vergrößernverkleinern
Fernando Alonso startet seit 2001 in der Formel 1 und gewann 2005 und 2006 mit dem Team Renault die Weltmeisterschaft <br> ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Qualifyings

Austin - Weil sich Fernando Alonso quer stellt, wird Sebastian Vettels Wechsel zu Ferrari zur Hängepartie. Auch Lotus mischt mit.

Sebastian Vettel ist genervt. Der Noch-Weltmeister kann die ständige Fragerei zuseinem bevorstehenden Wechsel zu Ferrari nicht mehr hören.

Als er mehrfach nach seiner Zukunft gefragt wurde, leierte der 27-Jährige nach dem Qualifying des Großen Preises der USA (BERICHT) herunter (Rennen ab 20.45 Uhr im LIVE-TICKER, Highlights ab 24 Uhr im TV auf SPORT1):

"Ich hoffe, dass wir möglichst bald etwas verkünden können. Im Moment ist das nicht der Fall, also müssen wir noch ein bisschen warten", sagte er.

Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass Vettel nach seinem Abschied von Red Bull die am Boden liegende Scuderia wieder zu Ruhm und Ehre verhelfen soll - wie damals sein Idol Michael Schumacher.

Vettel zwischen den Stühlen

Die neue Traumehe der Formel 1 soll mit einem Dreijahresvertrag plus Option für zwei weitere Jahre besiegelt werden.

Pro Saison wird der Heppenheimer rund 25 Millionen Euro einstreichen.

Doch sowohl Vettel als auch Ferrari zieren sich noch zu bestätigen, was längst alle im Fahrerlager wissen. (BERICHT: Rosberg wittert Morgenluft)

Warum? "Weil ich nicht sagen darf, was passieren wird. Wenn es mal so weit ist, dann wir das von selber klar", sagte Vettel kryptisch.

Alonso: "Es ist meine Entscheidung"

Das liegt vor allem an einem Mann: Seinem Rivalen und Ferrari-Vorgänger Fernando Alonso.

Der Spanier hat noch nicht über seine Zukunft entschieden, lässt so Vettel zappeln und scheint die Hängepartie richtig zu genießen.

"Es geht nicht darum, was die Leute draußen wollen, oder was Ferrari will", sagte Alonso in Austin.

Und fügt an: "Am Ende ist es meine Entscheidung. Es geht um das, was ich will und für meine Zukunft tun muss."

Es geht wohl um Mega-Ablöse

Der Ex-Weltmeister ist offenbar in seinem Stolz verletzt, dass ihn der Traditionsrennstall nicht mehr haben will, und nun streitet Alonso mit Ferrari über seine Vertragsauflösung.

Der 33-Jährige soll auf eine saftige Abfindung bestehen, die ihm offenbar dank einen Formfehlers in seinem laufenden Vertrag winkt. Die Rede ist von mindestens 50 Millionen Euro.

Ansonsten wolle der Champion von 2005 und 2006 seinen bis Ende 2016 gültigen Vertrag einhalten, schreibt die "Bild" (NEWS: Blockiert Alonso Vettels Wechsel?).

Alonso bleibt betont cool

In Texas gab sich Alonso betont gelassen und verbreitete seine Sicht der Dinge, wonach er alles unter Kontrolle habe.

"In meinem Kopf sind viele ambitionierte Pläne. Alles, was ich mir seit drei Monaten vornehme, läuft nach Plan", sagte er: "Wenn meine Pläne eintreten, werden alle verstehen, warum ich mich so entschieden habe."

Die ganz große Überraschung schloss er aber aus.

"Davon kann man nicht mehr sprechen. In den vielen Gerüchten, die herumschwirren, wurden ja bereits alle Möglichkeiten abgedeckt", sagte Alonso.

Rückkehr zu McLaren denkbar

Diese Möglichkeiten schließen auch eine Rückkehr zu McLaren ein - die wahrscheinlichste aller Varianten.

Zudem steht ein Wechsel zu Lotus im Raum. (NEWS: Lotus in Gesprächen mit Alonso)

"Es ist wahr, dass wir seit einiger Zeit in Gesprächen sind, gegebenenfalls zusammenzukommen", sagte Lotus-Teamchef Gerard Lopez dem französischen "Canal +": "Es würde mich nicht wundern, wenn Alonso früher oder später in Enstone in einem Formel-1-Cockpit sitzt."

Was ist mit Lotus?

Für Alonso wäre das bereits das dritte Engagement bei einem Rennstall im englischen Enstone: Bereits von 2003 bis 2006 und in den Jahren 2008 und 2009 war der Spanier dort für Lotus-Vorgänger Renault aktiv.

Am Ende gar ein Sabbatjahr?

Aber auch ein Sabbatjahr mit anschließendem Engagement bei Mercedes ist für Alonso denkbar, sollten sich die Silberpfeile nicht über eine Vertragsverlängerung mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton über 2015 hinaus einigen.

Während Vettel endlich eine Entscheidung seines Rivalen herbeisehnt, kämpft der um seine Reputation.

Zwar habe er in fünf Jahren keinen Titel mit Ferrari gewonnen, sagte Alonso.

"Aber ich habe viel Respekt gewonnen. Respekt, den ich 2009 noch nicht hatte. Das ist auch etwas wert, weil mir das keiner mehr nehmen kann", sagte er.

Mit einer titellosen Zeit bei Ferrari würde sich Vettel aber sicher nicht zufrieden geben.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel