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Sebsatian Vettel fährt seit 2009 für Red Bull Racing

Nach fünf Jahren neigt sich Sebastian Vettels Zeit bei Red Bull dem Ende zu. Besonders motiviert wirkt der Weltmeister nicht.

Von Stefan Schnürle

Es gab Zeiten, da hat kein Blatt zwischen Sebastian Vettel und Red Bull gepasst.

Doch diese Situation hat sich spätestens mit Bekanntgabe des Abschieds von Red Bull am Saisonende schlagartig geändert.

Vettels Wechsel zu Ferrari gilt im Fahrerlager längst als beschlossen, auch wenn es offiziell noch keine Bestätigung gibt.

In Sotschi nicht am Optimum

Der Heppenheimer selbst erweckt momentan den Anschein, als würde er die letzten drei Rennen einfach nur noch irgendwie hinter sich bringen wollen. Sein Auftritt in Sotschi wirkte nicht gerade so, als wollte sich Vettel mit unvergesslichen Rennen von Red Bull verabschieden.

Beim Großen Preis von Russland reichte es letztlich nur zum achten Platz  - einmal mehr rangierte Vettel hinter seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo.

Nach dem Rennen überraschte Vettel mit dieser Aussage: "Vielmehr wäre heute nicht drin gewesen, aber ein bisschen schon. Da wir das Auto nicht verstellen dürfen, war es ähnlich schwer wie gestern." Wenn ein bisschen mehr drin war, fragt man sich, warum der Weltmeister dies nicht herausgeholt hat.

Kein Qualifying in Austin

Nun will Sebastian Vettel sogar auf das Qualifying zum Großen Preis der USA in drei Wochen verzichten.

Hintergrund ist, dass er in Austin sehr wahrscheinlich den sechsten Motor einsetzen wird. Aus Kostengründen schreibt die Regel aber vor, dass jeder Fahrer pro Saison nur fünf Aggregate benutzen darf. Zum Rennen droht so eine Strafversetzung zehn Plätze nach hinten.

"In Austin kommt's noch schlimmer. Ich glaube nicht, dass ich da am Samstagnachmittag viel zu tun habe. Ich glaube, ich werde beim Qualifying zuschauen, statt dran teilzunehmen, weil wir am Sonntag wahrscheinlich aus der Boxengasse starten", kündigte Vettel deshalb unmittelbar nach dem GP von Russland an.

Erstmals Samstags Pause

Nach einer Schimpftirade über die "bescheuerten" Regeln schob er direkt auch noch eine kleine Spitze gegen sein Team nach. Denn der viermalige Weltmeister hätte den Motorenwechsel gerne schon in Sotschi vorgenommen.

"Das hätte Sinn gemacht, denn allzu viele Punkte haben wir jetzt nicht mitgenommen. Ich hoffe natürlich, dass wir in Austin konkurrenzfähiger sind. Aber wir hatten leider nicht alle Teile, um den Joker hier zu ziehen", sagte Vettel.

Aufgrund von fehlenden Motor-Komponenten konnte dieses Vorhaben jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden. Den Samstag wird deshalb aller Vorausicht nach zum ersten Mal in seiner Karriere als Zuschauer verbringen.

Noch kein Sieg 2014

Es ist der vorläufige Tiefpunkt einer total verkorksten Saison mit Red Bull nach vier Weltmeistertiteln in Folge. Immer häufiger kritisierte Vettel zuletzt sein Team offen für seiner Meinung nach schlechte Entscheidungen an der Box, falsche Strategien oder Abstimmungsprobleme.

Während sein Teamkollege Ricciardo bereits drei Saisonrennen mit dem unterlegenen Renault-Motor gewonnen hat, wartet Vettel 2014 noch auf einen Sieg.

Und es sieht nicht danach aus, als wolle er die Verhältnisse auf seiner Abschiedstour mit letzter Konsequenz geraderücken.

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