Es wird am Anfang wichtig sein, Bottas hinter uns zu halten und dann wichtige Punkte auf Ricciardo gutzumachen, denn die Fahrer-WM ist immer noch offen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Red Bull chancenlos

Allerdings sieht es nicht danach aus, als könnte Red Bull um die vorderen Plätze mitfahren.

Während Daniel Ricciardo immerhin noch auf Rang sieben landete, verpasste Sebastian Vettel in seinem viertletzten Qualifying für die Bullen sogar das Q3.

Vettel: "Ich hatte keine Balance"

Nur der Strafversetzung von Kevin Magnussen, der ebenso wie Nico Hülkenberg wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze weiter hinten starten muss, ist es zu verdanken, dass der Titelverteidiger noch in die Top Ten rutschte.

"Von heute Morgen bis heute Nachmittag haben wir keinen Schritt nach vorne gemacht. Ich hatte keine Balance, zu viel Übersteuern im Vergleich zum Vormittag und konnte dann nicht attackieren", resümierte Vettel.

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