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Jean Todt ist zu Gesprächen bereit

FIA-Präsident Jean Todt hat eindringlich auf die ständigen Gefahren in der Formel 1 hingewiesen.

"Wir dürfen in punkto Sicherheit nie nachlassen", sagte der 68-Jährige der "Gazzetta dello Sport": "Ich sagte es nach Jules Bianchis Unfall, und ich wiederhole es jetzt: Die Leute haben jahrelang Rennen mit schrecklichen Unfällen ohne Folgen gesehen. Sie haben begonnen zu denken, es sei normal, bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h von der Strecke zu geraten und unversehrt davonzukommen."

Dies sei keinesfalls normal, "aber es ist auch kein Wunder. Dahinter steckt unglaubliche Arbeit. Die hundertprozentige Sicherheit in unserem Sport gibt es aber leider nicht", sagte Todt.

Bianchis schwerer Unfall beim Großen Preis von Japan, in dessen Folge der Franzose mit schweren Kopfverletzungen weiter um sein Leben kämpft, sei "das Ergebnis einer Reihe von Ereignissen" gewesen, die weiter aufgearbeitet werden.

"Wir haben den Unfall im Detail erklärt. Ich habe eine Kommission berufen, die weiterhin ermitteln wird. Ich warte auf die Ergebnisse, um ein Urteil zu fällen", sagte der Franzose.

Vor wenigen Tagen habe er zudem Michael Schumacher besucht, mit dem er jahrelang bei Ferrari zusammengearbeitet hatte.

"Er hat eine außerordentliche Frau und Familie. Sein Kampf geht weiter", sagte Todt: "Mit Michael verbindet mich Freundschaft. Wir haben zusammen so viel gelitten, bevor wir gewonnen haben, dass sich die Zuneigung noch vergrößert hat. Ich bin seiner Familie und Corinna nahe. Sie würden dasselbe für mich tun."

Den Abschied des langjährigen Ferrari-Chefs Luca di Montezemolo betrachtet Todt als Ende einer Ära.

"Eine schöne Phase geht zu Ende. Bei Ferrari habe ich in diesen 16 Jahren das wichtigste Kapitel meines Lebens geschrieben", sagte der frühere Teamchef.

Auf die Frage, ob er nach Ende seines zweiten Mandats seine Kandidatur für den FIA-Vorsitz wieder einreichen werde, sagte Todt lediglich: "Ich habe noch 39 Monate vor mir. Ich bin kein junger Mann mehr."

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