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Der 29 Jahre alte Mercedespilot Lewis Hamilton wurde 2008 Weltmeister
Der 29 Jahre alte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton wurde 2008 Weltmeister

München und Austin - Für die internationale Presse gibt es keinen Zweifel mehr: Lewis Hamilton wird Weltmeister. Nico Rosberg solle lieber kapitulieren.

Die internationalen Medien sind sich einig.

Nach dem "wilden 56-Runden-Ritt" im texanischen Austin ist Lewis Hamilton sein zweiter WM-Titel nach 2008 nicht mehr zu nehmen.

Während die Presse weltweit den Briten für seine Wagemut beim Überholen feiern, bekommt Verfolger der zaghafte Nico Rosberg ordentlich sein Fett weg.

"Rosberg muss kapitulieren"

Die spanische "Sport" sieht dagegen Hamilton zum Titel fliegen; der "Daily Telegraph" lobt den 29-Jährigen für seine "verwegene Performance"; und wenn es nach dem italienischen "Corriere dello Sport" geht, "muss Rosberg kapitulieren".

Auch der das vermeintliche Duell zwischen Noch-Ferraripilot Fernando Alonso und Vielleicht-bald-Ferrarifahrer Sebastian Vettel ist ein Thema.

Die internationalen Pressestimmen im Überblick:

ENGLAND

The Guardian: "Lewis Hamilton trug einen Cowboy-Hut nach seinem Sieg beim Großen Preis der USA. Eine Krone wäre angemessener gewesen, denn was auch immer noch passieren mag, er ist der herausragende Fahrer dieser Formel-1-Saison. Wenn Nico Rosberg doch noch den Weltmeister-Titel holt, wäre das ein fast unerhörter Diebstahl."

Daily Telegraph: "Lewis Hamilton macht mit einer verwegenen Performance den nächsten großen Schritt zum Titel. Eine Frage drängt sich nun auf: Was braucht er noch, um der größte britische Formel-1-Fahrer der Geschichte zu sein? Einige mögen sagen, er kann niemals an Jim Clark oder Jackie Stewart heranreichen. Aber mit seinem 32. Sieg hat er sein Gebiet weiter abgesteckt. Das Talent und das Potenzial hat er."

Daily Mail: "Der gößte Brite! Hamilton bricht den Sieg-Rekord des legendären Mansell mit einem spannenden Erfolg gegen Rosberg. Dramatisch und vielleicht vorentscheidend: Hamilton schiebt seinen Mercedes an Nico Rosberg vorbei."

FRANKREICH

L'Equipe: "Vor 100.000 Zuschauern entsprach das Rennen nicht ganz den Erwartungen. Das Duell um den Sieg war schnell für Hamilton entschieden. Nico Rosberg hatte schon in den letzten Rennen einige Fehler gemacht, dieses Mal schien er bereits aufzugeben - als ob er verstanden hat, das Hamilton der stärkste Fahrer dieser Saison ist."

SPANIEN

Marca: "Hamilton - zwei Schritte vom Titel entfernt. Lewis Hamilton machte einen weiteren Riesenschritt zum WM-Titel. Ein brillianter Sieg des Engländers über Rosberg, der ihm in Runde 24 die Tür offnete. Alonso hatte ein schwieriges Rennen mit einem müden Motor. Der Weltmeister von 2008 ist auf dem Weg zum zweiten Titel seiner Karriere."

AS: "Sieg für Hamilton - Alonso Sechster. Zehnter Sieg und fünfter in Folge von Lewis Hamilton, der seine WM-Führung ausbaut. Es war klar zu sehen, dass der Brite ein besserer Pilot als der Deutsche ist, insbesondere aggressiver, wenn es ums Überholen geht, macht er es gedankenlos. Hamilton verdient den Titel, weil er der Beste ist. Und er beweist es immer wieder, wenn er es kann."

Sport: "Hamilton fliegt Richtung Titel. Der Engländer schlägt Rosberg bei seinem zehnten Saisonsieg und hat bereits 24 Punkte Vorsprung auf seinen Kollegen. Rosberg, der seit acht Rennen nicht mehr gewonnen hat, konnte kaum Gegenwehr gegen das Tempo von Hamilton leisten. Das Rennen hat wieder mal gezeigt, dass Hamilton in Bestform auftritt."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Lewis Hamilton greift am Ende eines wunderbaren Rennens, bei dem der Brite all sein Talent beweist, nach dem WM-Titel. Vor 100.000 Zuschauern in Austin spielt Hamilton mit Rosberg wie die Katze mit der Maus. Jeder Aufholversuch Rosbergs zerschellt an Hamiltons Geschwindigkeit."

Corriere dello Sport: "Nach Hamiltons Sieg muss Rosberg kapitulieren. Das Rennen steht ausschließlich im Zeichen von Mercedes. Die anderen Teams sind nur Randfiguren. Vettel zieht sich nicht aus dem Sumpf heraus, Alonso und Ferrari müssen sich mit dem sechsten Platz begnügen."

Tuttosport: "Hamilton-Show in den USA. Der Weltmeistertitel rückt näher. Bei Hamilton bestimmt der Instinkt vor der Vernunft. Für Teamkollege Nico Rosberg gibt es praktisch keine Chance. Mercedes beweist wieder einmal, ein fast unbesiegbares Auto zu haben. Der zehnte Sieg der Saison ist völlig verdient."

La Repubblica: "Hamilton entscheidet das Duell um den WM-Titel im Hause Mercedes für sich. Ferrari kann nur aus der Entfernung das Match an der Spitze beobachten. Nach Marussia und Caterham war Ferrari de facto das dritte Team, das beim US-Rennen fehlte."

La Stampa: "Hamilton gegen Rosberg und Alonso gegen Vettel: Texas inspiriert scharfe Duelle. Beim ersten geht es um den WM-Titel. Beim zweiten ist es eine Frage der Ehre zwischen dem Piloten, der Ferrari verlassen wird, und demjenigen der nachfolgt. Es gibt keinen Weg Hamilton zu stoppen, der den WM-Titel in greifbare Nähe sieht."

ÖSTERREICH

Kurier: "Es war ein weltmeisterliches Manöver in Runde 24. Anschließend fuhr Lewis Hamilton ein perfektes Rennen und ließ seinen großen Kontrahenten nicht mehr herankommen. Zwei zweite Plätze hinter Rosberg würden Hamilton bereits zum zweiten WM-Titel nach 2008 reichen. Rosberg kann also nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden."

SCHWEIZ

Blick: "Ist das schon eine Vorentscheidung im Rennen um den WM-Titel? Lewis Hamilton im Mercedes gewinnt den wilden 56-Runden-Ritt in den USA. Aus Schweizer Sicht ist es wieder ein Rennen zum Vergessen. Es dauert nicht einmal fünf Kilometer, da ist der Traum vom ersten Saisonpünktchen für Sauber bereits wieder ausgeträumt."

USA

USA Today: "Lewis Hamilton liebt Texas. Genauer: Er liebt den Circuit of the Americas. Von den drei Formel-1-Rennen auf diesem Kurs hat Hamilton zwei gewonnen. Der Erfolg vom Sonntag bringt ihn seinem zweiten WM-Titel deutlich näher."

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